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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Fußball: Vereine um Lösungen bemüht

11.03.2017

Landkreis Beim VfL Stenum stand das Telefon am Freitag nicht mehr still. Sowohl bei Fußball-Abteilungsleiter Klaus Panzram als auch bei Thomas Baake, Trainer der Bezirksliga-Mannschaft, glühten förmlich die Drähte. Die am häufigsten gestellte Frage: Findet das Bezirksliga-Derby gegen den FC Hude am Sonntagnachmittag (14 Uhr) auf der Sportanlage am Stenumer Kirchweg statt? „Ja“, bestätigte Baake am späten Nachmittag. „Wir wissen allerdings nicht, wer pfeift“, fügte der Trainer hinzu.

So wie den Stenumern ergeht es an diesem Wochenende zahlreichen Clubs im Fußball-Bezirk Weser-Ems. Verantwortlich dafür ist die Tatsache, dass der Bezirk an diesem Sonntag, 12. März, für alle Spiele in den fünf Bezirksligen sowie in der Landesliga keine Schiedsrichter stellt. Ausgelöst wurde der „Streik“ durch ein Sportgerichtsurteil, wonach der Verein Grün-Weiß Firrel (Landkreis Leer/Bezirksliga I) nicht für die diskriminierende Äußerung eines Zuschauers gegenüber den Unparteiischen („So etwas wie Euch sollte man vergasen“) verantwortlich gemacht wurde. Das Sportgerichtsverfahren hatte mehrere Instanzen durchlaufen. Das Bezirkssportgericht hatte anfangs eine Strafe von 400 Euro gegen GW Firrel ausgesprochen. Das Verbandssportgericht nahm das Urteil zurück, die Revision des Fußball-Bezirks wurde schließlich vom Obersten Verbandssportgericht „abgeschmettert“.

Der Vorstand des NFV-Bezirks Weser-Ems wolle mit dieser Aktion ein Zeichen setzen, heißt es in einer vom Bezirksvorsitzenden Dieter Ohls unterzeichneten und am Freitag verschickten Mitteilung. „Schiedsrichter sind kein Freiwild, wir müssen uns nicht alles gefallen lassen“, äußerte sich der Vorsitzende des Bezirks-Schiedsrichterausschusses Georg Winter (Wildeshausen) gegenüber der NWZ. Er habe für die Entscheidung, die am Donnerstag mehrheitlich durch den Bezirksvorstand getroffen worden war, viel „Zuspruch und Schulterklopfer“ bekommen. „Wir müssen unsere Schiedsrichter auch schützen“, sagte Winter.

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Gemäß der Spielordnung müssen die Spiele in Landes- und Bezirksligen am Sonntag trotzdem stattfinden – auch wenn die Referees aus den Ansetzungen bereits entfernt wurden. Die betroffenen Mannschaften müssen sich in diesem Fall auf einen Schiedsrichter einigen. Dabei muss der Referee nicht mal einen Schiedsrichter-Schein haben. „Ob das glücklich ist, weiß ich nicht“, erklärt Harald Theile, Schiedsrichter-Obmann des Fußball-Kreises Oldenburg-Land/Delmenhorst. Sollte keine Einigung erzielt werden und das Spiel deswegen nicht stattfinden, müsste das Sportgericht entscheiden. Punktabzüge gegen beide Teams sowie eine Geldstrafe wären die zu befürchtende Folge. „Die Vereine kommen aus der Nummer nicht raus“, sagt Theile und verweist auf Paragraf 30 der Spielordnung des Niedersächsischen Fußballverbandes.

Betroffen vom Schiedsrichter-Streik ist auch der VfL Wildeshausen, der am Sonntagnachmittag (15 Uhr) das wichtige Spiel in der Landesliga beim SV Hansa Friesoythe vor der Brust hat. „Klar ist im Moment, dass nichts klar ist“, beschrieb VfL-Trainer Marcel Bragula die für ihn unbefriedigende Situation am Freitagnachmittag. Er stand im ständigen Informationsaustausch mit dem Gegner. „Sich auf einen Schiedsrichter zu einigen ist leichter gesagt als getan“, meinte der VfL-Coach. Das erklärt sich auch mit einem Blick auf die Tabelle, denn Friesoythe (12.) und Wildeshausen (13.) sind direkte Konkurrenten im Abstiegskampf. Generell hätte sich Bragula gewünscht, dass es auch seitens der Staffelleitung eine Reaktion zum Beispiel in Form eines Rundschreibens gegeben hätte. Die Tatsache an sich, die nun zu dieser Ausnahmesituation geführt hat, findet der VfL-Trainer extrem bedauerlich. „Der Schiedsrichter ist eine Respektsperson und muss von allen Beteiligten auf dem Fußballplatz auch so behandelt werden“, so Bragula.

Stenums Trainer Baake kann die Reaktion des Fußball-Bezirks durchaus nachvollziehen. „Die Entscheidung des Verbandssportgerichts ist nicht zu akzeptieren“, sagte Baake. Allerdings wäre er froh gewesen, wenn die Auswirkungen jetzt nur den betreffenden Verein oder die Liga getroffen hätten. „Was haben wir damit zu tun?“, so Baake. Er beschreibt den Respekt in der Bezirksliga als hoch; die Querelen seien eher auf den unteren Ebenen zu suchen.

Für das Derby ist der VfL Stenum jetzt noch auf der Suche nach einem Schiedsrichtergespann. „Wir haben schon Gespräche geführt, und ich hoffe, dass wir schnell eine Lösung finden“, sagt Baake. Sicher ist er sich aber in einem: „Es wird nicht einfach, auf dem Platz zur Tagesordnung überzugehen.“

Lesen Sie dazu auch den Bericht im Sport auf Seite 11.

Michael Hiller Lokalsportredaktion / Redaktion Wildeshausen
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