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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Imke Schröder macht „das Spiel ihres Lebens“

02.09.2019

Kellinghusen /Ahlhorn Das Gekreische im Ahlhorner Fanblock war fast schon ohrenbetäubend, der Jubel auf dem Spielfeld ebenso grenzenlos. Ein paar Minuten später waren die ersten Humpen mit goldener Siegerbrause angereicht. Und auch mit ihrer Gesangseinlage boten die Faustballerinnen des Ahlhorner SV eine nahezu meisterhafte Leistung dar. „Wir feiern heut’ ne Fete – der Deutsche Meister kommt von der Lethe“, war in Endlosschleife zu hören. Mittendrin statt nur dabei: Mannschaftsführerin Imke Schröder, die kaum zu bremsen war und die Hymne immer wieder anstimmte.

Diese Partysause, die sicherlich noch länger andauerte, hatten sich die Ahlhornerinnen aber auch mehr als verdient. Mit ihrem Titelgewinn bei der Deutschen Meisterschaft in Kellinghusen hatten sie die wohl größte Überraschung der Feldsaison geschafft. „Damit hatte ich vor dem Wochenende ehrlich gesagt nicht gerechnet“, gestand Trainerin Edda Meiners, nachdem ihre Mannschaft das Endspiel gegen den ewigen Widersacher TV Jahn Schneverdingen nach einem überragenden Auftritt souverän mit 3:1 (11:6, 12:10, 5:11, 11:3) gewonnen hatte.

Dabei hätte dieses Endspiel beinahe ohne Ahlhorn stattgefunden. Der ASV, der sich sowieso erst auf den letzten Drücker für die DM qualifiziert hatte, stand sowohl im Qualifikationsspiel als auch im Halbfinale ganz dicht vor dem Aus. Im Auftaktspiel des Turniers trafen die Ahlhornerinnen am Samstagmorgen zunächst auf den DM-Neuling TV Segnitz. Es bedurfte eines wahren Kraftaktes, ehe der 3:2-Erfolg in trockenen Tüchern war (11:8, 5:11, 11:8, 8:11, 11:8). Zweimal hatte der TV Segnitz nach Sätzen ausgleichen können. Im fünften Durchgang machte Ahlhorn aus einem 1:3-Rückstand eine 4:3-Führung und brachte diese mit seiner ganzen Erfahrung über 6:4 und 10:7 ins Ziel.

Noch dramatischer wurde es im Halbfinale gegen den amtierenden deutschen Hallenmeister TSV Calw. Auch diese Partie wurde zum Marathon-Match, erneut mit dem besseren Ausgang für den ASV, der seinerseits zweimal einen Satzrückstand ausglich und 3:2 gewann (7:11, 11:8, 7:11, 11:9, 14:12). „Unsere Siege sind meist Arbeitssiege. Für uns ist es, so kommt es mir vor, über fünf Sätze einfacher als anders“, kommentierte Zuspielerin Janna Köhrmann den knappen ASV-Erfolg.

Im Finale trafen die Ahlhornerinnen dann am Sonntagmittag auf den TV Jahn Schneverdingen. „Wir hatten in dieser Saison in der Liga und beim Europacup nur knapp gegen Schneverdingen verloren und wussten, dass wir sie auf keinen Fall ins Spiel kommen lassen durften“, meinte Edda Meiners, die ihrem Team klare Vorgaben mit auf den Weg gab: „Wir haben taktisch gespielt, Aniko Müller aus dem Spiel genommen und sind dann aus dem Rückschlag gekommen“, so die ASV-Trainerin.

Ihr Plan ging zunächst auf, Ahlhorn gewann die ersten beiden Sätze. Nach einigen Wechseln von Jahn-Trainerin Tine Seitz kam Schneverdingen zwar noch zum Anschluss, doch danach drehten die Blau-Weißen richtig auf, führten im vierten Satz schnell mit 7:1 und 9:1. Imke Schröder holte mit einem Schussball reichlich Matchbälle. Der erste bereits entschied dann das Finale in bemerkenswerter Weise: Sportlich fair gab Jahn-Zuspielerin Hinrike Seitz einen eigenen Fehler zu. Der Rest war Jubel pur aufseiten des Ahlhorner SV, der damit nach zuvor drei verlorenen DM-Endspielen in Folge – unter anderem gegen Schneverdingen in den Jahren 2017 und 2016 – wieder auf den Thron stieg.

Ein Sonderlob der Trainerin gab es nach dem DM-Finale für ihre Mannschaftsführerin. „Imke hat das Spiel ihres Lebens gemacht“, schwärmte Meiners. „Taktisch war es von ihr einfach großartig, dazu hat sie sensationelle Bälle gesetzt.“ Letztendlich, so die Ahlhornerin, sei aber die mannschaftliche Geschlossenheit ausschlaggebend gewesen. „Alle haben das als Team super gemacht!“

Schröder selbst konnte es kurz nach dem Titelgewinn kaum glauben: „Wir haben eigentlich nur gehofft, dass wir am Sonntag nochmal spielen dürfen. Und dann werden wir tatsächlich Deutscher Meister – ich kann es echt gar nicht glauben“, sagte die Angreiferin sichtlich gerührt im Interview. Doch glücklicherweise hatte sie ihre Stimme für die folgenden Gesangseinlagen auch ganz schnell wiedergefunden...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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Sönke Spille Volontär, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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