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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Nach 40 Jahren runter vom Abstellgleis

02.11.2018

Harpstedt /ld Sie transportierte Munition für die Wehrmacht, wurde schwer beschädigt, war Denkmal, auch Spielplatz. – Die Lok 222 der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahnfreunde (DHEF), eine Rangierlok vom Typ Kö II, hat eine wechselvolle Geschichte. Jetzt ist sicher, dass sie auch eine Zukunft hat: Die zur Inbetriebnahme vorgeschriebene Abnahmefahrt zwischen Harpstedt und Groß Macken-stedt war erfolgreich – und damit darf die Rangierlok nach fast 40 Jahren Zwangspause ab sofort wieder auf die Strecke.

Die Lok wurde 1935 gebaut und dann im Dienste der Munitionsanstalt (Muna) der Wehrmacht in Dünsen für Munitionstransporte genutzt. Dabei war sie wohl gelegentlich auch auf den Gleisen der Delmenhorst-Harpstedter Eisenbahn (DHE) unterwegs, so DHEF-Pressesprecher Joachim Kothe.

Nachdem sie kurz vor Kriegsende noch eine Sprengung schwer beschädigt „überlebt“ hatte, ging sie nach erfolgreicher Reparatur erst zur Ankum-Bersenbrücker Eisenbahn und war dann bei der Firma Rethe-Speicher in Hamburg im Einsatz, bis sie 1979 aufs Abstellgleis geschoben wurde.

„Als Denkmal- und Spielplatzlok ging sie später an den Fußballklub Hamburg-Wilhelmsburg, wo wir sie zufällig entdeckten und 1994 in einem Tauschgeschäft erwerben konnten“, berichtet der stellvertretende Vereinsvorsitzende Torben Kluwe.

Nun war sie zwar wieder in ihrer Heimat, aber erst 2007 gab es mit Hilfe der Delmenhorster Beschäftigungsfirma „Neue Arbeit gGmbH“ einen ersten Anlauf zur – zunächst äußerlichen – Aufarbeitung. 2009 kam sie als glänzendes, aber motor- und getriebeloses Denkmal zurück nach Harpstedt.

In den folgenden Jahren intensivierte sich bei den Eisenbahnfreunden der Wunsch, aus dem Schauobjekt wieder eine einsatzbereite Rangierlok zu machen. „Der entscheidende Anstoß, die Lok betriebsfähig aufzuarbeiten, war der eher zufällige Erwerb eines Ersatzteilspenders mit passendem Getriebe“, erklärt Kluwe.

Zwischen 2013 und Herbst 2018 gab es dann viel zu tun für die ausschließlich ehrenamtlich in der Werkstatt tätigen Vereinsmitglieder der DHEF: Ein passender Motor musste gefunden und das Getriebe eingebaut werden. Immer wieder traten unerwartete Probleme bei der Reaktivierung des alten Fahrzeugs auf - und wurden gelöst. Dazu kamen Zwangspausen im Arbeitsablauf, da oft Wichtigeres zu erledigen war, wie beispielsweise die Hauptuntersuchungen von Personenwagen oder die Reparatur der Dampflok 2.

Nun aber ist die historische Lokomotive wieder einsatzbereit. Sie soll in Zukunft die Diesellok 7 des Vereins entlasten, für deren Motor im Ernstfall kaum noch Ersatzteile zu bekommen sind.

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