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Fußball: Mit Selbstvertrauen an der Pfeife

04.12.2013

Ganderkesee Schiedsrichter stehen immer zwischen den Fronten und bekommen viel Ärger ab. Das ist nicht immer einfach, und gerade jungen Referees begegnen Trainer, Eltern und Spieler häufig ohne Respekt. Die Erfahrung machen auch Maikel Demir, Johannes Öztürk und Johannes Celik vom SC Rote Teufel Ganderkesee. Die 15- und 16-Jährigen pfeifen Fußballspiele der C- und B-Jugend.

„Mach deine Augen auf“, „Bist du blind?“ oder „Du bist wohl bezahlt worden“ sind die typischen Bemerkungen, die jeder Schiedsrichter kennt. Trainerin Jutta Lobenstein von den Roten Teufeln hat indes beobachtet, dass es weniger die Spieler sind, die die Schiris beleidigen, sondern Trainer und ehrgeizige Eltern. Junge Unparteiische, die am Anfang ihrer Laufbahn stehen, hätten in der Regel immer einige Eltern gegen sich, denen der Erfolg ihres Sprösslings über alles gehe, „sogar über die Fairness“, hat Jutta Lobenstein festgestellt.

Wie man sich trotzdem durchsetzt, wissen Johannes Öztürk, Johannes Celik und Maikel Demir, der nach der Winterpause zu den Teufeln wechselt. Die Ausbildung sei das A und O, sagen die drei und loben Lehrwart Sven Schlickmann, der den jungen Unparteiischen Selbstvertrauen gibt. Dazu gehört auch die Stärke, weghören zu können. „Wer das nicht kann, bleibt nicht lange Schiedsrichter“, sagt Jutta Löbenstein.

Maikel Demir war schon als Linienrichter bei Landesligaspielen im Einsatz, bei denen 400 bis 500 Fans auf der Tribüne sitzen. „Zuschauer blendet ihr aus, heißt der Leitsatz“, weiß Maikel Demir. „Wenn ich manchmal von Zuschauern Sätze höre wie ,Was macht dieser Zehnjährige da an der Linie?’, dann ist das schon hart. Denn ich weiß, dass ich das kann.“

Dass Schiedsrichter immer häufiger respektlos behandelt werden, hat auch Schiedsrichterobmann Harald Theile festgestellt. „Die Spieler nehmen sich immer mehr heraus.“ Er kennt Unparteiische, die Spiele bestimmter Vereine nicht mehr pfeifen wollen.

Ein spezielles Training, wie die jungen Leute mit Anfeindungen umgehen können, gibt es nicht im Schiedsrichteranwärterlehrgang, den der Niedersächsische Fußballverband nun wieder in Wildeshausen und Delmenhorst anbietet. „Diese Erfahrung lässt sich theoretisch kaum vermitteln, das muss man selbst erfahren“, sagt Theile.

Mit Anfeindungen zu leben und sich durchzusetzen, könnten Nachwuchsschiedsrichter lernen, während sie bei Bezirksligaspielen assistierten. „Das stärkt das Selbstvertrauen und Durchsetzungsvermögen der jungen Leute. Davon profitieren sie in allen Bereichen des Lebens“, ist sich Theile sicher.

Er fordert von den Vereinen, mehr in die Schiedsrichterausbildung und -arbeit zu investieren. Derzeit gebe es im Kreis zwar genügend Schiedsrichter, aber in einigen Gegenden sieht es ganz anders aus. Den Lehrgang besuchten in der Regel 20 bis 25 Nachwuchsschiedsrichter.

Maximilian Müller Volontär / NWZ-Redaktion
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