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LEICHTATHLETIK: Vize-Europameisterin auf eigene Kosten

31.07.2006

GANDERKESEE /DELMENHORS Diana Garde wechselte vom Reitsport zum Mehrkampf. Die 36-jährige Leichtathletin von der LGG Ganderkesee wurde in Polen Vize-Europameisterin der Senioren.

von christian schwarz GANDERKESEE/DELMENHORST - Das berühmte Bild vom Tellerwäscher, der zum Millionär aufsteigt, könnte ein wenig auch für die Leichtathletik-Karriere von Diana Garde gelten. Die 36-jährige Delmenhorsterin begann erst vor knapp zehn Jahren mit ihrem Sport und ist heute im Siebenkampf Vize-Europameisterin der Senioren. Mit ihrem Mann Ulrich tingelt sie seit Jahren über die Sportplätze, um mit großem Erfolg sportlich aktiv zu sein.

Das athletische Ehepaar wohnt mit den Kindern Imke (7) und Fabian (1) in Delmenhorst und geht seinem Sport mit Begeisterung bei der LGG Ganderkesee nach. Diana Garde ist Verwaltungsangestellte, ihr Mann Ulrich Soldat – das aber in der Nähe von Bonn. Gemeinsame Zeit mit der Familie beschränkt sich also zunächst vornehmlich aufs Wochenende. Eine Versetzung in die Region ist selbstverständlich das Ziel des Ehepaars.

Immerhin – in seiner Freizeit hat der 41-jährige Ulrich auch in der Ferne die Chance, seiner Lieblingsdisziplin – dem Kugelstoßen – nachzugehen. Seitdem er 18 Jahre alt war, ist Ulrich in der Leichtathletik leistungsmäßig aktiv. Begonnen hatte er mit dem Mehrkampf, jetzt beschränkt er sich meistens auf die Kugel, einmal im Jahr gönnt er sich dann aber auch einen Auftritt in seiner angestammten Disziplin. Im Kugelstoßen war Ulrich Garde, der auch Vorsitzender des Leichtathletik-Kreisverbandes Oldenburg-Land ist, schon Deutscher Vizemeister bei den Senioren.

Seine Frau ließ es, was die Leichtathletik betrifft, langsamer angehen. Im Pferdesport war sie schon lange aktiv gewesen. Das Reiten und die Bürotätigkeit waren aber nicht gerade rückenschonend. Über ihren Mann lernte sie dann mit 27 Jahren Inge de Groot kennen, die sie – als Ausgleich für die Rückenbeschwerden – zum Staffellauf brachte. Der Mehrkampf folgte dann im Jahr 2000. „Ich kann halt nichts richtig, nur von allem ein bisschen“, lacht die 36-Jährige. Und das erfolgreich. Im Fünfkampf (100 m Lauf, Hochsprung, Kugelstoßen, Speerwerfen und 800 m Lauf) sowie im Siebenkampf (100 m Hürden, Hochsprung, Kugelstoßen, 200 m Lauf, Weitsprung, Speerwerfen und 800 m Lauf) belegte sie bei Deutschen Seniorenmeisterschaften schon dritte Plätze.

Im Sprint und im Weitsprung fühlt sie sich zu Hause, Speerwurf und Hürdenlauf liegen ihr nicht so. „Da fehlt mir die Technik, weil ich erst so spät angefangen habe.“ Trotz entsprechender Leistungen in diesen Disziplinen wurde sie bei den Europameisterschaften der Senioren im polnischen Posen Zweite, die gestern zu Ende gingen. Mit 3169 Punkten musste sie nur Sandra Eisfeld (3461) von der LG Fallingbostel in der Altersklasse W35 den Vortritt lassen. Dennoch weiß Diana Garde den Erfolg einzuschätzen: „Zwei sehr gute Athletinnen mussten absagen. Mit einigen Einzeldisziplinen kann ich gar nicht sehr zufrieden sein. Nur beim Kugelstoßen, im 200 m Lauf und beim Weitsprung lagen die Ergebnisse im üblichen Rahmen.“

Senior ist ein Leichtathlet in Deutschland schon mit 30, international mit 35. Und als Senior wettkampfmäßig Sport zu treiben, ist kein billiges Vergnügen. Die Fahrt nach Polen, Unterkunft und Ausrüstung – alles mussten die Gardes (und die 6300 weiteren Teilnehmer) selbst aufbringen. Die beiden traten aber an und das eben nicht ganz erfolglos. Auch, wenn sich Ulrich durchaus mehr gewünscht hätte als den neunten Platz im Kugelstoßen (12,72 m). Doch die hohen Temperaturen machten dem 41-Jährigen zu schaffen. Und auch außerhalb des Stadions gab es für das Ehepaar wenig Erholung. Die beiden Kinder wollten versorgt und beschäftigt werden, und wegen der großen Hitze gab es wenig Schlaf. „Fünf Nächte wie in einer Sauna waren einfach zu viel“, erinnert sich Ulrich. Zum Bummeln durch die Posener Altstadt war es auch zu heiß.

Daher ließ Diana den Einzelstart im Weitsprung aus und die vier Gardes fuhren früher als geplant nach Hause – mit Medaille im Gepäck. Auf der Rücktour machte mitten in der Nacht auch noch das Auto nicht mehr mit. Helfer eines Automobilclubs waren aber schnell zur Stelle, und für die Sportlerfamilie ging es doch noch nach Hause. Und Diana Gardes Ausritt vom Pferdesport zur Leichtathletik fand seinen vorläufigen Höhepunkt.

„Ich kann nichts so richtig, nur von allem ein bisschen!“

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