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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Schleuderball: Rittrum kämpft um sportliche Zukunft

21.08.2015

Westrittrum Wir befinden uns zwischen Großenkneten, Hatten und Dötlingen. Der Landkreis Oldenburg ist praktisch von Fußballern, Faustballern, Handballern und Reitern besetzt. Der ganze Landkreis? Nein! Ein von unbeugsamen Sportlern bevölkertes Dorf in der Gemeinde Großenkneten hört nicht auf, Widerstand zu leisten und an der Tradition festzuhalten: Der SV Rittrum spielt Schleuderball.

Doch das Leben ist nicht leicht für die Rittrumer, denn nach vielen erfolgreichen Jahren scheint es bergab zu gehen. In der Bezirksklasse gelang in den bisherigen elf Saisonspielen noch kein Erfolgserlebnis. Für das abgeschlagene Ligaschlusslicht ist der Abstieg bereits beschlossene Sache. An diesem Freitag (19.45 Uhr) steht das letzte Spiel beim Tabellenvorletzten BV Kreuzmoor bevor. „Es wäre schön, wenn wir noch einen Punkt als Ehrenrettung mitnehmen könnten. Aber wirklich große Hoffnung habe ich da nicht, denn wegen der Urlaubszeit stehen uns wieder einmal nur wenige Leute zur Verfügung“, sagt Rainer Melle, Spieler und zugleich Schleuderball-Fachwart des Vereins.

Hintergrund

Schleuderball wurde erstmals auf dem Deutschen Turnfest 1898 in Hamburg von Berliner Turnern vorgestellt. In der Folge verbreitete es sich hauptsächlich in Nordwestdeutschland, wo es aktuell auch den einzigen Spielbetrieb mit 28 Teams in vier Staffeln gibt.

Die Hochburgen dieser Sportart sind im Friesland und in der Wesermarsch. Hier verfügen die Vereine noch über einige Nachwuchsmannschaften. Generell aber, so erklärt der Landespressewart Wolfgang Böning, sei die Zahl der aktiven Schleuderballspieler rückläufig.

Zwei Mannschaften mit jeweils acht Akteuren treten beim Schleuderballspiel gegeneinander an. Das Feld ist 100 Meter lang, aber nur 15 Meter breit. Ziel ist es, den Ball durch Raumgewinne im Torraum des Gegners zu Boden zu bringen. Das versuchen die Teams mit Schleuderwürfen sowie mit den so genannten Schockwürfen. Dabei sind Geschicklichkeit, Kraft, Sportlichkeit und Technik gefordert.

Der SV Rittrum freut sich über neue Mitspieler. Das Training findet im Sommer immer dienstags um 19.30 Uhr auf dem Sportplatz Ammerlands Heide in Westrittrum statt. Weitere Informationen erteilt der Schleuderball-Fachwart des Vereins Rainer Melle, Telefon  0 44 35/9 50 75 oder 01 72/7 56 09 74.

Die dünne Personaldecke ist überhaupt das größte Problem des SV Rittrum. Eine Mannschaft im Schleuderballspiel besteht aus acht Aktiven – die Rittrumer mussten in dieser Saison häufig mit nur fünf oder sechs Spielern auskommen und somit in Unterzahl agieren. „Das war dann nicht zu schaffen“, bilanziert Melle, dessen Mannschaft darüber hinaus auch noch mit dem hohen Durchschnittsalter zu kämpfen hat. Zwischen 40 und 52 Jahren seien die Aktiven alt, die Gegner in der Regel und im Durchschnitt wesentlich jünger. Mit Dieter Hüncke gibt es sogar einen 70-jährigen Spieler, der immer mal wieder aushilft. „Er kann es einfach nicht lassen“, sagt der Fachwart mit einem Schmunzeln.

Dabei hatte der SV Rittrum in der Vergangenheit auch wesentlich erfolgreichere Zeiten. „Die habe ich aber selbst aktiv nicht miterlebt“, sagt Melle (52) und erinnert an die Jahre, in denen der Verein in der Landesliga mitspielte. Davon ist man aktuell weit entfernt – nach dem Abstieg werden die Rittrumer in der kommenden Saison nur noch in der Kreisklasse spielen. „Wir hoffen natürlich, dass wir es schnell wieder nach oben schaffen. Das hängt aber davon ab, ob wir Leute bekommen. Ein paar Interessenten, die mitmachen sollen, waren jetzt auch schon mal da“, sagt der Fachwart. Laut der aktuellen Statistik des Kreissportbundes zählt der SV Rittrum derzeit gerade einmal 94 Mitglieder – „und davon sind viele auch nur passiv“, so Melle.

Dass das Gewinnen von neuen Schleuderballspielern ein schwieriges Unterfangen ist, haben die Rittrumer bereits erfahren. „Wir haben schon Ferienpassaktionen angeboten, leider war die Resonanz sehr überschaubar. Deswegen haben wir diesen Sommer auch darauf verzichtet“, erzählt der 52-Jährige. Dennoch: „Schleuderball hat bei uns weiter Zukunft“, glaubt Melle. Aufgeben kennen sie beim SV Rittrum eben nicht...

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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