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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Das Warten geht weiter – Verpasste Chance frustriert Rehasportler

15.11.2018

Sandkrug In der Küche von Familie Siemers wird es eng – der Drucker ist neben den Esstisch gequetscht, Unterlagen und Ordner stehen dicht gedrängt in einem kleinen Regal. Hier lagern jedoch keine privaten Akten, sondern alles rund um die Rehasportgemeinschaft Hatten (RSG), deren 1. Vorsitzende Margot Siemers ist. Ihr Mann, Hans-Hermann Siemers, ist Kassenwart. Das Ehepaar lebt in Sandkrug und ist unglücklich mit der Situation, ohne Geschäftsstelle alle Belange des Vereins regeln zu müssen. Aber vor allem damit, keine eigene Sportstätte zu haben.

400 ältere Mitglieder

Knapp 400 Mitglieder mit einem Altersdurchschnitt von über 70 Jahren hat die RSG und ist damit der zweitgrößte Sportverein nach der TSG. Der Sportverein, der sich entwickelt hat aus dem Kriegsversehrten- und Behindertensport, besteht im kommenden Jahr 40 Jahre. Und das Problem mit der Sportstätte besteht auch schon seit Längerem. „Wir brauchen einfach einen zentralen Platz, derzeit sind wir total aufgesplittert“, sagt dazu Margot Siemers. Einige der jetzigen Kursorte seien nicht barrierefrei, das sei also für Rollstuhlfahrer oder Menschen mit Rollatoren ein echtes Problem. „Abgesehen davon bräuchten wir dringend ein kleines Büro“, betont auch ihr Mann mit einem Blick auf das Chaos in der heimischen Küche. Auch Siegfried Dose, der 2. Vorsitzender des Vereins, bezeichnet diesen Zustand als „nicht zumutbar“.

Immer wieder hat die RSG Hoffnung gehabt, bald ein eigenes Domizil beziehen zu können. Immer wieder wurde diese wieder zerstört. „Wir werden an die Wand gedrückt und haben auf Dauer so keine Zukunftsperspektive“, findet Siegfried Dose deutliche Worte. Auf der Wunschliste des Vereins steht: Ein mindestens 120 Quadratmeter großer Gymnastikraum und zusätzlich Platz für ein Geschäftsstellenbüro sowie Toiletten.

Rückblende: Weder aus der Idee, eigene Räume auf dem SWO-Sportplatzgelände zu bauen, ist etwas geworden noch gab es politische Mehrheiten für den Bau eines Pflegeheimes am Mühlenweg durch die Residenzgruppe. Die Reha-Sportgemeinschaft, so war das Versprechen der Investoren, hätte dort unterschlüpfen können. Auch die Idee eines Neubaus von Gymnastik- und Büroräumen auf der bahnseitigen Fläche hinterm SWO-Tennisclub am Wendehammer der Ladestraße verlief im Sande. Gespräche mit der TSG Hatten-Sandkrug vor einem Jahr führten ebenfalls zu keiner Lösung.

Feuerwehrhaus erste Wahl

Nachdem bekannt wurde, dass die Feuerwehr Sandkrug ein neues Gebäude am Mühlenweg bekommen wird, stellte sich die Frage, was aus dem alten Standort an der Bümmersteder Straße werden soll. Die RSG setzt ihre Hoffnung in das Projekt, das zu einer Art Dorfgemeinschaftshaus ausgebaut werden könnte. „Die Größe des Gymnastikraums wäre hier zwar an der Grenze, aber dafür würden andere absolut wichtige Kriterien erfüllt“, äußert sich Margot Siemers. Dazu zählt sie neben der Geschäftsstelle und Toiletten auch den zentralen Standort. „Hier könnten alle Teilnehmer problemlos hinkommen. Sie kennen sich aus, alles ist vertraut.“ In ihren Augen geht es nicht nur um die sportliche Betätigung. „Wir leben im Verein das Prinzip der gesellschaftlichen Teilhabe. Es ist wichtig, nicht ausschließlich allein Zuhause zu sitzen, sondern im Kontakt mit Anderen zu bleiben, besonders für die Älteren.“

Der Boden müsse laut Hans-Hermann Siemers nicht speziell sein. So könnten im selben Raum auch andere Veranstaltungen wie Konzerte oder Versammlungen stattfinden. „Wir wollen das ja überhaupt nicht alles für uns allein nutzen. Es gibt genügend Vereine, die so ein Dorfgemeinschaftshaus gut gebrauchen könnten“, sagt Margot Siemers. Besonders vormittags und in den frühen Nachmittagsstunden braucht die RSG Räume für die Kurse. Gesportelt wird im Moment beispielsweise in der Kirche und im Musiksaal der Grundschule, die auch nicht einen speziellen Boden zu bieten haben.

Das Warten geht weiter

„Aus Sicht der Verwaltung stellt die Nachnutzung als Bürger- und Vereinshaus eine erhebliche Bereicherung für den Ort Sandkrug und die Gemeinde Hatten dar“, hatte Bürgermeister der Gemeinde Hatten, Christian Pundt, bereits diesen Sommer betont.

Doch obwohl der Umbau des Feuerwehrhauses im Rahmen der Dorfentwicklung sicherlich förderfähig wäre, wurde im September der Antrag im Verwaltungsausschuss der Gemeinde mehrheitlich abgelehnt. Das bedeutet ein weiteres Jahr Wartezeit für die Rehasportler – mindestens.

Der Frust sitzt tief: „Was sollen denn die ganzen Menschen machen, wenn es den Verein nicht mehr gibt?“, fragen die Vereinsvorsitzenden.

Imke Harms Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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