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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Sturmfeste Himmelhunde starten durch

26.06.2017

Ganderkesee „Natürlich sind die Bedingungen nicht optimal“, waren sich Winfried Ohlgart und Josef Voß einig. „Aber das sind alles sehr erfahrene Piloten hier. Die schaffen das!“, so die beiden erfahrenen Modellflieger, die bereits zum zehnten Mal die Moderation auf den Jet-Flugtagen in Ganderkesee übernommen hatten. Und so war es das ganze Wochenende über: Obwohl Regen und Wolken die Sicht behindern, stieg ein Flugzeugmodell nach dem anderen vom Flugplatz Ganderkesee aus in die Lüfte.

Bockige Winde

Reinhard Mey besang einst den „sturmfesten Himmelhunde“ und eben diese Sturm- oder zumindest Windfestigkeit stellten auch die 97 Piloten auf den Jet-Flugtagen unter Beweis. „Das Problem sind vor allem die bockigen Winde“, erklärte Wolfgang Klühr, der es mit seinen Modell-Jets schon mehrfach zum Weltmeistertitel gebracht hat.

Beeindruckend waren die Flugmanöver, die die Piloten mit ihren Flugzeugen – oder Hubschraubern – vollzogen, trotz der widrigen Umstände. Da stand der Hubschrauber schon mal auf dem Kopf oder das Flugzeugs, selbst nahezu senkrecht in der Luft stehend, drückte sich gegen den Wind nach vorne.

Erst neun Jahre alt

Eine ganz besondere „Premiere“ durfte Nick Ruppert hinlegen, auch wenn er selbst sagt, dass „das jetzt nichts Besonderes war“. Der erst neunjährige Modellflugpilot durfte den ersten Jet-Flug des Wochenendes hinlegen. Obwohl Sicht und Wind allzu große Flugmanöver verhinderten, konnte der Nachwuchspilot seine Maschine doch mit ordentlich Geschwindigkeit über den Himmel jagen. „In der Spitze schafft die Maschine ungefähr 250 km/h“, erklärte Nick im Gespräch mit der NWZ mit einer ruhigen Gelassenheit, als würde er über etwas ganz Alltägliches und nicht über schwierig zu beherrschende Flugzeugmodelle sprechen.

Bedeutende Flugshow

Auch wenn die Besucherzahlen am ersten Tag der 10. Jet-Flugtage zu wünschen übrig ließen, war die Stimmung auf dem Flugplatz gut. „Das Publikum ist auch sehr applaudierfreudig, das ist toll für die Piloten“, so Winfried Ohlgart. Aber nicht nur wegen des Publikums, auch wegen der gesamten Infrastruktur sind die Jet-Flugtage bei den Modellfliegern aus ganz Deutschland sehr beliebt. „Wo wird einem sonst schon ein ganzer Flugplatz zur Verfügung gestellt?“, so Thorsten Maszke, der mit seinem Zwillingsbruder Oliver seit Anfang an mit dabei ist. „Zu erst waren nur Jets erlaubt, da sind wir noch nicht mitgeflogen“, erinnern sich die in Ganderkesee und Delmenhorst lebenden Brüder. Seitdem aber auch ihre Maschinen, darunter historische Dreidecker, zugelassen sind, nehmen sie aktiv teil.

Mehr als nur Flugzeuge

„Ich würde sogar so weit gehen und sagen, dass das hier mittlerweile die bedeutendste Modellflugshow in ganz Europa ist“, so Ohlgart. „Das schöne ist aber auch, dass alle Modellbausparten sich hier präsentieren können“, ergänzte Josef Voß. Gemeint sind nicht nur die Hubschrauber, die zwischen Jets, Propellermaschinen und Segelflugzeugen eine kleine Sparte darstellen. Auch Modellschiffbauer und die Freunde ferngesteuerter, originalgetreuer Fahrzeugmodelle haben auf den Jet-Flugtagen einen Platz gefunden, um sich und ihr Hobby zu präsentieren.

Schlechtes Wetter

Auch der zweite Tag der Jet-Flugtage zeichnete sich, vor allem am Vormittag, durch Wolken, Regen und schlechte Sicht aus. Programm wurde dennoch geboten, sowohl am Himmel als auch am Boden: Im Hangar West konnten an beiden Tagen zahlreiche Flugzeugmodelle bestaunt werden. Hier fand sich auch das liebevoll gestaltete Areal der „Hansetrucker“ aus Bremen. Mit ihren Lkw und Baumaschinen tuckerten die Modellfahrer das ganze Wochenende über durch den linken Teil des Hangars. „Als ,Indoor’-Adresse hat sich der Hangar wirklich bewährt“, so Manfred Neugebauer, der zusammen mit Susanne Hesse-Neugebauer und Reinhard Oetken die Jet-Flugtage organisiert.

Fazit durchwachsen

Allzu große Begeisterung wollte angesichts der nicht gerade optimalen Rahmenbedingungen bei Manfred Neugebauer indes nicht aufkommen. „Es hat sich allerdings im Laufe des Wochenendes noch positiv entwickelt“, so Neugebauer kurz vor Ende der Veranstaltung. Die Wunschzahlen habe man dennoch sicher nicht erreicht, „auch wenn der Sonntag deutlich besser besucht war“.

Highlights gab es trotzdem eine Menge, vor allem die Kunst- und Formationsflüge seien sehr gut angekommen. Und auch die Gruppe „Legendary Fighters“ mit ihren historischen Jagdflugzeugen wusste bei ihrem ersten Auftritt in Ganderkesee zu begeistern.

Außerdem verhalf der Zufall zu einem ganz besonderen Highlight: Am Sonntag überflog eine restaurierte Junkers Ju 52 („Tante Ju“) extra den Flugplatz. Und die Modellflieger starteten zum Gruß ebenfalls eine „Tante Ju“ – nur eben etwas kleiner.


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Video

Claus Arne Hock
Volontär, Agentur Schelling
Redaktion Ganderkesee
Tel:
04222 8077 2743

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Delmenhorst | Jet-Flugtage

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