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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Nichts für Flachlandtiroler

20.07.2018

Hundsmühlen Längst hat das Klettern als Hobby auch in Norddeutschland seine Fans. Wer nicht jedes Wochenende in den Harz – geschweige denn in die Alpen – fahren möchte, findet in den Kletterzentren der Region eine hervorragende Klettermöglichkeit. Aber wie funktioniert das Bergsteigen im Flachland?

Gemeinsam mit NWZ-Praktikant Ole Pruschitzki mache ich mich auf den Weg ins Kletterzentrum „Up“ in Hundsmühlen. Denn Ole ist – im Gegensatz zu mir – schwindelfrei und wird daher den Selbstversuch wagen. Der 15-jährige Schüler des Dietrich-Bonhoeffer-Gymnasiums in Ahlhorn hat absolut keine Höhenangst. Er bewegt sich total souverän an der Kletterwand. Seine Erfahrungen schildert er in diesem NWZ-Bericht (gefettete, kursive Schrift).

Der Weg nach oben

Ole: Der Achterknoten sitzt fest am Klettergurt, die beiden Kommandos – „Zu“, wenn ich am Ziel angekommen bin, und „Ab“ als Signal, dass ich bereit bin zum Abseilen – sind eingeprägt, und an die Kletterschuhe haben sich die Füße auch schon gewöhnt. „Probiere mal die hier.“ Lena van Zwieten deutet auf eine farbig gekennzeichnete Strecke an der Kletterwand. Die erste Klettertour ist nicht allzu anspruchsvoll, aber es ist trotzdem ein schönes Gefühl, sich seinen Weg nach oben zu erarbeiten.

Das Wichtigste auf einen Blick

Das Kletterzentrum „Up“, Diedrich-Dannemann-Straße 87, ist montags bis freitags von 12 bis 22 Uhr geöffnet, samstags bereits ab 11 Uhr, sonntags von 11 bis 21 Uhr.

Kindergeburtstage können hier auch gefeiert werden. Zudem werden Schnupperkurse für Kinder und für Erwachsene angeboten.

Noch bis zum 4. August läuft die Aktion „Durchgedreht“. Bei der Kletter- und Boulder-Glücksradaktion können die Teilnehmer Preise rund ums Klettern gewinnen. Je nachdem, wie viele Routen „erklettert“ worden sind, darf das Glücksrad gedreht werden.

www.kletterzentrum-ol.de

Lena van Zwieten ist Mitarbeiterin im „Up“ und selbst passionierte Bergsteigerin. Sie hat in München Sport mit Schwerpunkt Klettern studiert, ist also echter Profi. Entsprechend hat sie auch gute Tipps parat, etwa den, zu klettern wie ein Frosch hockt: „Mach die Arme lang und halte die Beine gebeugt. So kannst du dich mit den Beinen abdrücken und brauchst nicht so viel Kraft in den Armen.“ Die Kletterschuhe, erklärt sie, seien keine Pflichtausrüstung, aber sinnvoll: „Sie sitzen enger am Fuß und haben eine dünnere, biegsamere Sohle als Turnschuhe.“ Um in der Wand nach oben zu kommen, brauche man vor allem eines: Körperspannung. Das gilt ganz besonders für die überhängenden Wände, die sich anders überhaupt nicht bezwingen ließen.

Acht Meter wieder runter

Oben angekommen rufe ich wie verabredet „Zu“, die Bestätigung von unten folgt kurze Zeit später. Nach dem Kommando „Ab“ trete ich nun meine Reise Richtung Hallenboden wieder an. Ein wenig überrascht stelle ich fest, wie hoch ich geklettert bin. Während des Kletterns war mir gar nicht in den Sinn gekommen, mich umzudrehen oder runterzugucken. Ich hatte mich nur darauf konzentriert, wo sich die nächste Haltemöglichkeit befindet. Zum Glück aber bin ich schwindelfrei und kann die knapp acht Meter bis zum Hallenboden dank Sicherung problemlos an der Wand hinunterlaufen.

„Wir suchen dir mal was mit Überhang“, schlägt Lena vor. Auch bei der zweiten Strecke läuft dank ihrer Hilfe alles glatt, meine Finger und Arme allerdings spüren einen deutlichen Unterschied zur Anfangsstrecke. Denn es ist nicht so einfach, sein eigenes Körpergewicht ausschließlich mit den Armen zu halten – wenn auch nur für kurze Zeit.

Ein wenig außer Atem geht es jetzt weiter zum so genannten „Bouldern“. Beim Bouldern klettert man ungesichert. Diese Wände sind mit rund vier Metern nur etwa halb so hoch wie die Wände für das gesicherte Klettern, außerdem liegen rund um die Boulderanlage Weichbodenmatten aus. Nach einer kurzen Einweisung in die Regeln und in den Schwierigkeitsfarbcode der Strecken geht es auch schon los. Das Klettergefühl beim Bouldern ist ein anderes als an der „Toprope“ – klar, man hat ja auch kein Sicherungsseil. Allerdings fühle ich mich auch hierbei zu keinem Zeitpunkt unsicher, denn die Konzentration liegt auf der Strecke über mir. Nur das Abspringen am Ende der Route fordert ein wenig Überwindung. Aber der Boden ist weicher als er aussieht.

Sowohl Familien als auch Kletterer, die sich für Urlaube in den Alpen fit machen möchten, finden ihre persönliche Herausforderung im Kletterzentrum, sagt Lena van Zwieten. „Deshalb bieten wir sowohl Aktionen wie Familienspecials, Klettern für Firmenteams oder Kindergeburtstage an, aber auch individuelle Stunden für Einzelpersonen.“

Meine Höhenangst ist für sie kein Problem: „Du guckst ja nicht nach unten, sondern in die Wand“, sagt sie. „Probier es einfach mal in einer Schnupperstunde mit Trainer aus.“ Klingt verlockend – und Ole hat mich mit seiner Begeisterung auch angesteckt.

Anke Brockmeyer Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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