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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Jubiläum: Mit individueller Betreuung fit für den Job

01.11.2016

Bookholzberg Wo einst Kriegsversehrte fit für den Arbeitsmarkt gemacht wurden, finden heute Menschen, die ihren Beruf aus gesundheitlichen Gründen nicht mehr ausüben können, eine Perspektive: An diesem Donnerstag feiert das Berufsförderungswerk (BFW) Weser-Ems in Bookholzberg sein 70-jähriges Bestehen. Die Geschäftsführer Jörg Barlsen und Pierre Noster begrüßen zu diesem Anlass unter anderem auch die parlamentarische Staatssekretärin des Bundesministeriums für Arbeit und Soziales, Gabriele Lösekrug-Möller, und Staatssekretär Jörg Röhmann. Anlässlich der Feier wird auch der Neubau eröffnet, in den hat das BFW rund drei Millionen Euro investiert.

Handwerkliche Berufe konnten die Umschüler schon immer erlernen, wie dieses Bild aus den Anfängen zeigt. BILD: BFW
Handwerkliche Berufe konnten die Umschüler schon immer erlernen, wie dieses Bild aus den Anfängen zeigt. BILD: BFW

Wichtige Ereignisse in der Geschichte des Berufsförderungswerkes (BFW)

1946: Übernahme der Stiftung „Stedingsehre“ durch das Niedersächsische Landessozialamt der Landesregierung von kanadischen Besatzungstruppen, Umschulung von 34 Kriegsversehrten, alle Teilnehmer wohnen auf dem Gelände in notdürftig hergerichteten Wohnungen

1950: Umorientierung zu Körperbehinderten

1955: Viele Bookholzberger bauen ihre Häuser um, um Wohnraum für die Umschüler zu schaffen

1960: Bis Mitte der sechziger Jahre entstehen neue Werkstätten im Metall- und Elektrobereich und die ersten Internatsgebäude

1972 Umbenennung in Berufsförderungswerk Bookholzberg

1978 Drei Internatsgebäude entstehen

1980: Umwandlung von einer direkten Landeseinrichtung in eine Stiftung des privaten Rechts, die „Stiftung des Landes Niedersachsen für die berufliche Rehabilitation Behinderter“ mit den beiden Werken Bookholzberg und Bad Pyrmont

1992 Umbenennung in Berufsförderungswerk Weser-Ems

2006 Schließung der Technikerschule aufgrund fehlender Anmeldungen

2007 Zusammenlegung der BFW Weser-Ems und Bad Pyrmont

2017 Zusammenführung mit dem BFW Goslar

Man habe einige Tiefs überstanden, sagt Marketingbeauftragter Hartmut Kostens. Bereits Anfang der fünfziger Jahre begann die erste kritische Phase. Durch das Ausbleiben der Kriegsversehrten drohte die Schließung. Die rettende Idee: Die Einrichtung bot nun Schulungen für Menschen mit Behinderungen an. Je nach Arbeitsmarktlage passte das BFW sein Abgebot an und setzte dabei auch auf Exklusivität, betont Kostens. So bildet das BFW Heilpraktiker aus – das biete kein vergleichbarer Bildungsträger. Auch die seltene Ausbildung zum Arbeitspädagogen gehört seit 1994 zum Programm. Die Absolventen arbeiten häufig als Gruppenleiter in Werkstätten für behinderte Menschen.

Als die Teilnehmerzahl 1996 im Metallbereich sank, reagierte das Berufsförderungswerk mit einer Umorientierung zu Dienstleistungs- und Sozialberufen. Auch neue Berufe aus dem IT-Bereich sowie Kosmetikerinnen wurden aufgenommen. 2007 gab es einen drastischen Anmelderückgang in fast allen Bereichen. Das BFW in Bookholzberg wurde daraufhin mit dem in Bad Pyrmont zusammengelegt. Dieser Schritt sowie die Akquise neuer Geschäftsfelder retteten das BFW in Bookholzberg.

„Wir haben uns von einer Bildungseinrichtung zu einem Vermittler entwickelt“, betont Kostens. Während es früher feste Ausbildungsabläufe gab, die in der Regel 18 bis 24 Monate dauerten, geht das BFW heute individuell auf die Schüler ein. „Wir gucken, was für den Teilnehmer in Frage kommt und was der Arbeitgeber fordert, dann suchen wir die passende Schulung, die oft nur wenige Monate dauert“, erklärt Kostens. Damit regiert das BFW auf den Fachkräftemängel und den demografischen Wandel. Außerdem habe das BFW erkannt, dass viele Menschen ihren Beruf wegen psychischer Probleme nicht mehr ausüben können. Sie bekommen eine umfassendere Betreuung, in die auch Ärzte und Psychologen eingebunden sind. 350 Rehabilitanten zählt das BFW heute, hinzu kommen 120 Mitarbeiter. 80 Prozent können in den Arbeitsmarkt integriert werden.

2017 wollen die Standorte Bookholzberg und Bad Pyrmont mit dem BFW in Goslar fusionieren. „Dann haben wir neun Standorte und können stärker wohnortnahe Schulungen anbieten“, ist Kostens zuversichtlich.

Sonja Klanke Redakteurin, Agentur Schelling / Redaktion Ganderkesee
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