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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Fernsehturm in einer Stunde 40 Meter kürzer

10.05.2017

Steinkimmen 11.35 Uhr ist es und der Hubschrauber noch keine halbe Stunde in der Luft, als Klaus Schneider kurz und trocken feststellt: „Jetzt ist er kleiner als der neue!“ Mit „er“ meint der Teamleiter des NDR-Senders Steinkimmen den alten Fernsehturm, bis zum Dienstagmorgen noch 305 Meter hoch, am Mittag aber schon 40 Meter kürzer – und damit kleiner als der neben ihm errichtete 285 Meter hohe Gittermast, der jetzt die Programme ausstrahlt. Der alte Sender geht nach mehr als 60 Jahren in den Ruhestand. Und Ruhestand heißt in seinem Fall: Rückbau.

Für Sven Victor ist das Routine: Der Richtmeister der Berliner Spezialfirma Turmbau Steffens & Nölle (tsn) hat schon in aller Welt unzählige Sendetürme auf- und auch abgebaut. Ruhig steht er auf einer Wiese neben dem Sendergelände und beobachtet, wie sich der Hubschrauber der Turmspitze nähert. Ganz oben steht einer seiner Mitarbeiter und befestigt den Haken an der grauen DAB-Antenne, die als erstes Teil samt Gerüst abgetragen wird. Am Seil des Helikopters schwebt sie nach unten zur Wiese, wo Sven Victor steht.

Keine fünf Minuten später schwebt der Hubschrauber wieder über der Mastspitze: Jetzt wird die Kappe mit dem Schwingungstilger eingehakt und nach unten transportiert. Danach sind die jeweils 5,5 Meter hohen Segmente der Glasfaserantenne an der Reihe. Die Antenne selbst ist längst ausgebaut, nur noch die Hülle wird jetzt Stück für Stück abgenommen – jedes Teil wiegt knapp eine Tonne.

Jeweils 36 Schrauben verbinden ein Mast-Segment mit dem darunter. „Die Hälfte haben wir schon vorher rausgenommen“, erklärt Sven Victor. „Heute Morgen wurde die Anzahl noch mal halbiert.“ Als der Hubschrauber kommt, sind es bei jedem Segment nur noch drei Schrauben, die es am Rest des Mastes halten. Diese werden in aller Eile von Victors Mitarbeitern gelöst, sobald das Segment am Hubschrauber-Seil gesichert ist.

Nur knapp eine Stunde brauchen das tsn-Team und Hubschrauber-Pilot Florian Kirschbaum, um die obersten 40 Meter des Fernsehturms abzutragen. Weiter geht’s mit dem Rückbau im Juni. Bis dahin wird ein 32 Meter langer Kran, ein sogenannter Stockbaum, am Turm hochgezogen, der dann mit jedem Stück, das mit Schweißbrennern abgetrennt wird, weiter nach unten rückt. Im August will tsn mit den Arbeiten fertig sein. Stehen bleibt ein sechs Meter hoher „Stummel“, der an das einstmals höchste Bauwerk Deutschlands erinnert.


Mehr Bilder unter   www.nwzonline.de/fotos-landkreis 
Video unter   www.nwzonline.de/videos/oldenburg-kreis 
Video

Hergen Schelling
Agentur Schelling (Leitung)
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2741

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