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Aktualisiert vor 1 Minute.

Unfall In Oldenburg
Radfahrer von Auto angefahren

NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Diese Matten bedeuten ihr die Welt

12.07.2019

Wildeshausen Für das ungeschulte Auge ist es fast nicht zu erkennen: Kaum hat Paola Onofaro ihre Trainingspartnerin Eleanor Stengel im Würgegriff, klopft diese auch schon ab und signalisiert so, dass sie sich geschlagen gibt. „Ich habe ihre Blutabfuhr über die Halsvene gemindert“, erklärt die 16-jährige Onofaro in ihrem blauen Judo-Anzug mit einem Lächeln das schnelle Abklopfen ihrer Trainings-Kontrahentin.

Seit sechs Jahren dabei

Was so schnell geht und bei der Schülerin mühelos und natürlich wirkt, ist das Ergebnis unzähliger Stunden auf den Matten, die für Onofaro die Welt bedeuten. Seit nunmehr sechs Jahren betreibt sie den Ganzkörpersport beim SC Wildeshausen. „Das war damals Zufall – ich hatte mit Tischtennis aufgehört und habe einen Flyer über ein Probetraining beim SC in die Hände bekommen“, erläutert die Wildeshauserin ihren Einstieg in die japanische Kampfsportart. Eine Entscheidung, die sich bezahlt gemacht hat, denn Onofaro geht in ihrem Sport auf. Wie sonst lässt sich der zeitliche Aufwand erklären, den die Schülerin in den Judosport steckt.

Die Bronzemedaillengewinnerin der diesjährigen norddeutschen Einzelmeisterschaften und der diesjährigen Landesmeisterschaften hat zudem in diesem Jahr an den Bremen Open und den Deutschen Meisterschaften teilgenommen und trainiert bis zu fünf Mal pro Woche. In der Sporthalle der Hunteschule an der Heemstraße in Wildeshausen ist sie bis zu drei Mal anzutreffen. Dazu kommen zwei Trainingseinheiten im Regionalstützpunkt des niedersächsischen Judo-Verbandes in Oldenburg, wo im Vergleich zu Wildeshausen mehr wettkampforientierte Judokas trainieren.

Doch damit nicht genug: Onofaro geht zudem regelmäßig laufen und macht ein Zirkeltrainingsprogramm, das von ihr selbst geplant ist. „Man braucht beim Judo alles – Kraft, Ausdauer, Koordination – und ich merke selbst, ob eine Einheit sinnvoll ist“, erklärt Onofaro. „Außerdem sehe ich bei Meisterschaften, dass sich die Anstrengungen lohnen. Und wenn ich nicht auf dem Treppchen stehe, ist das für mich Ansporn, an mir zu arbeiten.“

Unerwähnt sind die Wochenenden, die sie auf Turnieren und Lehrgängen verbringt. Denn Onofaro ist Mitglied im Juniorteam des Deutschen Judo-Bundes, dass die Entwicklung der Judojugend in Deutschland mitgestaltet.

Und da auch dies noch nicht reicht, um ihren Terminplan zu füllen, trainiert Onofaro eine Judo-Kindergruppe in Wildeshausen. Was ist es also, dass eine Jugendliche dazu bringt, so viel Zeit und Mühe in einen Sport zu investieren? „Ich habe über den Judosport sehr viele Freunde gefunden. Mittlerweile ist es so, dass ich, egal wo ich hinkomme, jemanden kenne auf den ich mich freuen kann“, berichtet Onofaro.

Die Judo-Gemeinschaft sei sehr offen und zeichne sich dadurch aus, dass man überall willkommen sei. Das liege auch an der Philosophie des Sports. So gibt es im Judo zehn Werte, die der Sport in besonderer Weise vermitteln will, darunter etwa Höflichkeit, Hilfsbereitschaft, Ehrlichkeit und Respekt. „Diese Werte werden im Judo gelebt. Man merkt nicht nur einen Unterschied, wenn man sich andere Sportarten anschaut, man nimmt es auch ins eigene Leben mit“, findet Onofaro.

Trotz all der investierten Zeit kommt die Schule bei der Gymnasiastin nicht zu kurz. „Wenn wir viele Arbeiten schreiben, wird es manchmal stressig“, gibt sie zu, „aber ich kriege es gut unter einen Hut.“ Zeit zum Feiern findet Onofaro auch, auch wenn sie zugibt, bisweilen eher wenig Freizeit zu haben. „Ich vermisse nichts“, betont sie. „Manchmal gehe ich abends noch aus und stehe am nächsten Tag in der Halle.“ Wenn es mit den Freunden am Abend zuvor später wurde, überlässt sie das Kämpfen allerdings anderen. Dann ist sie als Kampfrichterin vor Ort.

Kämpfen und Richtern

Auch dieser Punkt gehört für sie zum Judosport. „Der Wettkampf geht vor, auch wenn das Kampfrichtern total viel Spaß macht“, gibt sie zu. Und es ist einer der Gründe, warum die Wildeshauserin sich nicht das Ziel gesetzt hat „ganz oben anzukommen“. Dafür müsste sie nicht nur ihre Tätigkeit als Kampfrichterin an den Nagel hängen. „Einen Sprung in den Bundeskader kann ich nicht von Wildeshausen aus schaffen, dafür müsste ich nach Hannover aufs Sportinternat, wo mindestens zwei Mal am Tag trainiert wird“, erläutert Paola Onofaro.

Ende Juli beginnt die Jugendliche eine Jugendleiterausbildung bevor es im August zum Kadertraining der niedersächsischen Jugendauswahl geht. Da ist sie selbstredend auch vertreten.

Daniel Schumann Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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