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46 Millionen Euro für „Seute Deern“
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Aktualisiert vor 10 Minuten.

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46 Millionen Euro für „Seute Deern“

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Zum Fest fliegen in Westrittrum die Bälle

09.07.2019

Westrittrum Der Spielbetrieb bei der Schleuderballmannschaft des SV Rittrum ruht seit zwei Jahren. Es fehlen die Spieler, um den Traditionssport in einer Liga wieder aufzunehmen. Nichtsdestotrotz lassen es sich die Rittrumer nicht nehmen, zu ihrem alljährlichen Sommerfest einzuladen, wie auch am Sonntag auf dem Sportplatz an der „Ammerlands Heide“ in Westrittrum.

Und wenn Rittrum ruft, dann kommen sie. Zum Schleuderball haben sich neben dem SV Rittrum die Teams vom SV Altenhuntorf, Oldenbroker TV, TuS Grabstede und BV Grünenkamp eingefunden. Im Völkerball haben sich Mannschaften aus Großenkneten, Petersdorf, Benthullen, Halenhorst sowie Rittrum gemessen.

„Sehr beliebtes Turnier“

„Das Turnier hier in Rittrum ist immer sehr beliebt und wir wollen es so lange wie möglich aufrecht erhalten“, erklärte der erste Vorsitzende des SV Ulrich Gerdes. „Zur Not auch mit geliehenen Spielern, die von befreundeten Teams gestellt werden“, so Gerdes. Auf dem Rittrumer Platz werden zeitgleich Turniere in zwei Sportarten ausgetragen. Während die Damen Völkerball spielten,traten die Herren im Schleuderball gegeneinander an.

„Schleuderball ist ein Treibespiel“, erläuterte Peter Precht, der selbst langjähriger Spieler des SV Rittrum war. Die Mannschaften versuchen sich durch das Werfen des Spielgeräts gegenseitig aus dem Spielfeld zu treiben.

Gespielt wurde auf vier aneinander liegenden Feldern mit einer Gesamtlänge von 90 Metern. Geschleudert und geworfen wird ein 1,5 Kilogramm schwerer, mit Rosshaar gefüllter Lederball, an dem eine 30 Zentimeter lange Schlaufe befestigt ist. An dieser wird der Ball beim ersten Spielzug geschleudert – so weit wie möglich. Der geschleuderte Ball muss vom gegnerischen Team gefangen werden, dass ihn dann wiederum in Richtung des angreifenden Teams zurück schockt, also wirft. An der Schlaufe geschleudert wird er nur beim ersten Spielzug eines Durchgangs.

So geht es hin und her, bis es einem der Teams gelingt, das Feld komplett zu überbrücken, den Ball hinter die Auslinie zu werfen und der Gegner nicht in der Lage ist, den Ball zu fangen. So werden bei dem Sport die Tore erzielt.

Anlauf zum Schleudern

Auf dem Feld sind zwölf Spieler, also sechs pro Team. Der spieleröffnende Schleuderwurf, bei dem Anlauf genommen werden darf, wechselt innerhalb eines Teams reihum, so dass nicht nur der stärkste Werfer zum Zuge kommt. Wer den Ball fängt, muss als nächstes werfen. Geworfen wird immer von der Stelle, wo der Ball gefangen wurde. Berührt der Ball den Boden, wechselt der Ballbesitz und eine neuer Spielzug beginnt. Gespielt werden zwei Mal zehn Minuten.

Warum die Sportart derart geschrumpft konnte Gerdes nur mutmaßen: „Es ist überall so – die jungen Leute wollen vermutlich lieber ins Fitnessstudio oder sich nicht derart verpflichten.“ Denn obwohl die Rittrumer nicht mehr am Ligabetrieb – in Niedersachsen gibt es vier Ligen mit insgesamt 29 Teams – teilnehmen, trainieren sie wöchentlich und versuchen an bis zu sieben Turnieren jährlich teilzunehmen. Das nächste findet in Diekmannshausen statt. „Wir hoffen, dass wir genug Leute zusammen bekommen“, verriet der Rittrumer Schleuderballspieler Rainer Melle aus Großenkneten.

Das Schleuderballturnier gewonnen hat am Ende das Team vom SV Altenhuntorf vor dem BV Grünenkamp und dem SV Rittrum. Bei den Damen holte sich das Team aus Großenkneten den Pokal vor der zweitplatzierten Mannschaft aus Petersdorf. Auf Rang drei folgt Benthullen. „Im Völkerball haben wir uns vornehm zurückgehalten und den fünften Rang belegt“, lächelte Gerdes.

Mannschaftssport

Beim Völkerball werden zwei Mal acht Minuten gespielt. Die Aufregung, die sich zuletzt um den Sport entfacht hat, kann Ramona Budde vom SV Rittrum nicht verstehen. „Ich finde es ehrlich gesagt albern und kann es nicht nachvollziehen. Völkerball ist eine Mannschaftssportart, bei der es nicht um den Einzelnen geht“, meinte Budde.

Kanadische Wissenschaftler hatten auf einer Fachkonferenz im Juni erklärt, dass sie den Sport als ein Mittel der Unterdrückung sehen. Gerade für Kinder sei ein solcher Mannschaftssport jedoch wichtig findet Budde. „Mal gewinnt man, mal verliert man. Die Kinder lernen so, dass jeder mal in etwas gut und bei etwas anderem schlecht ist.“

Daniel Schumann Volontär, 2. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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