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New-York-Marathon: „Viel zu schön, um sich zu beeilen“

26.11.2010

LANDKREIS Für die 42,195 Kilometer lässt sich Bernd Ebbing Zeit. Sehr viel Zeit. Am Ende wird er seinen bisher langsamsten Marathon zurückgelegt haben. Doch das interessiert ihn nicht. Er will einfach nur Spaß haben. „Die Strecke ist viel zu schön, um sich zu beeilen“, meint er schmunzelnd.

Gemeinsam mit seinem Kollegen Matthias Stramann hat sich der aus Sandkrug stammende Ebbing einen Traum erfüllt: Einmal beim New Yorker Marathon anzutreten – angesichts der jährlich mehr als 200 000 Bewerber aus aller Welt kein leichtes Unterfangen. Nur 45 000 Läufer dürfen dort an den Start gehen. Ebbing und Stramann gehörten dazu. „Das war aber nur über einen Reiseveranstalter möglich und weil wir uns bereits ein Jahr zuvor angemeldet haben“, erklärt Ebbing.

Um sich für den sportlichen Kraftakt die nötige Fitness zu holen, trainierten beide zuvor in Deutschland drei Monate jeweils fünf Stunden pro Woche. Das sei auch notwendig, betont Stramann. Erst recht für New York: Die Strecke gilt unter Läufern als eine der härtesten Herausforderungen weltweit. „Die Luftfeuchtigkeit ist hoch, dazu gibt es viele Steigungen“, beschreibt der aus der Gemeinde Großenkneten stammende Hobbysportler die Tücken des Laufes. Deshalb stand für ihn bereits im Vorfeld fest: „Da fährt man nicht hin, um auf Zeit zu laufen. Da geht es einfach um die Teilnahme, weil es so beeindruckend ist.“

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Fünf Stadtteile durchlaufen die in drei Wellen startenden Teilnehmer auf den 42,195 Kilometern. Fünf Brücken werden überquert. Von Monotonie keine Spur. Manchmal erinnere der Lauf an eine Stadtrundfahrt, bei der man möglichst viel sehen möchte, findet Stramann. Zwischendurch knipste er sogar Bilder. Die Kamera an seinem Versorgungsgürtel ist sein fester Begleiter. Weil man einfach so viel sieht – und gesehen wird. Am Straßenrand allerorts Schaulustige. „Die Menschen dort feiern dich wie einen Helden“, schwärmt der 43-Jährige. Egal, ob Senioren, Polizisten oder Hotel-Pförtner: „Alle beglückwünschen dich. Die Menschen hier sind super.“

Auch sein zwei Jahre älterer Kollege findet nur positive Worte über die New Yorker: „In Deutschland wirst du häufig gefragt, welche Zeit du gelaufen bist. In New York fragt man einfach, ob du ins Ziel gekommen bist. Die Leute hier sind Genussläufer.“

Bernd Ebbing gefällt das. Die positive Stimmung während des mehrstündigen Laufes überwältigt ihn. So stark, dass er am Ende nur noch Tränen in den Augen hat. Er ist glücklich – obwohl er diesmal die „magische Grenze“ von vier Stunden, die sich so viele Marathonläufer als Ziel setzen, weit überschreitet. Es stört ihn nicht. Ganz im Gegenteil.

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