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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Sport der Väter begeistert Generationen

21.06.2012

GROß KöHREN Ein altes Schwarz-weiß-Foto zeigt sie hoch zu Ross auf der Langen Straße in Harpstedt: die zwölf Gründungsväter des „Reitklub Sport Harpstedt und Umgegend“. Am 21. Juli 1912 hoben sie im ehemaligen „Sanderschen Gasthof“ den Verein aus der Taufe – angeführt vom Vorsitzenden Johann Meyer (Wohlde) und Rittmeister Otto Schorling (Groß Köhren). Auf den Tag genau ein Jahrhundert später feiert der heute fast 300 Mitglieder starke „Reitclub Sport Harpstedt und Umgebung“ – wie er sich inzwischen leicht modifiziert nennt – sein 100-jähriges Bestehen mit einem Jubiläumswochenende (siehe Kasten).

Bewegte Geschichte

Dabei wird zurückgeblickt auf eine bewegte Vereinsgeschichte mit reiterischen Erfolgen, aber auch Wandel und Zäsuren. Jähe Einschnitte brachten insbesondere die beiden Weltkriege, in denen das Vereinsleben völlig zum Erliegen kam. Wie schon 1918, als es gleich nach Kriegsende „im alten Reitergeist“ weiter ging – wie es in einer Festschrift zum Jubiläum heißt – und alsbald die „Harpstedter Reiterabteilung“ Turniererfolge feierte, so begannen auch nach Ende des Zweiten Weltkriegs Bemühungen um einen Neubeginn. Allerdings sind viele Dokumente abhanden gekommen, nachdem 1945 mit Einmarsch der Alliierten Gründungsunterlagen und die Standarte beschlagnahmt worden waren, wie Jubiläumsvorsitzender Harald Straßer weiß: Erhalten geblieben sei aber eine Abschrift des Gründerprotokolls, „in altdeutscher Schrift“. Auch sie ist – wie viele alte Bilder, bereitgestellt von aktuellen und ehemaligen Mitgliedern sowie Nachfahren der Gründer – in der Jubiläumsschrift abgedruckt.

Die Reaktivierung des Vereins gelang 1946 unter Vorsitz von Johann Meyer (Wohlde). Reitsport freilich wurde in der Zeit unter erschwerten Bedingungen betrieben: Die eingesetzten Pferde waren meist die selben, die in der Woche auf dem Feld vorm Pflug eingesetzt oder als Mutterstuten gebraucht wurden, wie der Reitclub in seinem historischen Abriss erinnert. Gleichwohl ging es für den RCS voran: Er war in den 50ern bei Turnieren ebenso vertreten wie bei kulturellen Anlässen, war in Dressur und Springen ebenso daheim wie im Fahrsport; 1951 feierte er groß die Weihe einer neuen Standarte.

Sogar EM-Teilnehmer

Nach einer schleppenderen Phase mit einer sinkenden Zahl aktiver Reiter folgte ab Anfang der 70er Jahre ein erneuter Aufschwung: Auf dem Hof Nolte in Brammer konnte der Verein nun Hallen und Gelände nutzten, viele Kinder und Erwachsene fanden zum Reitsport. Auch herausragende Erfolge konnten gefeiert werden – bis hin zur Europameisterschaftsteilnahme der Ponyspringreiter Angela Nolte und Jan Mahlstedt 1986.

Ende der 80er ein erneuter Umzug: Nach dem Tod Ernst Noltes 1985 hatte sich der RCS nach einer neuen Heimat umgesehen und war in Groß Köhren fündig geworden. Hier wurde 1988 der Hof Helms gekauft und mit viel Engagement der Mitglieder renoviert und umgebaut, erinnert sich Walter Rauschenberger vom Festausschuss: „Alles lief innerhalb weniger Monate ab.“ Die erste echte Bewährungsprobe im neuen Domizil bestand der Verein bereits ’89 mit einer Pferdeleistungsschau mit 1300 Nennungen.

Zahllose Turniere sind seither hinzugekommen; daneben laufen der normale Schulbetrieb – längst auch bei Voltigierern – sowie zusätzliche Aktivitäten wie Ausritte, Jagden, Zeltlager und Ferienspaß. Auch die Anlage wurde weiterentwickelt: Anfangs kamen u. a. Dressurviereck und Aufenthaltsraum hinzu, als jüngstes Großprojekt wurde 2010 die Sanierung des Reithallendachs angegangen. Lang ist auch die Liste der sportlichen Erfolge – allein 1991 etwa wurden 276 Platzierungen der Ponyreiter und 108 Platzierungen der „Großen“ gezählt. Verbunden waren viele Erfolge bis Ende der 90er Jahre mit den Namen der Geschwister Haske, wovon Stefan Haske bis heute aktiv sei, so der RCS.

Mit einer Jubiläumsfeier am Sonnabend, 21. Juli, will der Reitclub „Sport“ 100 Jahre Vereinsleben gebührend begehen. Erwartet werden dazu ab 15 Uhr in der Reithalle in Groß Köhren zahlreiche Gäste – darunter die Bürgermeister Uwe Cordes (Samtgemeinde) und Heiner Thöle (Beckeln), Landrat Frank Eger, Vertreter von Kreissportbund und Pferdesportverbänden sowie Ehemalige, Ehrenmitglieder und Familienangehörige. Gerahmt werden Begrüßung und Grußworte von Musik der Harpstedter Prager. Zudem dürfte eine Fotoausstellung rundherum an der Hallen-Bande die Blicke anziehen: Rund 400 Bilder liegen laut RCS-Vorsitzendem Harald Straßer vor. Weitere visuelle Eindrücke vom Vereinsleben vermitteln ein Video sowie per Beamer gezeigte Fotos.

Am Sonntag, 22. Juli, setzt sich das Programm ab 11 Uhr fort mit einem Reitergottesdienst in der Reithalle; zuvor versammeln sich Reiter und Pferde auf dem Marktplatz Harpstedt zu einem Reiterumzug  um 9.30 Uhr zur Vereinsanlage.

Weitere Veranstaltungen im Jubiläumsjahr sollen eine Jubiläums-Herbstjagd mit Reiterball im Oktober sowie ein Jubiläums-Weihnachtsreiten am dritten Advent sein.

Die Vorbereitungen fürs große Vereinsjubiläum laufen bereits seit dem Vorjahr, wie Vorsitzender Straßer berichtet; ein eigens gebildeter Festausschuss zieht hierbei die Fäden. In mehreren Arbeitsgruppen kümmern sich die Mitglieder – Regina Sanders, Maria Rauschenberger, Annalene Conrad, Jutta Hillmann, Sabine Daude, Dirk Kracke, Walter Rauschenberger, Rainer Conrad, Claus Grote, Heinz Nienaber, Heinz Dieter Kimme, Wolfgang Dubielczyk, Dieter Kieselhorst, Jens Würdemann, Heinz Bolte und Harald Straßer – um verschiedene Aufgabenbereiche: so die Fotoausstellung in der Reithalle, die Festzeitschrift, die Planung und Abwicklung der Veranstaltungen, die Einladungen etc..

Astrid Kretzer
Wardenburg
Redaktion Wardenburg
Tel:
04407 9988 2730

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