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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Freileitung verhindert geplante Wohnbebauung am Schlutterweg

09.01.2019

Ganderkesee Was wird aus der Tennisanlage am Schlutterweg in Ganderkesee? Diese Frage stellt sich weiter, nachdem der Verkauf des rund zwei Hektar großen Geländes noch immer nicht in trockenen Tüchern ist. Im vergangenen Herbst hatte Eigentümer Carsten Weyhausen auf Nachfrage zwar die Einigung mit einem neuen Eigentümer bestätigt – aber „es gibt da ein paar Schwierigkeiten“, sagte Weyhausen am Dienstag.

Worin diese bestehen könnten, wurde auf Nachfrage im Rathaus klarer: Eine Wohnbebauung, die das Grundstück am Schlutterweg für Investoren besonders interessant machen würde, ist dort gar nicht zulässig. Das sei erst in den Gesprächen mit dem Interessenten im Herbst vergangenen Jahres deutlich geworden, sagte Peter Meyer, Leiter des Fachbereichs Gemeindeentwicklung.

Verantwortlich dafür, dass dort nicht gebaut werden kann, ist zu einem gewissen Teil die Gemeinde selbst: Gemeinsam mit anderen betroffenen Kommunen hatte sie bei der Planung der Stromtrasse Ganderkesee-St. Hülfe darauf gedrungen, dass beim Bau einer Freileitung genügend Abstand zur Wohnbebauung eingehalten wird – und die Forderungen fanden Gehör: Im Landesraumordnungsprogramm wurde festgelegt, dass eine Freileitung von ausgewiesenen Wohngebieten mindestens 400 Meter entfernt stehen muss.

Abstand zu gering

Das bedeutet im Umkehrschluss, dass neue Wohngebiete nicht näher als 400 Meter an einer bestehenden Freileitung entstehen können. Auch nicht an der Freileitung, die vom Ganderkeseer Umspannwerk am Schlutterweg aus nach Norden führt: „In deren 400-Meter-Radius liegt die Tennisanlage mittendrin“, weiß Peter Meyer.

Gelände übergeben

Das macht eine Bebauung mit Wohnhäusern am Schlutterweg unmöglich. Carsten Weyhausen bleibt dennoch optimistisch, dass es zu einem Verkauf des ansonsten sehr attraktiv gelegenen Grundstücks kommt. Solange die Sache in der Schwebe ist, könne auf der Anlage weiter Tennis gespielt werden, sagte er. Nur nicht mehr unter Verantwortung des Ganderkeseer Tennisvereins (GTV): Diesem hatte Weyhausen wegen ausgebliebener Pachtzahlungen in sechsstelliger Höhe zum Jahresende 2018 gekündigt. „Der Verein hat die Halle und das Gelände am 31. Dezember übergeben“, bestätigte er.

Dass bis zum Frühjahr noch die Tennishalle genutzt werden kann, war den verbliebenen Tennisspielern bereits im vergangenen Herbst zugesichert worden. Nun gibt es möglicherweise eine Perspektive darüber hinaus: Als „Übergangslösung“, so Weyhausen, könnten die Außenplätze noch bespielt werden. Als Ansprechpartner für Interessierte steht der langjährige GTV-Trainer Georg Saghmeister zur Verfügung.

Viele im GTV aktive Tennissportler haben sich inzwischen allerdings anderen Vereinen angeschlossen. Und den Ganderkeseer Tennisverein gibt es juristisch gar nicht mehr. Der GTV hatte beim Amtsgericht Delmenhorst einen Insolvenzantrag gestellt – auch um möglichen Forderungen des Verpächters zu entgehen. Das Gericht wies den Antrag Anfang Dezember ab mit der Begründung, ein Insolvenzverfahren sei mangels Masse nicht möglich. Und zwingende rechtliche Folge eines solchen Beschlusses ist nach Angaben von Gerichtssprecher Thomas Pünjer die Auflösung des Vereins.

Aus der Traum

Ralf Kotzott, letzter Vorsitzender in der 47-jährigen Geschichte des GTV, bestätigt das: „Der Verein ist tot!“ Die jüngste Entwicklung am Schlutterweg indes irritiert ihn: Wenn von Anfang an klar gewesen wäre, dass eine Wohnbebauung dort nicht möglich ist, so Kotzott, hätten Verein, Gemeinde und Eigentümer möglicherweise andere Lösungen finden können als jetzt geschehen. Kotzott hätte sich zum Beispiel eine attraktive multifunktionale Sportanlage vorstellen können, auf der neben Tennis noch andere Angebote wie Beachvolleyball, Outdoor-Soccer oder Skaten möglich wären. „Aber das“, winkt er resigniert ab, „hat sich jetzt alles erledigt.“

Hergen Schelling Agentur Schelling (Leitung) / Redaktion Ganderkesee
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