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Aktualisiert vor 8 Minuten.

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Weltmeistschaft: Faustballerinnen jubeln über Titelgewinn

31.10.2016

Curitiba /Ahlhorn Stephanie Dannecker und Sonja Pfrommer steigen gemeinsam in die Luft – und Dannecker trifft den Ball, der ohne Abwehrchance in das brasilianische Halbfeld einschlägt. Für die deutschen Faustballerinnen gibt es kein Halten mehr: Sie haben die Weltmeistschaft 2016 gewonnen.

Die Entscheidung fiel am Samstagabend in sechs Sätzen in Curitiba. Mit 4:2 (8:11, 11:4, 14:15, 11:9, 11:5, 11:6) schlug die deutsche Frauen Faustball-Nationalmannschaft die Gastgeberinnen aus Brasilien. Knapp 1 000 Zuschauer sorgten mit ihren „Brazil, Brazil“-Schreien für eine gigantische Stimmung. Und mittendrin? Die erst 18-Jährige Pia Neuefeind aus Ahlhorn. Als jüngste Spielerin ist sie Teil des WM-Kaders, der vor zwei Jahren in Dresden den WM-Titel holte. Damals hatte sie sich noch nicht träumen lassen, dass sie zwei Jahre später selbst mit einläuft, vorgestellt wird und die Nationalhymne singt.

Das Halbfinale

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Bereits im Halbfinale hat das „Mannschaftsküken“ vom Spielfeldrand mitgefiebert und angefeuert. Nach drei Einsätzen in der Vorrunde vertraute Bundestrainerin Silke Eber im Angriff auf die Erfahrung von Sonja Pfrommer und Stephanie Dannecker, die schon den WM-Titel 2014 nach Deutschland holten. Gegner ist Chile, das absolute Überraschungsteam der Weltmeisterschaft. Österreich hatten die Südamerikanerinnen in der Vorrunde geschlagen und standen zum ersten Mal in einem WM-Halbfinale. Deutschland war aber eine Nummer zu groß für das junge chilenische Team.

„Wir wussten, dass wir sie auf keinen Fall unterschätzen dürfen“, erklärte Neuefeind. Zwar gab sich Chile kämpferisch und bewies nach 2:7-Rückstand Moral (8:8), dann aber drehte besonders Dannecker im deutschen Angriff auf – 11:8 im ersten und 11:4 im zweiten Satz. Auch der dritte Abschnitt (11:6) war eine klare Angelegenheit für Deutschland. Mit seinem 3:0-Sieg (11:8, 11:4, 11:6) stand Deutschland wieder im Finale. „Wir haben unsere Sache echt gut gemacht, waren zu jeder Zeit hochkonzentriert“, analysierte Pia Neuefeind.

Das Finale

Das Endspiel gegen Brasilien war nichts für schwache Nerven. Im Hexenkessel von Curitiba präsentierten sich die beiden Finalisten in Bestform. Packende Ballwechsel bestimmten das gesamte Spiel. Brasilien, angepeitscht von den begeisterten Fans, startete furios in die Partie (11:6). Deutschland blieb derweil gelassen. Sonja Pfrommer holte fast im Alleingang den Satzausgleich (11:4).

Ein absoluter Krimi war der dritte Durchgang. Die deutsche Abwehr um Theresa Schröder und Annika Bösch war bei immer nasser werdendem Boden unsicher. Brasilien ging beim Stand von 14:14 wieder in Satzführung. „Brasilien ist echt großartig gestartet. Ich dachte bei einigen Bällen, das sind 100-prozentige Punkte, aber irgendwie haben sie doch noch einen Arm drunter bekommen“, zeigte sich Pia Neuefeind beeindruckt.

Silke Eber stellt die Formation, wie in der Vorrunde, ins V-System um. Es bewährte sich auch diesmal. Brasilien fand danach weniger Lücken in der deutschen Abwehr. Den vorentscheidenden Satz zum 2:2-Ausgleich holte sich der Titelverteidiger knapp, dann war die Gegenwehr der Seleção gebrochen. Mit 11:5 ging Deutschland erstmals in Satzführung und machte wenig später den WM-Titel perfekt.

„Die Atmosphäre war der Wahnsinn. Ich habe am Abend zuvor noch gesagt, dass wir 4:2 gewinnen. Dass das wirklich so geklappt hat, ist gigantisch“, jubelte Neuefeind, ehe sie gemeinsam mit ihrer Weltmeistermannschaft in eine rauschende Partynacht mit allen anderen Teams startete.

Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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