NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Oberliga: Neerstedter behalten die Nerven

07.03.2016

Neerstedt Die Revanche ist geglückt: Handball-Oberligist TV Neerstedt hat am Sonnabend das Landkreisderby gegen die TSG Hatten-Sandkrug mit 28:26 (17:11) für sich entschieden. Allerdings war es ein hartes Stück Arbeit für den Tabellensechsten, der in der zweiten Halbzeit nach einem klaren Sechs-Tore-Vorsprung das Spiel beinahe aus der Hand gegeben hätte.

„Ich habe phasenweise schon an das Hinspiel gedacht“, atmete TVN-Trainer Jörg Rademacher nach dem Abpfiff durch. Im November hatten seine Neerstedter in Sandkrug exakt mit dem gleichen Pausenergebnis vorne gelegen, dann das Heft aber aus der Hand gegeben und am Ende mit 30:33 verloren. „Auch diesmal haben wir uns selbst in die Bredouille gebracht“, sagte Rademacher.

Auf der Gegenseite war den Sandkrugern, die sich unter der Woche von ihrem Trainer Grzegorz Goscinski getrennt hatten, die Enttäuschung über die fünfte Niederlage in Folge zwar anzumerken. Doch das Interims-Gespann Hauke Rickels und Robert Langner fand positive Ansatzpunkte. „Wichtig war, dass wir super gekämpft und nie aufgegeben haben. Die zweite Halbzeit haben wir nach Toren sogar gewonnen. Es war ein tolles Derby und hat Spaß gemacht“, betonte Rickels. Langner agierte nach 16-wöchiger Verletzungspause erstmals wieder auf dem Feld mit. „Ich bin froh, dass der Arm gehalten hat“, meinte der Rückraumspieler, dessen Comeback dennoch vorzeitig endete. Er sah in der 56. Minute die Rote Karte wegen seiner dritten Zeitstrafe – ausgerechnet zu dem Zeitpunkt, als die Gäste das Spiel komplett zu kippen schienen. Langner selbst hatte zuvor den Ausgleich zum 25:25 geworfen.

Einwilligung und Werberichtlinie

Ja, ich möchte den täglichen NWZonline-Newsletter erhalten. Meine E-Mailadresse wird ausschließlich für den Versand des Newsletters verwendet. Ich kann diese Einwilligung jederzeit widerrufen, indem ich mich vom Newsletter abmelde (Hinweise zur Abmeldung sind in jeder E-Mail enthalten). Nähere Informationen zur Verarbeitung meiner Daten finde ich in der Datenschutzerklärung, die ich zur Kenntnis genommen habe.

Die Neerstedter nutzten die folgende Überzahl und zogen durch zwei Siebenmetertore des sicheren Tim Schulenberg wieder auf 27:25 davon (57.). Dass dieser Spielstand bis in die Schlussminute hielt, lag zum einen an den Torhütern Tristan Depenbrock (TVN) und Hendrik Bruns (TSG), zum anderen aber auch an der katastrophalen Wurfschwäche beider Angriffsreihen. Die Gäste ließen gleich drei 100-prozentige Chancen aus. Erst 45 Sekunden vor dem Ende netzte Jürgen Erdmann nach schönem Spielzug über den Kreis zum 27:26 ein. Doch den letzten Angriff spielte Neerstedt clever zu Ende und ließ sich dreimal von der Abwehr festmachen, ehe Björn Wolken aus der zweiten Reihe abzog und das entscheidende 28:26 warf.

„Der Knackpunkt war, dass wir zu viele Bälle verworfen haben“, analysierte Langner. Auch einige Undiszipliniertheiten führte er an. „Wir hätten uns alle mehr zusammenreißen müssen. Aber im Abstiegskampf muss man Zähne zeigen, kämpfen und beißen – das gehört dazu“, so Langner.

Bis zum 7:7 (14.) waren beide Teams auf Augenhöhe, ehe die frühe zweite Zeitstrafe gegen Langner den Gästen einen Knacks versetzte. Es folgten zehn torlose Minuten der TSG, Neerstedt setzte sich auf 12:7 (Marcel Tytus/24.) ab. Die Sandkruger zeigten aber auch schon in dieser Phase eine starke Moral und kämpften sich auf 13:11 (27.) heran. Doch wieder folgten einige einfache Fehler im Angriff, die von der Heimmannschaft konsequent bestraft wurden.

In der zweiten Halbzeit gab es die von Rademacher bereits erwähnte Parallele zum Hinspiel. Die Neerstedter entwickelten im Angriff keine Ideen mehr, die Abwehr agierte phasenweise halbherzig. Die Gäste kämpften sich über 20:17 (40.) und 22:20 (48.) immer näher heran – und hätten bei besserer Angriffseffizienz sogar früher zum Ausgleich kommen können. „Leider haben wir in einigen entscheidenden Situationen nicht den Kopf gehabt“, hielt Langner fest und lieferte damit indirekt auch die Begründung, warum seine TSG den Neerstedtern diesmal den Derbysieg nicht entreißen konnte.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
Rufen Sie mich an:
04431 9988 2710
Meine Themen: Verpassen Sie keine für Sie wichtige Meldung mehr!

So erstellen Sie sich Ihre persönliche Nachrichtenseite:

  1. Registrieren Sie sich auf NWZonline bzw. melden Sie sich an, wenn Sie schon einen Zugang haben.
  2. Unter jedem Artikel finden Sie ausgewählte Themen, denen Sie folgen können.
  3. Per Klick aktivieren Sie ein Thema, die Auswahl färbt sich blau. Sie können es jederzeit auch wieder per Klick deaktivieren.
  4. Nun finden Sie auf Ihrer persönlichen Übersichtsseite alle passenden Artikel zu Ihrer Auswahl.

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.