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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Jubiläum: Fast so spektakulär wie Sputnik

16.01.2017

Wardenburg „Seht mal, das war unser zehnjähriges Jubiläum.“ – „Und hier waren wir auf den Inseln.“ – „Hier, die Radtour, wisst ihr noch?“ Zwei dicke Fotoalben hat Erika Bullermann mitgebracht, jede Seite voller Erinnerungen an mittlerweile 50 Jahre gemeinsamer Vergangenheit.

Seit 1967 trifft sich der Frauenkegelclub „Sputnik“ jeden zweiten Freitagabend auf der Kegelbahn im Wardenburger Hof. Und ähnlich spektakulär wie der erste Erdsatellit, den die Russen 1957 ins All geschossen und nach dem die Gründungsmitglieder ihren Kegelclub benannt haben, war auch die Entscheidung der jungen Frauen in den 60er Jahren, nur weibliche Mitglieder aufzunehmen. „Damals war es ja eher noch üblich, dass Ehepaare so etwas zusammen machen“, erinnert sich Helga Kramer. „Aber die Männer haben uns den Spaß gegönnt – und daran hat sich bis heute nichts geändert.“

Zwei Reisen gewonnen

Schließlich hatten die Ehemänner auch die Initialzündung zur Vereinsgründung gegeben: Sie kegelten damals schon seit zehn Jahren in einem reinen Männerclub zusammen und hatten ihre Frauen eingeladen, den Sport auch einmal auszuprobieren. Die ursprünglich acht Keglerinnen hatten so viel Spaß daran, dass sie dabeigeblieben sind – einige von ihnen sogar bis heute. Margret Rocholz, Marga Aebert, Helga Kramer und Helga Losecke sind Clubmitglieder der ersten Stunde, nach und nach kamen Anneliese Ruge, Margot Fröhlich, Liane Brüggemann, Christel Wichmann, Helga Ewers, Inge Otten, Elsa Mehrens, Marion Schulze, Ingrid Freese und Erika Bullermann dazu, die heute Kegelmutter des Clubs ist.

Schnell war der sportliche Ehrgeiz der Wardenburgerinnen geweckt. Sie beteiligten sich an Turnieren, gehörten bald zu den besten Vereinen auf den Kegelbahnen des Wardenburger Hofs und weit darüber hinaus: Bei der jährlichen Kegelparty in den Weser-Ems-Hallen in Oldenburg waren sie mehrfach ganz vorn dabei, räumten nicht nur die Kegel ab, sondern auch die Hauptpreise. Unter anderem hat die Damenriege auf den Oldenburger Kegelpartys zwei Reisen – nach Kroatien und Bulgarien – gewonnen. Auch hiervon zeugen noch die Fotos in den dicken Alben. Und auch den Wanderpokal des Wardenburger Hofs haben die Keglerinnen längst auf Dauer erobert: Bei 20 Wettkämpfen haben sie ihn verteidigt.

Mittlerweile schieben die „Sputniks“ eine ruhigere Kugel, beim zweiwöchentlichen Kegeln steht das gesellige Beisammensein im Mittelpunkt, nicht mehr der sportliche Aspekt. „Das Kegeln ist ein bisschen zur Nebensache geworden“, gibt Anneliese Ruge zu. „Früher haben wir an einem Abend bis zu 70 Wurf gemacht, das schaffen wir heute nicht mehr“, ergänzt Erika Bullermann. Immerhin ist Marion Schulze als Jüngste inzwischen 65 Jahre alt, Marga Aebert als Älteste sogar schon 80. „Wir sind jetzt mehr ein Klönclub als ein Kegelclub“, bringt es die Kegelmutter auf den Punkt. „Im Sommer sitzen wir Freitagabends auch schon mal im Biergarten statt auf der Kegelbahn.“

Feste Rituale

Heute kegeln die Frauen überwiegend, um Geld in die Kasse zu bekommen und davon gemeinsame Fahrten finanzieren zu können. „Die Kohlfahrt, das Königskegeln und die Radtour mit anschließendem Spargelessen sind feste Rituale“, erzählt Erika Bullermann. Hinzu kommen längere Touren, etwa an den Rhein oder – wie zum Auftakt des jetzigen Jubiläumsjahres – nach Hamburg. Denn auch wenn das Kegeln nicht mehr im Vordergrund steht, hat die quirlige Gruppe noch immer viel Spaß.

Gerade hat eine der Damen ein Foto mit den gelben Vereins-T-Shirts entdeckt, mit denen die „Sputniks“ in früheren Jahren immer zu Turnieren antraten. „Tja, die passen heute nicht mehr“, sagt Anneliese Ruge. „Die müssen eingelaufen sein“, vermutet sie und erntet dafür heiteres Gelächter ihrer Mitstreiterinnen. Und das bleibt ganz sicher nicht die einzige Lachsalve an diesem Abend.

Anke Brockmeyer Redakteurin / Reportage-Redaktion
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