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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Vom Pferd aufs Motorrad

16.05.2015

Heute unvorstellbar, aber früher wurde gerade auf dem Land mit den Kindern nur Plattdeutsch gesprochen. In der Schule mussten sie dann gleich ihre erste „Fremdsprache“ lernen: Hochdeutsch. So erging es auch Hinnerk Twietmeyer (61) aus Heide.

Hinnerks Eltern hatten dort einen kleinen landwirtschaftlichen Betrieb, und schon als Kinder mussten Hinnerk und seine ältere Schwester Anni (verheiratete Schlüter) auf dem Hof tüchtig mithelfen. Wie es auf dem Dorf früher üblich war, trafen sich die Kinder aus der Nachbarschaft zum gemeinsamen Spielen. Das machte Hinnerk besonders viel Spaß, allerdings war er nicht so sportlich wie seine ältere Schwester Anni.

„Mein Bruder schaffte es nicht, über Gräben zu springen, da musste ich mit ihm immer den Umweg bis zur nächsten Überwegung machen“, erinnert sich Anni noch ganz genau. Auch beim Reiten war Hinnerk eher vorsichtig und zurückhaltend. „Bei einem Ausritt mit Freunden gingen unsere Pferde durch, weil sie sich vor irgendetwas erschrocken hatten. Im Gegensatz zu meinen Freunden konnte ich mich auf meinem Pferd halten, und seitdem habe ich immer gerne geritten“, erzählt Hinnerk mir.

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Mit den Jahren wurden die Pferde durch Motorräder ersetzt. Mit Freunden in Schönemoor wurden alte Motorräder aufgekauft und wieder flott gemacht. Die schönste Zeit war dann, wenn das Getreide von den Feldern abgeerntet war und die Jungs das Stoppelfeld zur Rennstrecke umfunktionierten. Dazu wurde eine Schanze auf dem Feld aufgebaut, von der sie mit ihrem Motorrad sprangen. Viele Dorfbewohner ließen sich dieses Spektakel nicht entgehen. Hinnerks erstes Motorrad war eine „Triumph“ aus dem Jahr 1952. „So eine Maschine möchte ich gerne wiederhaben und damit fahren!“, gesteht mir Hinnerk.

Da der Hof seiner Eltern doch sehr klein war, war Landwirt zu werden keine berufliche Option für ihn. Seine Schwester Anni arbeitete bei der Molkerei in Delmenhorst als Laborantin, und das gefiel ihr sehr gut. Was die große Schwester kann, das konnte auch für Hinnerk nicht schlecht sein. Er wollte Molkereifachmann werden, und so begann er mit 15 Jahren seine Ausbildung in einer Molkerei in Wilhelmshaven.

Zusammen mit drei weiteren Auszubildenden wohnte er in einer Wohnung, die im Gebäude der Molkerei lag. Der Weg zur Arbeit war denkbar kurz, aber es hatte auch einen Nachteil. „Nach Feierabend haben wir uns schnell aus dem Gebäude entfernt, sonst wäre unser Chef mit Sonderaufgaben gekommen. Sein Auto zu waschen, war nur eine von diesen Sonderaufgaben“, erinnert sich Hinnerk noch genau. „Die Ausbildung war schon hart, besonders wenn wir manchmal morgens um 3 Uhr mit der Arbeit beginnen mussten. Aber es hat auch viel Spaß gemacht, und wir haben viel gelernt.“

Nach den drei Ausbildungsjahren blieb Hinnerk in der Lebensmittelbranche und wechselte zu „Meistermarken“ nach Delmenhorst. Zunächst arbeitete er in der Milchabteilung, und als er „Meistermarken“ nach 20 Jahren verließ, war er Betriebsleiter. Allerdings hatte er innerhalb dieser 20 Jahre fünf Jahre studiert, um seinen Molkereiingenieur zu machen. Als sein Arbeitgeber ihn ins Ruhrgebiet versetzte, wechselte er zu einer Feinkostfirma in Stuhr. Seiner Heimat Heide den Rücken zu kehren, kam für ihn nicht in Frage.

Durch Kontakte kehrte er 1996 der Lebensmittelindustrie den Rücken und machte sich als Immobilienmakler, Finanzanlagenvermittler und Versicherungsmakler mit seiner Firma „ht finanz service“ selbstständig. Auch hier ist sein Weg zur Arbeit wieder denkbar kurz, denn sein Büro ist in seinem Haus in Heide.

Mit seinem Heimatort Heide ist er eng verbunden. 1993 gründete Hinnerk Twietmeyer zusammen mit weiteren elf Mitbürgern den Bürgerverein Heide-Schönemoor, deren Vorsitzender er seit dieser Zeit ist. „Wir sind kein Belustigungsverein, sondern kümmern uns um die Belange unserer Ortschaften. Mit dem Ortsverein Schönemoor gibt es ein sehr gutes Nebeneinanderher“, versichert mir Hinnerk.

In seiner Freizeit pflegt er zusammen mit Ehefrau Ute den Garten und den angrenzenden Heider See, den sein Vater Fritz Twietmeyer 1969 angelegt hatte. „Unser Vater hatte immer ein Auge für Natur. Er war ein richtiger Grüner. Die Partei der Grünen gab es damals noch gar nicht“, erzählt mir Hinnerk.

Sein Vater war Jäger. Aber immer mehr an der Hege als am Erlegen der Tiere interessiert. Genau dieses Ziel verfolgt auch Hinnerk, und so machte er vor einem Jahr seine Jagdprüfung. „Ich war zwar der Älteste unter allen Bewerbern, aber ich habe diese wirklich schwere Prüfung auch noch mit meinen 61 Jahren geschafft. Man ist eben so jung, wie man sich fühlt“, sagt Hinnerk Twietmeyer lächelnd.

Hier kann ich nur bestätigen.

Hinnerk Twietmeyer,Vorsitzender des Bürgervereins Heide-Schönemoor

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