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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Aus der Praxis für die Praxis

04.01.2019

Sandkrug Der Sport verbindet die Menschen, auch über Grenzen hinweg. Diese Erfahrung hat vor mehr als 122 Jahren zum Aufleben der Olympischen Spiele geführt – mit großem wirtschaftlichem Erfolg. Eine andere Seite rückte viel später in den Fokus der Öffentlichkeit. Sport bietet auch die Chance, Menschen mit Handicap an der Gemeinschaft teilhaben zu lassen.

Im November 2015 haben Stephanie Blohme, Ute Baumhöfer-Wieting und Robert Langner von der TSG Hatten-Sandkrug sich auf den Weg gemacht, in diesem Bereich Pionierarbeit zu leisten. Im Auftrag der Aktion Mensch, die das auf drei Jahre ausgelegte Projekt mit 240 000 Euro unterstützte, entwickelte das Trio die Grundlagen für inklusive Sportangebote in Sandkrug.

„15 000 Ideen“

„Wir hatten 15 000 Ideen. Dann haben wir gemerkt: Das eine funktioniert überhaupt nicht, das andere dagegen gut“, erinnert sich Stephanie Blohme. Die 27-Jährige, deren damaliger Studienschwerpunkt „Sport und Gesundheitswesen“ war, wurde als Sportreferentin für den Aufbau inklusiver Gruppen und eines vereinsübergreifenden Netzwerks zuständig. Gut drei Jahre später ist die Förderung für das Projekt ausgelaufen. Zeit für eine Bilanz: In jeder Abteilung des Vereins wurden inklusive Angebote getestet. Cycling, Tischtennis, Walking, Heidelberger Ballschule gehören alle zu den positiven Überraschungen. „Der Erfolg der Ballschule hat uns beispielsweise ziemlich überrascht“, gesteht Blohme.

Das hat sich bei der TSG bewährt

Tischtennis: Große Nachfrage; mit 15 Spielern zu einer festen Gruppe zusammengewachsen. Erfolgreich, weil auch Jugendliche Verantwortung übernommen haben.

Kinderturnen: Spiele werden an die individuellen Fähigkeiten angepasst. Aus anfangs fünf Kindern wurde mittlerweile ein fester Kern von zwölf.

Taekwondo: Die Abteilung war schon inklusiv, ohne dass es im Verein bekannt war. Ein Jugendlicher mit Asperger Syndrom (Autismus) trainiert hier seit Jahren mit.

Schwimmen: Generell relativ schwierig (wegen des hohen Betreuungsaufwandes); beim Kinderschwimmen für Anfänger hat es trotzdem geklappt.

Indoor-Cycling: Mitarbeiter der Gemeinnützigen Werkstätten radeln gemeinsam mit einer Seniorengruppe.

Kraft- und Kurstraining: Anfangs intensivere Betreuung, mittlerweile erste Teilnehmer mit Einschränkungen in regulären Kursen.

Fußball: Zwei Hobby-Kickergruppen pflegen die Gemeinschaft und den Sport.

Nordic-Walking: Hat sich aus einer Anfrage der Gemeinnützigen Werkstätten entwickelt. Teilnehmer bestimmen je nach Fähigkeit selbst das Tempo.

Das Praxis-Handbuch kann über die TSG-Geschäftsstelle, Telefon  04481 9373310, angefordert werden.

Natürlich wälzte das Team vor dem Start auch bereits existierende Handbücher, stellte aber schnell fest, dass viele doch allzu theoretisch an das Thema Inklusion herangingen. Drei Jahre später hat das durch Sönke Hinrichs zum Quartett gewachsene Team seine vielen praktischen Erfahrungen auf 43 Seiten in einem Handbuch zusammengefasst. Jeder interessierte Verein soll auf diese Weise von den Erfahrungen der TSG Hatten-Sandkrug profitieren können. Das war auch eine Erwartung, den die Aktion Mensch an den größten Sportverein des Landkreises Oldenburg gestellt hatte.

Stephanie Blohme studiert mittlerweile Medizin in Heidelberg, Robert Langner hat den Job als Geschäftsführer des Vereins an seinen Nachfolger Sönke Hinrichs übergeben. Ute Baumhöfer-Wieting ist weiter in der Verwaltung des Vereins tätig. Zur Präsentation des Inklusionshandbuchs kamen alle vier noch einmal zusammen.

Neues Selbstverständnis

Ihr Eindruck: Man bekomme gerade von den zuvor ausgeschlossenen Menschen unheimlich viel zurück, eine ganz andere Dankbarkeit und Wertschätzung. „Der Erfolg steht und fällt letztlich mit den Übungsleitern“, betont Stephanie Blohme. Deren Bereitschaft, ihre Angebote für alle Menschen zu öffnen und dafür auch kleine Änderungen zu akzeptieren, sei entscheidend.

Die TSG wird auch künftig inklusiv bleiben, nicht nur was die Barrierefreiheit ihrer Sportanlagen angeht, sondern auch die Angebote – alles unter dem Stichwort „Hatten inklusiv“. „Das gehört zu unserem Selbstverständnis“, betont 1. Vorsitzender Günter König-Kruse.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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