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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Kooperation statt Spielgemeinschaft

10.02.2018

Wildeshausen /Harpstedt In der Saison 2007/2008 ging erstmals die Handballspielgemeinschaft (HSG) Harpstedt/Wildeshausen an den Start. Sportliches Ziel des Zusammenschlusses der Handballer des VfL Wildeshausen und des Harpstedter TB war es, spielfähige Mannschaften und neue Perspektiven zu sichern. Doch jetzt, fast zehn Jahre später, ist die „Handball-Ehe“ am Ende. Bereits im vergangenen Jahr hatte der VfL den Vertrag gekündigt. In dieser Woche trafen sich die HSG-Mitglieder zur Jahreshauptversammlung, um über den Ist-Zustand sowie die sportliche Zukunft zu sprechen.

Um es vorwegzunehmen: Zum großen Knall zwischen den beiden Vereinen kam es vor, während oder nach der Sitzung nicht. „Alles verlief ruhig und sachlich“, berichtete Waldemar Köbke, Handball-Abteilungsleiter des VfL Wildeshausen. Frank Wobig, Vorsitzender des Harpstedter TB, erklärte: „Das Thema bereitet uns schon Kopfzerbrechen, aber Streitigkeiten gab es nicht.“ Letztendlich, so gibt auch Wobig zu, sei die Faktenlage klar: Im Jahr 2007 mit 26 Mannschaften und 313 Mitgliedern gestartet, sind aktuell gerade einmal 103 aktive Handballer geblieben. 54 davon gehören dem HTB an, 49 dem VfL. In der laufenden Saison nehmen nur noch zwölf Teams (zwei Frauen-, eine Männer- und neun Jugendmannschaften) am Punktspielbetrieb teil. Der männliche A- und B-Jugendbereich ist komplett verwaist. „Die zehn Jahre HSG waren bestimmt kein Fehler, denn sonst hätte es schon vorher größere Probleme gegeben. Allerdings haben wir auch nicht das erreicht, was wir wollten“, resümierte Köbke.

Zu hohe Kosten

Der entscheidende Faktor liegt derweil zwischen Daumen und Zeigefinger. „Die Kosten pro Aktiven sind mittlerweile um das Vierfache gestiegen“, erklärte Köbke. Erhöhte Meldegelder, Schiedsrichtergebühren und Verbandsabgaben hätten ihr Übriges dazugetan. „Jeder Handballer kostet uns pro Jahr über 200 Euro – das ist so nicht mehr bezahlbar“, begründete der VfL-Vorsitzende Wolfgang Sasse, warum sich sein Verein um eine Veränderung bemüht. „Wir wollen, dass in Wildeshausen direkt bei uns vor Ort wieder Handball gespielt wird. Und wir kriegen das auch hin“, so Sasse, der außerdem davon überzeugt ist, in Wildeshausen eher Sponsoren für den VfL als für die HSG zu finden.

Dabei gibt Sasse (Bild) zu, dass die aktuell fehlenden Mitglieder zu einem Problem werden könnten. „Es wird sicherlich ein bis drei Jahre dauern, bis sich alles wieder stabilisiert.“ Mit der neuen Beachsportanlage hofft der VfL-Vorsitzende schon ab diesem Sommer auf einen Zuwachs an neuen Handballern. Außerdem wolle man ein Konzept entwickeln, um den Nachwuchs in den Verein zu bekommen. Dafür werde man gezielt auf die Grundschulen und Kindergärten zugehen.

Spielordnung nutzen

Um im Hinblick auf die Saison 2018/2019 so viele spielfähige Mannschaften wie möglich aufzustellen, wollen der VfL Wildeshausen und der Harpstedter TB auch in Zukunft kooperieren – und dafür mit dem TSV Großenkneten und TV Neerstedt gegebenenfalls noch zwei weitere Partnervereine mit ins Boot holen. Im Rahmen der Spielordnung sind Jugendmannschaftsspielgemeinschaften – kurz: JMSG – möglich, die immer für ein Jahr laufen. „Alle Handballer bleiben in diesem Fall in ihren Vereinen“, sagte Sasse. Auch Gastspielrechte seien denkbar. „Wichtig ist, dass wir in den Vereinen nicht die Basis verlieren“, erklärten Sasse und Köbke übereinstimmend.

Wobig bezeichnete die neue Situation als „schwierig“. „Es sieht ja irgendwie so aus, als würde es unverändert weitergehen“, sagte der HTB-Vorsitzende. Zudem bleibe abzuwarten, wie die Mitglieder reagieren würden.

HTB gut aufgestellt

„Wir werden weiter kooperativ zusammenzuarbeiten – da kommen wir gar nicht drumherum, gerade im Hinblick auf die Kinder und Jugendlichen“, erklärte Maik Bitter, stellvertretender Spielwart im HTB und zuletzt auch kommissarisch im Vorstand der HSG. „Uns ist da aber nicht bange“, fügte Bitter hinzu, der seinen HTB gut aufgestellt sieht. So werde die Zusammenarbeit mit den Schulen bereits forciert, außerdem verfügt der Turnerbund auch schon über eine gut funktionierende Schnuppergruppe.

Wichtig sei allen Beteiligten, dass der Spielbetrieb aufrecht erhalten bleibt. Beide Vereine, darauf wies Köbke nachdrücklich hin, hätten „gute strukturelle Möglichkeiten und können einiges anbieten“. Allerdings werden in den kommenden Wochen viele Gespräche, jede Menge Arbeit und auch Personalien auf die Handballabteilungen zukommen. So gilt es für den VfL, einen Nachfolger für Abteilungsleiter Köbke zu finden, der bereits im vergangenen Jahr erklärt hatte, das Amt nicht länger auszuüben. Zudem gilt es abzuklopfen, wie viele Mannschaften man melden kann und unter welchem Vereinsnamen diese dann auflaufen. Denn schließlich beginnen direkt nach dem Ende der laufenden Saison Anfang Mai die Qualifikationsturniere der Jugendteams für die neue Spielzeit – und bis dahin muss weitgehend Klarheit herrschen.

Michael Hiller
Lokalsportredaktion
Redaktion Wildeshausen
Tel:
04431 9988 2710

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