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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Fußballfan an Vereinsspitze

07.07.2018

Stenum Mit über 1700 Mitgliedern gehört der VfL Stenum zu den größten Sportvereinen im Landkreis Oldenburg. Als der langjährige Vorsitzende Hans Knese vor zwei Jahren sein Amt zur Verfügung stellte, fiel die Wahl auf Ingo Scholz. Er hatte sich im Vorstand schon eingearbeitet, denn seit 2013 fungierte er als zweiter Vorsitzender. „Dieses Ehrenamt macht mir sehr viel Spaß, aber es ist auch sehr zeitintensiv“, sagt der 45-Jährige.

Schon in frühen Kindertagen war Sport für ihn und seinen Zwillingsbruder Axel die liebste Freizeitbeschäftigung. Als die Eltern ihre beiden Jungs zur Musikschule schickten, meinte der Musiklehrer wohl etwas genervt: „Wenn die beiden noch ein anderes Hobby haben, dann sollten sie das lieber machen.“ Da Familie Scholz ihren Wohnort in Deichhorst hatte, war der TSV Ganderkesee von der Entfernung näher als ein Delmenhorster Sportverein.

Ingo und sein Bruder Axel hatten schon als kleine Kinder viel im Garten gebolzt und Ingo hechtete immer gerne dem Ball hinterher. So war es kein Wunder, dass er beim TSV Ganderkesee in der E-Jugend gleich als Torwart eingesetzt wurde. Seine Mutter meinte lächelnd: „Du bist doch nur Torwart, weil Du zu faul zum Laufen bist.“

Von der E-Jugend bis hin zur A-Jugend war Ingo Scholz immer ein starker Rückhalt seiner Mannschaft. Im Max-Planck-Gymnasium war Manfred Klatte einer seiner Lehrer. Der war gleichzeitig Trainer der 1. Herrenmannschaft des VfL Stenum. Da in Stenum dringend ein Torwart gebraucht wurde, überredete Manfred Klatte seinen Schüler zum Vereinswechsel.

Beim VfL Stenum spielte Ingo Scholz in fast allen Herrenmannschaften und heute ist er bei den „Oldies“ angekommen. „Eine alte Verletzung ist wieder aufgetreten und daher kann ich im Moment leider keinen Fußball spielen“, bedauert Ingo Scholz.

Da er auch auf dem Gymnasium ein ganz passabler Schüler war, spielte er neben seiner Leidenschaft zum Fußball auch noch Basketball und Tennis. Nach seinem Abitur leistete er zunächst seinen Wehrdienst ab und verpflichtete sich gleich für zwei Jahre. Als Sanitäter war Ingo Scholz im „Kleinen Krankenhaus“ am Bundeswehrstandort in Adelheide stationiert und hier für die Beschaffung des Materials zuständig.

Schon lange hatte er den Wunsch, Betriebswirtschaftslehre (BWL) zu studieren. Dieses Vorhaben setzte er gleich nach seiner Zeit bei der Bundeswehr in die Tat um.

Sein Zwillingsbruder Axel studierte ebenfalls an der Universität in Osnabrück und da lag es nahe, dass sie eine Wohngemeinschaft gründeten. Beide hatten sich gerade einige Monate in Osnabrück eingelebt, als ihr Vater schwer erkrankte.

So oft es möglich war, waren Ingo und sein Bruder bei den Eltern in Delmenhorst. Nach dem Tod des Vaters verlegte Ingo sein Studium nach Oldenburg und zog wieder zu Hause ein. Als Diplom-Ökonom beendete er 1998 sein Studium.

Zunächst arbeitete Ingo Scholz bei einer Delmenhorster Wirtschaftsprüfergesellschaft. Hier war er sehr viel im Außendienst unterwegs. Anstatt abends in den diversen Hotels an der Bar zu sitzen, schrieb er an seiner Doktorarbeit. Hier befasste er sich mit der Umwandlung von Vereinen in Kapitalgesellschaften am Beispiel der Vereine der Fußball-Bundesliga. Ganz besonders freute er sich, dass sein Lieblingsverein, der FC Bayern München, dabei besonders gut abschnitt.

Als Dr. Ingo Scholz wechselte er 2005 zu einem Bremer Buchprüfer. Schon lange hatte er den Wunsch, sich eines Tages als Steuerberater selbstständig zu machen. Diesen Wunsch setzte er 2006 in die Tat um. „Ich bin rundum zufrieden und möchte keinen anderen Beruf haben“, schwärmt Ingo Scholz.

Für ihn gibt es drei Grundsätze im Leben: „Einen Beruf, der Spaß macht“, diesen Grundsatz hat er sich erfüllt. „Solange man gesund ist, wird sich alles andere regeln“ und „Freizeit ist das höchste Gut, da sollte man sich genau überlegen, wie man sie nutzt“.

Freizeit ohne Sport, für Ingo Scholz kaum vorstellbar. 2010 sucht der damalige Vorsitzende des VfL Stenum Hans Knese einen neuen Mann für die Buchhaltung. Ingo willigte ein und so nahm die ehrenamtliche Laufbahn beim VfL Stenum ihren Lauf. Seiner Mannschaft blieb er natürlich weiterhin treu. Das bedeutete zweimal in der Woche antreten zum Training und an den Wochenenden waren ja dann noch Punktspiele. „Jetzt bin ja bei den Oldies und da wird nicht mehr so oft trainiert“ lächelt Ingo Scholz.

Das ist auch gut so, denn neben Beruf und dem VfL Stenum will auch seine junge Familie zu ihrem Recht kommen. Durch seine Frau und deren Eltern ist er auch noch zum Golfspieler geworden. „Golf macht mir viel Spaß, aber leider fehlt mir oft die Zeit dazu“, bedauert Ingo Scholz.

Seine Partnerin unterstützt ihn bei seinen ehrenamtlichen Aktivitäten und ist ebenfalls ein großer Fußballfan, allerdings vom SV Werder Bremen. „Er Bayern-München-Fan und sie Werder Bremen, geht das immer gut?“, war meine letzte Frage. „Absolut problemlos“, erklärt Ingo Scholz. „Ich kommentiere die Siege der Bayern nicht.“

Dr. Ingo Scholz,Vorsitzender des VfL Stenum

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