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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Schiedsrichter lobt tolle Fair-Play-Geste in der Kreisliga

12.09.2017

Harpstedt Diese vorbildliche Fair-Play-Aktion wirkt auch noch einen Tag später nach. „Es gibt sicherlich Teams, die in dieser Situation anders reagiert hätten. Hut ab vor dem Harpstedter TB“, sagte Thore Güldner. Als Schiedsrichter leitete der 21-Jährige am Sonntagnachmittag das Fußball-Kreisligaspiel des HTB gegen den FC Huntlosen.

Was war passiert? Harpstedt hatte in der Nachspielzeit gerade den Anschlusstreffer zum 1:2 erzielt und drückte auf den Ausgleich. Wenig später verletzte sich FC-Spieler Tareg Sato. Um eine Behandlung zu ermöglichen, schoss ein Mitspieler den Ball ins Seitenaus. Es ging weiter mit Einwurf für den HTB, der den Ball weit nach vorne warf, um ihn damit fairerweise dem Gegner zurückzugeben. Doch diese Situation hatte Harpstedts Matthias Ellermann scheinbar missverstanden – und schoss das 2:2.

Kommentar von Michael Hiller

Respekt statt Remis

Im Fußball geht es um Tore und Punkte. Jeder möchte gewinnen und geht dafür manchmal auch über die Fair-Play-Grenzen hinaus. Der Harpstedter TB hat mit seiner Geste jedoch bewiesen, dass auch auf dem Fußballplatz die moralischen Werte noch groß geschrieben werden. Sie ermöglichten Huntlosen den Siegtreffer und nahmen die eigene Niederlage in Kauf. Damit verdienten sich die Harpstedter statt des Remis nun jede Menge Respekt – und das ist viel wertvoller.

„Im ersten Moment habe ich gedacht, dass mir dieses gute Spiel jetzt aus der Hand gleiten könnte“, meinte Güldner, der sich nach dem Ausgleich sofort den Protesten der Gäste gegenübersah. „Regeltechnisch konnte ich aber nichts machen und musste das Tor geben“, erklärte der Referee. Was anschließend passierte, bezeichnete der Unparteiische als „großartige Geste“, die er im Fußball so noch nicht erlebt hatte. Die Nachspielzeit war in diesem Moment abgelaufen, doch der Kapitän des HTB sowie die gesamte Mannschaft signalisierten, dass der Schiedsrichter für eine Aktion noch einmal anpfeifen solle. „Ich habe mich dafür nach der Partie bei den Harpstedtern auch noch einmal bedankt“, so Güldner.

Denn als faire und sportliche Geste ließen die Platzherren beim anschließenden Anstoß den FC Huntlosen – ohne selbst aktiv einzugreifen – durchmarschieren, so dass Malte Bolling das Tor zum 2:3-Endstand erzielte. „Dies ist bei dem Spielstand bestimmt nicht selbstverständlich und deshalb als besonders fair zu bewerten“, lobte Thomas Luthardt, Vorsitzender des Kreisspielausschusses, das Verhalten der Harpstedter.

Für HTB-Trainer Jörg Peuker indes war es selbstverständlich, genauso zu reagieren, wie es seine Spieler gemacht haben. „Da gab es gar keine zwei Meinungen, und wir haben sofort signalisiert, dass wir Huntlosen auf diese Art zum Tor kommen lassen“, erklärte Peuker – auch wenn seine Elf somit endgültig die erste Saisonniederlage in Kauf nahm. „Sicherlich hätten wir gerne einen Punkt geholt – aber bestimmt nicht so“, betonte der HTB-Coach.

„Ein solches Ende hätte auch nicht zu dem fairen Spiel gepasst“, sagte Güldner. Er ist seit sechs Jahren als Schiedsrichter aktiv, pfeift seit 2013 in der Kreisliga und seit 2014 in der Bezirksliga. „Das Pfeifen macht mir Spaß“, erklärte der 21-Jährige. Oft genug habe er auch schon vergleichbare Szenen erlebt, bei denen nicht so fair reagiert wurde. „Dann ist aber kein Tor gefallen“, berichtete der Schiedsrichter. Generell stelle er fest, dass der Fußball nicht unsportlicher geworden sei, aber das Gewaltpotenzial höher. „Das macht schon nachdenklich.“

Gedanken gemacht hat sich auch der Spielausschusschef des Fußballkreises – und meldete die Geste der Harpstedter Mannschaft für die Aktion des DFB „Fair ist mehr“. In dieser könnte der HTB dann außer der verdienten Anerkennung, die er nun öffentlich erfährt, auch noch einen Preis gewinnen.

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