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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Brettorf ist rechtzeitig wieder obenauf

12.03.2018

Mannheim /Brettorf /Ahlhorn Jubelnd rissen die Faustballer des TV Brettorf die Arme in die Höhe, rannten aufeinander zu und begruben Spielertrainer Tim Lemke mit ihren Körpern unter sich. Auf der anderen Seite bot sich ein komplett gegenteiliges Bild. Zusammengesunken auf den Boden, mit hängenden Köpfen und Schultern waren Tim Albrecht & Co. beim Ahlhorner SV wenige Sekunden nach dem verlorenen Dorfduell um Platz drei bei der DM jeder auf sich alleine gestellt.

„Und jährlich grüßt das Murmeltier“, könnte man in Anlehnung an die Filmkomödie mit Bill Murray nach der 1:3 (7:11, 12:10, 4:11, 8:11)-Niederlage der Ahlhorner im „kleinen Finale“ der Deutschen Meisterschaft denken. Während sich die Brettorfer am Ende des Tages zum vierten Mal hintereinander die Bronzemedaille um den Hals hängen durften, schaute das ASV-Team zum fünften Mal in Serie in die Röhre.

Stimmen zur DM

Tim Lemke, Spielertrainer TV Brettorf: „Für meinen Nachfolger habe ich einen Geheimtipp, wie es mit einer Medaille klappt: Wir haben vor den letzten beiden Meisterschaften in der Bundesliga das letzte Saisonspiel gegen den TK Hannover verloren – und dann Bronze gewonnen.“

Karsten Bilger, Trainer Ahlhorner SV: „Nach dem Weiterkommen sind auch die Erwartungen am Sonntag gestiegen. Natürlich wollten wir eine Medaille holen. Aber auch wenn es am Ende nur Platz vier war, ist es sicher eine schöne Meisterschaft gewesen.“

Hauke Spille, Spieler TV Brettorf: „Wir haben im Spiel um Platz drei noch mal alles gegeben. Es ist immer geil, ein Derby gegen Ahlhorn zu spielen. Und mit unseren Fans im Rücken konnten wir nur gewinnen.“

Ulrich Meiners, Präsident Deutsche Faustball-Liga: „Wer hätte damit gerechnet, dass wir dieses Endergebnis haben würden. Die sechs Mannschaften haben tollen Sport auf Augenhöhe geliefert. Das war eine tolle Werbung für den Faustballsport.“

Malte Hollmann, Spieler TV Brettorf: „Eine Medaille war das Ziel, wir haben alles erreicht. Und mit einem Derbysieg aufzuhören, ist natürlich am schönsten. Im Halbfinale gegen Berlin sind wir überhaupt nicht reingekommen, haben kaum Zugriff aufs Spiel bekommen. Die haben uns richtig auseinander genommen, da ging gar nichts.“

„Direkt nach der Niederlage sind alle natürlich geknickt. Ich glaube, mein Team hätte sich an diesem Wochenende eine Medaille verdient gehabt“, ärgerte sich Ahlhorns Coach Karsten Bilger über die verpasste Gelegenheit. Sonniger war dem scheidenden TVB-Spielertrainer Tim Lemke zumute, nachdem er sich aus dem Haufen seiner Mitspieler herausgewunden hatte: „Wir sind nach der durchwachsenen Rückrunde mit zwei blauen Augen angereist. Und hier war es dann ein gutes Wochenende mit Höhen und Tiefen – mit Bronze ist es jetzt toll abzutreten.“

Dass es soweit kommen würde, war nach der höchst enttäuschenden 0:3 (11:3, 11:3, 11:2)-Halbfinalpleite am Sonntag gegen den späteren Deutschen Meister VfK Berlin nicht abzusehen gewesen. Noch mehr als die Ahlhorner beim 0:3 (11:9, 11:7, 11:3) gegen Ausrichter TV Käfertal verabschiedete sich Brettorf gegen die Hauptstädter sang- und klanglos von den leisen Finalhoffnungen.

„Ich kann mich nur bei den Fans für die Leistung entschuldigen. Der VfK Berlin hätte heute wahrscheinlich auch in Badelatschen gegen uns gewonnen“, sagte Lemke nach der Partie gegen den VfK, in welcher den Brettorfern lediglich acht Punkte gelangen – in der gesamten Spielzeit. „Wir waren viel zu passiv. Wenn man ehrlich ist, hatten wir nach dem Halbfinale auch nicht mehr verdient gehabt“, meinte Lemke. Fassungslos verfolgten die zahlreichen mitgereisten Brettorfer Anhänger unter den 2000 Zuschauern in der Mannheimer GBG-Halle die komplette Demontage ihres Teams.

Doch auch für die Ahlhorner war ihr Halbfinalgegner eine Nummer zu groß. Euphorisiert von der tollen Kulisse beim Heimspiel wuchsen die Käfertaler über sich hinaus und zeigten dem zweiten überraschenden Teilnehmer der Vorschlussrunde klar die Grenzen auf. Lediglich im ersten Durchgang hielt Ahlhorn mit, danach spielten nur noch die Käfertaler.

Nun war klar, dass sich die beiden Nachbardörfer auch bei der DM begegnen würden. „Im Spiel um Platz drei wussten wir natürlich, dass Brettorf alles daran setzen wird zu gewinnen“, meinte ASV-Trainer Bilger. Und so kam es dann auch: Von Beginn an lieferten sich die beiden Angreifer Tobias Kläner (TVB) und Christoph Johannes an der Leine ein packendes Duell. Zwei knappe Ausbälle des Ahlhorners machten den Unterschied beim 7:11 im ersten Satz aus. Einer Achterbahnfahrt glich dann der zweite Abschnitt. Ahlhorn ging mit 4:0 in Führung, Brettorf drehte das Ergebnis zum 6:4, nun war der ASV wieder an der Reihe – 8:7. Beim 10:10 ging es in die Verlängerung, die Entscheidung zum 10:12 fiel, weil Kläner übertrat.

Durchgang drei wurde beim 11:4 zu einer klaren Angelegenheit für die Brettorfer, im Satz danach kam noch einmal Spannung auf. Bis zum 7:7 ging es ausgeglichen zu, ein Ass von Kläner und ein Fehler von Mats Albrecht – und der Brettorf-Block feierte beim 10:8 die ersten beiden Matchbälle. Den entscheidenden Punkt besorgte ASV-Angreifer Johannes mit einem Ausball. Sekunden später konnte sich Tim Lemke nicht mehr vor seinen jubelnden Mitspielern retten.

Arne Jürgens Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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Sönke Spille Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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