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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Blöde Sprüche gibt’s immer noch

14.06.2019

Ganderkesee 75 000 Euro – über diese Prämie darf sich jede DFB-Spielerin beim WM-Sieg freuen. Eine stolze Summe. Dennoch: Die DFB-Männer hätten 2018 jeweils 350 000 Euro mit nach Hause genommen, wären sie Weltmeister geworden – knapp das Fünffache. Die WM der Frauen in Frankreich macht große Unterschiede deutlich: Frauenfußball wird in der Öffentlichkeit kaum wahrgenommen. Weder fahren Autos mit kleinen Fähnchen durch die Straßen, noch wird irgendwo Public Viewing beworben.

Einfluss von Heim-WM

„Gerade zur Zeit der Frauenfußball-WM in Deutschland war ein deutlicher Boom zu erkennen, danach hat das Ganze aber stark abgenommen“, sagt Robin Ramke, Trainer der Fußballerinnen des TSV Ganderkesee. Derzeit sei die Zahl der Spielerinnen im Verein aber stabil. Er betont, dass der Verein in der Breite sehr gut aufgestellt sei, in der Spitze könne man dagegen noch nicht mit den Mannschaften aus der Umgebung mithalten.

Der 25-Jährige zeigt sich erfreut, dass die Spiele der Frauennationalmannschaft mittlerweile im Fernsehen und online zu sehen sind: „Ich habe fast alle Spiele gesehen, auch von Nationen, die ich gar nicht auf dem Schirm hatte.“ Dennoch sei natürlich noch ein riesiger Abstand zwischen der medialen Präsenz der Männer und der der Frauen zu erkennen. „Manchmal wundert es mich schon, wenn ich in der Zeitung über die 2. Kreisklasse der Männer lese, aber nichts über uns.“

Strukturelle Schwächen

In Sachen Physis und Geschwindigkeit seien die Frauen nicht so stark wie die Männer, in technischen Belangen seien jedoch kaum Unterschiede festzustellen. „Frauenfußball ist viel freier von festgefahrenen Strukturen und die Spielerinnen verbessern sich sehr schnell, das ist wirklich erstaunlich.“

Im Vergleich zu den Männern bilanziert der TSV-Trainer: „Alles in allem hat die Struktur im Herrenbereich einen meilenweiten Vorsprung.“ Ein Beispiel für die schwierigeren Umstände nennt Ramke auch: „Wir spielen mit Cloppenburg und Vechta in einer Klasse, das sind ganz schön lange Strecken.“ Im Vergleich zum Herrenbereich seien die Unterschiede noch sehr deutlich.

Selbst Ramke als Trainer muss ab und zu Sprüche von Männern ertragen. Das gehe aber an ihm vorbei, sagte er, unter anderem, weil er bei den Damen eine bessere Trainingsbeteiligung feststelle. Trotz mancher Hürden mangele es aber nicht an Sponsoren, freut sich Ramke. Ebenso sei der nötige Rückhalt seitens des Vereins voll gegeben.

Auch Katharina Ide, Spielerin beim TSV, stößt nicht nur auf positive Rückmeldungen. Die junge Fußballerin muss sich gelegentlich noch blöde Sprüche anhören, von denen sie sich jedoch nicht beeindrucken lässt: „Ich habe sehr viel Spaß am Fußball und mir ist das schnuppe, was die anderen denken.“

Gemischte Mannschaft

Die 21-jährige Ide ist schon lange Zeit am Ball. Vor elf Jahren fing sie an, mit Jungs auf dem Schulhof Fußball zu spielen. Als sie sich dann beim TSV anmeldete, trainierte sie wenige Male bei der Damenmannschaft mit. Aufgrund des Altersunterschiedes und des Verletzungsrisikos wurde sie aber in die Jugendmannschaft der Jungen versetzt. Benachteiligt wurde sie da nicht. „Ich hab auf jeden Fall meine Einsatzzeiten bekommen“, sagt sie. Vier Jahre später wurden die Mädchenmannschaften gegründet, in die sie dann wechselte.

Von einer Frau muss Katharina nicht zwangsläufig trainiert werden: „Hauptsache die Trainer behandeln uns dann nicht anders, wenn wir Fußball spielen.“ Zur ungleichen Aufmerksamkeit, die den Damen und den Männern zukommt, sagt sie: „Natürlich ist das schade, aber was soll man machen? Man kann da gefühlt nichts dagegen unternehmen.“

Auch sie als Spielerin bekommt weniger vom Frauen- als vom Männerfußball mit. Zwar verfolge sie aktuell die Weltmeisterschaft der Frauen, deren Bundesliga jedoch nicht. Daher ist mit Lionel Messi ihr fußballerisches Vorbild auch männlich.

Sind wieder am Ball

Die Spielgemeinschaft der Kickers Ganderkesee und des TV Falkenburg hat in der vorigen Saison nicht am Spielbetrieb teilgenommen. „Die SG mit dem TV Falkenburg haben wir wegen der weiten Fahrstrecken aufgelöst“, sagte Tim Kirchhoff, Vorsitzender der Kickers Ganderkesee. Die Spielgemeinschaft wurde mit den Mannschaften aus dem Kreis Cloppenburg und Vechta in eine Staffel gelegt. Dadurch waren sämtliche Gegner im Südkreis – eine zu große Distanz. Vor allem für Spielerinnen, die im Einzelhandel und daher am Wochenende arbeiten, seien die weiten Strecken eine Belastung.

In der nächsten Saison startet die Spielgemeinschaft einen neuen Versuch. Marten Meyerholz, Vorsitzender des TV Falkenburg, ergänzt: „Die Fahrtwege der kommenden Saison sind in einem erträglichen Rahmen.“ Die Verantwortlichen der SG sind optimistisch, doch werde jederzeit Verstärkung gesucht: „Es ist eng, aber wir wollen es auf jeden Fall probieren.“ Die wieder angemeldete Damenmannschaft der SG wird von Alke Hegeler trainiert.

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