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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

„Bosseln“ als Reha-Sport kaum bekannt

05.06.2019

Wardenburg Rein „äußerlich“ und vom Regelwerk her ähnelt dieser Sport dem Eisstockschießen oder auch dem Boule. Die Schreibweise wiederum ist leicht zu verwechseln mit dem bei Kohltouren so beliebten „Boßeln“. Was die sechs Männer an diesem Abend in der Sporthalle der Grundschule Wardenburg zusammenführt, ist – wie an jedem Montag – das „Bosseln“.

Sechs Schiebestöcke mit Griff, die sogenannten Bosseln, an deren Unterseiten besenartige Borsten befestigt sind, dienen als „Sportgeräte“. Sie sind Mittel zum Zweck, um so nah wie möglich an einen roten quadratischen Holzklotz, Daube genannt, heranzukommen. Dazu wird die Bossel mit Schwung auf eine 16 Meter lange Bahn geworfen.

mit und ohne ärztliche Verordnung

Die Bosseler der Reha-Sportgruppe Wardenburg treffen sich montags von 18 bis 19.30 Uhr in der Sporthalle der Grundschule Wardenburg, Schulweg 3. Hinterher geht’s für 30 Minuten ins Lehrschwimmbecken. Voraussetzung für die Teilnahme ist eine Mitgliedschaft im Verein oder eine ärztliche Verordnung.

Als nationales Spiel ist Bosseln beim Deutschen Behindertensportverband gelistet. Es ist aber nicht paralympisch. Es werden jährlich Landes- und Deutsche Meisterschaften ausgetragen.

Nähere Informationen zur Reha-Sportgruppe Wardenburg im Internet unter www.bsgwardenburg.de

Dass Hallen-Bosseln eine Variante des Rehabilitations(Reha)-Sports ist, wissen wahrscheinlich die wenigsten. Die Männer, die hier aus Spaß an der Bewegung in zwei Teams gegeneinander antreten, gehören denn auch zum Verein „Reha-Sportgruppe Wardenburg“.

„Seit mehr als 30 Jahren hat die Behindertensportgruppe, wie die Reha-Sportgruppe früher hieß, dieses Angebot in ihrem Programm“, weiß Hans Ache aus Oberlethe, ältester Teilnehmer der Gruppe, der mit seinen 85 Jahren die Bossel noch immer schwungvoll über den Boden fegen lässt.

Selbst ausprobieren

„Bosseln fördert Fitness, Koordination, Kraft und den Spaß in der Truppe“, weiß Volker Themann, der seit mehr als 20 Jahren das Bosseln-Training in Wardenburg leitet. Für wen es sich eignet, müsse jeder für sich selbst herausfinden. „Jeder kann gerne mal vorbeikommen und es ausprobieren“, ermuntert Themann. „Das kann jeder, der sich einigermaßen fit fühlt. Wir hatten schon Beinamputierte, Personen mit künstlichen Knie- oder Hüftgelenken und mit Herzschrittmachern dabei.“

„Nach so einem Abend sind die Arme manchmal schon etwas länger“, scherzt Walter Martens. „Aber hier tue ich mal etwas für mich, nachdem ich jahrelang etwas für andere gemacht habe“, stellt der ehemalige DRK-Ortsvorsitzende zufrieden fest. Für alle Bosseler ebenfalls wichtig: die Gemeinschaft und die Geselligkeit. „Außerhalb der Halle gehen wir auch mal zusammen essen“, berichtet Norbert Herrmann, der im Bosseln einen entspannenden Ausgleich zu seiner Arbeit als Hausmeister an der Grundschule Wardenburg gefunden hat.

Die Teilnehmerzahl der Bosseln-Gruppe bewegt sich allerdings zurzeit am unteren Limit. „In der letzten Zeit haben wir viele Spieler verloren“, bedauert Themann. Mindestens sechs Personen bedarf es, um zwei Mannschaften mit je drei Spielern bilden zu können. „Aus diesem Grund würden wir uns freuen, wenn mal wieder einige – egal ob Männer oder Frauen – dazukommen würden“, sagt Walter Kühn, der auch dem Vorstand der Reha-Sportgruppe angehört.

Anschließend ins Wasser

Zu ihren Hochzeiten zählte die Bosseln-Truppe rund 15 Mitglieder. „Da wurde sogar auf zwei Bahnen gespielt“, erinnert sich Kühn. Zurzeit nur auf einer. Auch an Wettkämpfe hätten sie früher teilgenommen. Ebenso wurden Wettbewerbe selbst ausgerichtet. Doch der sportliche Ehrgeiz wiege mittlerweile weit weniger als der reine Spaß an der Gemeinschaft und der persönlichen Fitness, betonen die Reha-Bosseler. Ihre Belohnung für 90 Minuten sportliche Betätigung schließt sich an jedem Übungsabend direkt nebenan an: „Anschließend dürfen wir noch 30 Minuten zur Entspannung ins Lehrschwimmbecken“, freuen sich die Montagssportler.

Marén Bettmann Wardenburg / Redaktion Wardenburg
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