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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Vom Obstgarten auf den Golfplatz

30.05.2015

Dingstede An ihr erstes Turnier kann sich Jola Backhus noch gut erinnern. Damals, am 6. April 2003, ging sie als Neuling mit dem maximalen Handicap -54 in den Wettbewerb. 76 Jahre war die Sandhatterin zu diesem Zeitpunkt jung. Sich unter freiem Himmel zu bewegen, das kannte sie schon zu genüge. Schließlich war sie 35 Jahre lang in der Landwirtschaft tätig. Ein gutes Jahr später lag ihr Handicap nur noch bei -41, ein Wert, den sie bis heute gehalten hat – nach 191 Wertungsturnieren.

Der acht Monate alte Max begleitet seine Mutter Stefanie Heuer (39) bereits regelmäßig beim Golfspielen auf die Greens. Da war es nur logisch, ihn auch schon als Mitglied anzumelden. „Eigentlich ist er ja schon lange mit dabei“, fällt der Sandkrugerin lächelnd ein. Bis drei Wochen vor der Geburt hat sie (Handicap -11,8; 98 Turniere) noch den Schläger geschwungen.

Gut, der Schwung war nicht mehr ganz so elegant und flüssig wie vorher. Aber andererseits: Stattliche Mannsbilder mit vergleichbarem Bauchansatz soll es durchaus auch unter den Golfplatzgästen geben – und das sind nicht immer die schlechtesten Spieler, weiß fast jeder im Golfclub. Nur fürs Laufen über die 18-Loch- Meisterschaftsanlage, die internationalem Standard entspricht, fehlte am Ende die Luft, ein Golf-Cart musste der Schwangeren helfen.

So unterschiedlich an Lebensjahren sie sind, so übereinstimmend schwärmen die beiden Frauen, wenn sie von ihrem Sport erzählen. Da spielt ein anderes Körperteil offensichtlich eine entscheidende Rolle. „Golf spielt man mit dem Kopf“, erzählt Jola Backhus und was sie damit meint, ist das gehörige Maß an Konzentration und innerer Ruhe, das der Sport vom Spieler fordert – egal wie alt oder stark der betreffende ist. „Man lernt Geduld und Demut“, pflichtet ihr Stefanie Heuer bei. Die spielstarke Hobbyspielerin hat selbst die Erfahrung gemacht, dass der Ärger aus dem Büro kein guter Golfpartner ist. Bei Frustschlägen fliegt der Ball nie dahin, wo er soll. Doch schaltet man ab, lässt sich der Alltagsstress auf dem Grün besonders angenehm und dabei auch noch gesundheitsfördernd – Bewegung, frische Luft – abbauen.

Diese Leidenschaft teilt sie mit dem Vater von Max, Steffen Hennicke, dessen Handicap sogar nur noch -3,9 beträgt. Ob für Max da eine Golfkarriere vorgezeichnet ist? „Es würde mich nicht überraschen. Aber wenn er später lieber zum Ballett wollte, wäre das auch in Ordnung“, sagt seine Mutter. Mit drei Jahren, so schätzt Britta Köhler von der Golfclub-Verwaltung, können Kinder schon das erste Mal mit Ball und Schläger hantieren. Das eigentliche Kinder- und Jugendtraining des Vereins beginnt dann in der Regel im Alter von fünf bis sechs Jahren.

Doch auch im fortgeschrittenen Alter ist der Einstieg noch möglich. Jola Backhus ist der beste Beweis. Der Ehrgeiz, den kleinen Ball ins Loch zu befördern, das gibt die Sandhatterin offen zu, hat sie schnell gepackt. Die Sache sehe nämlich viel leichter aus, als sie ist. Ihre Driving Range – das Übungsfeld für die Schläge – war anfangs der heimische Obstgarten. Der ist groß, allerdings: „Ich habe regelmäßig das Obst von den Bäumen geschossen“, gesteht sie.

Werner Fademrecht Hatten / Redaktion Wardenburg
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