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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Öfter mal neu gestartet

30.01.2016

Wo ist denn hier der See? Diese Frage wird häufig von denen gestellt, die zum ersten Mal in Ganderkesee sind. Auch Remo Waldt (46) suchte vergeblich, weil auch er die Endung von Ganderkesee mit einem großen See in Verbindung gebracht hatte. Wie ich feststellen konnte, weiß Remo mittlerweile schon sehr viel über unsere Gemeinde und die Menschen hier. Seit „Freitag, dem 13.“ November 2015 ist Remo Waldt ein Teil von Ganderkesee, denn an diesem Tag hat er die Verantwortung in der ehemaligen Traditionsgaststätte „Segelken“ in Hengsterholz übernommen.

„Bisher hat mir dieses Datum Glück gebracht, denn ich bin mit den ersten Monaten sehr zufrieden“, erzählt Remo. Im Sommer vergangenen Jahres suchte er ein Lokal, in dem er seine Ideen umsetzen könnte. Als Fritz-Dieter Nordmann, Inhaber von Getränke Nordmann in Wildeshausen und Besitzer des ehemaligen Landgasthofs in Hengsterholz, davon hörte, bot er Remo Waldt dieses und noch drei weitere Objekte an. Remo entschied sich sofort für Hengsterholz. „Wir wollen ein lebendiges Familienrestaurant mit einer hochwertigen amerikanischen Küche, denn das gibt es in dieser Region hier so noch nicht.“

Auf den Namen „White Buffalo“ sei er eher zufällig gekommen. Zum Namen passend steht im Eingangsbereich ein weißer Büffel in Lebensgröße. Aber auch die hiesige Tradition möchte Remo erhalten, deshalb wird er zukünftig zum Beispiel auch Kohlfahrten anbieten, denn Grünkohl mit Kassler und Kochwurst gehört zu seinem Leibgerichten.

Dass Remo Waldt überhaupt in Deutschland sesshaft geworden ist, hat – wie so oft – mit der Liebe zu tun. Aufgewachsen ist er in Den Haag in Holland. Seine Eltern stammen aus Indonesien und sind 1946 nach Holland gekommen. „In meinen Adern fließt aber auch deutsches Blut, denn meine Vorfahren stammen aus Ostfriesland“, erzählt Remo.

Seine Leidenschaft für die Gastronomie hat er von seinen Eltern, denn die führten in Den Haag mehrere indonesische Restaurants. Nach seinem Schulabschluss machte er in Zwolle eine vierjährige Ausbildung zum Hotel- und Restaurantfachmann und Koch. „Schon damals habe ich mich immer sehr gerne mit den Gästen unterhalten und versucht, ihnen das Gefühl zu geben, dass sie daheim sind“.

Auch bei der Armee erkannten die Verantwortlichen schnell die Stärken von Remo und machten ihn zum Restaurantleiter in der Offiziersmesse. Nach den 17 Monaten Wehrdienst sammelte er weitere Erfahrung in der Gastronomie, bevor er das Restaurant eines Flusskreuzfahrtschiffes leitete. „Das hat richtig viel Spaß gemacht“, erinnert sich Remo gerne an diese Zeit zurück.

Bei diesen Flusskreuzfahrten auf dem Rhein wurde oft in Köln Station gemacht. Hier lernte er seine erste Ehefrau kennen. Er blieb in Köln und lernte für seine Liebste innerhalb von drei Monaten die deutsche Sprache. In Köln hatte er schnell Arbeit in einem Restaurant gefunden, aber als junger Familienvater wollte er nicht immer abends und nachts unterwegs sein. So macht er einen beruflichen Ausflug als Gebrauchtwagenhändler. Jedoch: „Ich habe schnell gemerkt, dass ich ohne Gastronomie nicht glücklich sein kann!“

Der Neustart in seinem erlernten Beruf gelang Remo als Shop-Manager in der Raststätte „Dammer Berge“. Neu starten musste er aber auch im Privatleben: Seine Ehe ging in die Brüche. Doch auch hier gelang ihm ein Neuanfang, denn er lernte seine Selin kennen. Zusammen ging es in den Südoldenburger Raum, wo er zunächst bei der Heyng Gaststätten GmbH als Assistent der Geschäftsführung tätig war und bis 2015 auch eines von deren Restaurants – die „Bullmühle“ in Visbek – leitete.

Was eher zufällig noch in Holland begann, entwickelte sich schnell zum zweiten Standbein von Remo Waldt. Seit zehn Jahren ist er ein sehr erfolgreicher Hochzeitsplaner. Für über 300 Brautpaare hat er bisher den Tag der Eheschließung zu einem besonders schönen Moment werden lassen. „Beim Schlafzimmer ist Schluss, sonst mache ich alles für das Paar“, lächelt Remo. Was dabei alles zu bedenken und organisieren ist, das war 2014 sogar im Fernsehen zu sehen: Vier Wochen wurde Hochzeitsplaner Remo Waldt vom NDR begleitet.

Planen muss Remo in diesem Jahr aber auch seine eigene Hochzeit. Im Mai soll es soweit sein. Seiner Selin hat er ebenfalls an einem Freitag, dem 13., einen Antrag gemacht. Eine kleine Familie sind sie schon jetzt, denn vor sieben Monaten wurde die gemeinsame Tochter geboren.

Um abzuschalten und neue Kraft zu tanken, hilft ihm das Angeln. Seit Kindertagen ist Remo ein leidenschaftlicher Angler. „Ich liebe das Wasser und die Ruhe!“ Meine letzte Frage richte ich an eine seiner Angestellten im „White Buffalo“: „Wie ist denn so Ihr Chef?“. Sie antwortet kurz und knapp: „Er ist ein Chef mit viel Herz!“

Remo Waldt,Betreiber des Restaurants „White Buffalo“ in Hengsterholz

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