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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Mit vereinter Tatkraft viele Neustarts gemeistert

19.07.2019

Falkenburg Heute ist das Falkenburger Schützenhaus am Alten Postweg längst nicht mehr nur Vereinssitz der Schützen, sondern manchmal auch Theaterbühne oder Versammlungsort anderer örtlicher Vereine und Gruppen. Kurzum: ein Treffpunkt für die Dorfgemeinschaft – mitten im Dorf.

Vor 125 Jahren war das anders: Als der Schützenverein im Frühjahr 1894 gegründet wurde, verboten es die behördlichen Bestimmungen, in Falkenburg/Habbrügge einen Schießstand zu errichten. Die Schützenbrüder wichen zum Hexenberg aus und errichteten in Eigenarbeit eine Anlage in der Heide.

Jubiläumsschützenfest am 10./11. August

Sein Schützenfest feiert der SV Falkenburg anlässlich des Vereinsgeburtstags am Wochenende 10./11. August noch größer als üblich: Zelt und Festplatz werden auf einer Weide neben dem Schützenhaus am Alten Postweg 23 aufgebaut. Am Samstagabend gibt es einen offiziellen Festakt und eine Party mit der Live-Band „DaCapo Undercover“. Weitere Programmpunkte sind die Kinderolympiade, eine Ausstellung mit Oldtimer-Traktoren und eine Königsparty am Sonntagabend.

Geschossen wurde mit Großkalibergewehren, deren Patronen eigenhändig immer wieder neu befüllt werden mussten. In den Vereinsstatuten, die bis heute erhalten sind, hieß es: „Der Verein hat den Zweck, das Scheibenschießen zu üben und dadurch die allgemeine Waffenfähigkeit zu erhöhen.“

Gastwirt gründet mit

Nicht überliefert ist in der Vereinschronik der Name des ersten Vereinsvorsitzenden. Fest steht jedoch, dass neben den Herren Dierks, Linnemann, Tieke und Blankemeyer auch Gastwirt und Postmeister Peter Loennecker zu den Gründungsmitgliedern gehörte. In dessen Gasthof „Zur Falkenburg“ – bis zur Schließung im Jahr 2003 das Vereinslokal der Falkenburger Schützen – wurde auch die Gründungsversammlung abgehalten. Noch im ersten Jahr wurde mit Carl Hellwich der erste Schützenkönig gekürt.

Tiefe Einschnitte in das Vereinsleben bedeuteten die beiden Weltkriege. Der Schießbetrieb kam zum Erliegen. Zu den Meilensteinen indes gehörten die beiden, jeweils mit großer Eigenleistung gestemmten Bauprojekte am Alten Postweg. 1927 erwarb der Verein das noch heute genutzte Areal. Dort entstand der erste Schießstand mit vier Kleinkaliber- (50 Meter) und vier Großkaliberständen (175 Meter). 1928 fand dort das erste Schützenfest statt.

Auch Schützenbälle wurden damals in Falkenburg noch gefeiert – gleich in beiden Gaststätten des Ortes. Zwischen der „Falkenburg“ und dem „Deutschen Haus“ wanderten die Feiernden auf der von Lichterketten beleuchteten Hauptstraße hin und her.

Schützenhaus gefährdet

Mit dem Zweiten Weltkrieg hätte die Vereinsgeschichte beinahe geendet: Britische Besatzungstruppen vernichteten 1945 die Gewehre mit ihren Panzern. Auch das Schützenhaus wäre abgerissen worden, wenn sich nicht der spätere Vorsitzende Hermann Meyer zusammen mit einigen Mitgliedern gegen das Vorhaben gestemmt hätte. Das Gebäude wurde schließlich das Zuhause einer Flüchtlingsfamilie.

1949 wurde das Waffenverbot aufgehoben und am 30. Dezember fand die Neugründung des Schützenvereins Falkenburg statt. Das Ziel der 25 Mitglieder: Pflege der Tradition und des Gemeinschaftslebens. Sie wählten Hermann Meyer zum Vorsitzenden, der sein Amt danach 25 Jahre lang bekleidete. 1952 schafften sich die Schützen ihre erste Vereinsfahne an. Fahnenträger war Dr. Friedrich Wilhelm Gutsche – Falkenburger Arzt und langjähriger Präsident des Ganderkeseer Schützenbundes.

Nachdem die Flüchtlingsfamilie aus der Schießhalle ausgezogen war, sanierten die Mitglieder – wieder einmal in Eigenarbeit – ihr Vereinsdomizil und bauten unter anderem eine Scheibentransportanlage ein. 1969 kam dann neuer Schwung in den Verein: als zweiter Verein im Ganderkeseer Schützenbund gründeten die Falkenburger eine Damenabteilung – gegen den Widerstand einiger Schützenbrüder. Erste Schützenkönigin wurde Gesine Lueßmann.

1992 Neubau eingeweiht

Der nächste Neubau wurde im Juni 1992 gefeiert: Nach nur acht Monaten Bauzeit wurde der heutige Schießstand eingeweiht. 4500 ehrenamtliche Arbeitsstunden hatten die Mitglieder investiert. Acht Jahre später folgte die Erweiterung um einen Luftgewehrstand. Dort schießen seither die Kinder und Schüler auf drei Zehn-Meter-Ständen.

Anfang dieses Jahres löste nach fast zwanzig Jahren eine moderne Computeranlage die bisherige Technik ab. Nebenan im Kleinkaliberstand war die Umstellung sogar schon zehn Jahre früher erfolgt.

Acht Vorsitzende

Den Höhepunkt des Jahres feiern die Falkenburger Schützen seit der Schließung ihrer Vereinsgaststätte rund um das eigene Schützenhaus am Alten Postweg. Die Vereinsführung hat seit dem Jahr 2000 – als achter Vorsitzender – Gerwin Meyer, dessen Vater Herbert Meyer die Geschicke des SV Falkenburg schon von 1975 bis 1994 gelenkt hatte.

Was sich in der wechselvollen Geschichte des Vereins nie verändert hat, sind die Tatkraft und das Engagement der Mitglieder für ihren Verein. Heute ist das Schützenhaus nicht nur bei Veranstaltungen Anlaufstelle für alle Dorfbewohner Falkenburgs und Habbrügges. Auch bei den Übungsschießtagen sowie bei vereineinsinternen Wettbewerben und Aktivitäten sind alle Generationen und Geschlechter gleichermaßen vertreten.

Karoline Schulz Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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