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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Alle blicken „Cabby“ hinterher

02.11.2017

Wildeshausen Wer mit einem Sportwagen langsam durch die Wildeshauser Innenstadt fährt, löst den Aha-Effekt aus. Beim Design kleiner Autos setzt die Industrie auf den Beschützer-Instinkt seiner Käufer. Aber Fahrzeuge, die ein Lächeln aufs Gesicht zaubern? Der Wildeshauser Michael Haake scheint das mit seinem schwarzen Oldtimer zu schaffen. Erst neulich wieder, als er an einer Ampel in der Heemstraße halten musste und sich die Bewohner einer Senioreneinrichtung die Nasen an den Fenstern platt drückten und winkten. „Es ist einfach herrlich, in die Gesichter der Menschen zu gucken“, sagt Haake.

Der 47-Jährige ist seit wenigen Tagen mit einem original London-Taxi in der Region unterwegs. Der Austin FX4 R, Baujahr 1984, war schon in der britischen Hauptstadt im Einsatz. Zuletzt gehörte „Cabby“, wie Haake liebevoll den Oldtimer nennt, einer Fotografin in Hilden bei Düsseldorf, die nach Ibiza ausgewandert ist. Die Ausstattung entspricht dem original Kultmobil, wie es von 1958 bis 1997 fast unverändert gebaut wurde. Sogar ein funktionstüchtiges Taxometer ist drin. Das ist in Deutschland aber nicht zugelassen, weiß Haake. Er fährt nebenbei übrigens für ein Taxi-Unternehmen, um seine Frührente aufzubessern.

Der Wildeshauser, der auch einen Roadster vom Typ MG „Midget MK III RWA“ sein eigen nennt, hatte schon lange nach einem London-Taxi Ausschau gehalten. „Ich wollte auch etwas für die Regenzeit haben“, sagt er. In Chemnitz hatte er sich ein England-Taxi angesehen, aber den Kauf verworfen. Mit Modell Nummer 2 beschäftigte er sich seit April. Nach der Probefahrt im August sollte das Fahrzeug zum Lackierer. Aber als Haake dann nach Kassel fuhr, um den Austin zu übernehmen, war er enttäuscht. „Die Lackierung war schlecht gemacht. Überall gab es noch Risse und Pickel.“ Getreu dem Motto „Aller guten Dinge sind drei“ erwarb er seinen „Cabby“ von der Fotografin.

Grundsätzlich ist der Oldtimer-Fan mit dem Zustand des Fahrzeugs zufrieden. Dennoch müsse einiges getan werden: Rost entfernen, Türen austauschen, Schriftzüge erneuern. „Das sind alles überschaubare Sachen“, sagt Haake unter Berufung auf den „Schweißer seines Vertrauens“. Und: „Ich möchte, dass alles so perfekt und authentisch ist, wie beim Original.“ Falls er in Deutschland nicht die Ersatzteile erhält, will er zu Marc nach Liverpool fahren. „Das ist auch so ein Austin-Verrückter“, weiß Haake. Im Frühjahr soll das London-Taxi hübsch in die neue Oldtimer-Saison starten. Haake: „Ich will Cabby nicht als Gelegenheits-Auto nutzen, sondern auch im Alltag möglichst viel damit fahren. Nur Eis und das gemeine Salz soll er nicht abgekommen.“

Verleihen will er seinen Austin allerdings nicht; allenfalls für Fotografen oder für Hochzeiten zur Verfügung stellen – mit ihm selbst am Steuer. Sein größter Wunsch? „Vielleicht wird ja in Wildeshausen noch einmal ein englischer Krimi gedreht.“ Dann würde Haake seinen „Cabby“ gern zur Verfügung stellen. Und am Ende würden sich sogar Millionen von Fernsehzuschauern nach dem Kult-Oldtimer umsehen.

Stefan Idel Redaktionsleitung / Redaktion Wildeshausen
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