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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Nicht genügend Schiedsrichter im Land?

19.07.2019

Wildeshausen /Oldenburg Die Handballregion Oldenburg (HRO) steht zur kommenden Saison vor einem Problem. Die Zahl der aktiven Schiedsrichter ist so gering, dass ein reibungsloser Spielbetrieb nicht gesichert ist..

„Wir haben auf der einen Seite das Problem, dass sehr wenige Schiedsrichter zum Teil sehr viele Spiele pfeifen müssen“, berichtet HRO-Vorsitzender Wolfgang Sasse. „Auf der anderen Seite haben wir sehr viele Schiedsrichter, die zwar einen Schein haben, aber kein einziges Spiel pfeifen.“

205 von rund 500 Schiedsrichtern waren im Mai dieses Jahres inaktiv. „Es ist ein Unding – wenn die Schiedsrichter nicht pfeifen, sind sie in meinen Augen keine Schiedsrichter mehr“, urteilt der Wildeshauser Sasse.

Der Spielbetrieb ist laut dem neuen Schiedsrichterwart der HRO, Mattes Heerwagen (Oldenburg), nicht akut bedroht. Er sagt aber auch: „Wenn in den nächsten fünf Jahren alles in die falsche Richtung läuft, werden wir auch Spiele absagen müssen.“ Bisher blieb es bei Spielverlegungen, aufgrund eines fehlenden Schiedsrichters. „Dann pfeift mitunter jemand ein viertes Spiel, obwohl er schon drei Mal am Wochenende gepfiffen hat – genau das versuchen wir zu vermeiden.“

Das größte Problem ist laut Sasse, dass man nicht genügend Schiedsrichter habe, die man dem Handball-Verband Niedersachsen (HVN) melden könne. Das vom HVN vorgegebene Soll für von der HRO gemeldete Schiedsrichter lag bei 74, das Ist bei 42 – somit fehlten der HRO 32 Schiedsrichter in der vergangenen Saison.

Strafen enorm erhöht

Die Strafen hierfür sind laut Sasse in den vergangenen Jahren enorm vom HVN erhöht worden. Haftbar sind die Vereine. „Wir wollen das Geld nicht. Der HVN will es auch nicht“, betont 73-Jährige. Denn auch der HRO belangt die Vereine monetär für fehlende Schiedsrichter. Die Strafe für die „Nichtmeldung oder nicht fristgerechte Meldung der erforderlichen Anzahl der Schiedsrichter“ für den HVN/DHB und die HRO liegt nach dem Geldbußenkatalog der HRO zwischen 50 und 250 Euro. Was man will, sind aktive Schiedsrichter.

Die Vereine stellen die Schiedsrichter. Laut Schiedsrichterordnung der HRO 1,5 Schiedsrichter pro spielende Mannschaft ab Landesklasse aufwärts. Sind die Vereine dazu nicht in der Lage, greift der Geldbußenkatalog.

Doch woher kommt der Mangel an aktiven Schiedsrichtern? „Der Schiri ist der Job, den keiner machen möchte. Aber es gehört dazu wie der Ball und die beiden Mannschaften“, macht Ralf Geisler, Schiedsrichter-Referent bei der HRO und Schiedsrichterwart bei der TS Hoykenkamp, deutlich. Das Problem: „Es muss den Schiris mehr Wertschätzung entgegengebracht werden“, meint Sasse.

Im Zweifel der Buhmann

Herwagen, sieht die Einstellung den Schiedsrichtern gegenüber problematisch: „Gerade als Schiedsrichter ist man im Zweifel der Buhmann.“ Herwagen habe von Vereinen gehört, dass es schwierig sei, junge Spieler zu überzeugen, nebenbei zu pfeifen. Auch Geisler weiß, dass Nachwuchs-Schiedsrichter von Zuschauern oft angemeckert werden. „Da überlegt man sich danach, ob man weitermachen will“, so der Ganderkeseer.

Einen Lösungsansatz für dieses Problem verfolgt man bei der TS Hoykenkamp. „Unser Nachwuchs pfeift immer mit erfahrenen Schiris zusammen“, erklärt Geisler. Die erfahrenen Schiedsrichter können vor allem dabei helfen, die Stimmung in der Halle zu deuten. Geldstrafen für die Vereine sieht er nicht als Lösung.

Geisler fordert „mehr Vereinsarbeit“: In Hoykenkamp setze man bei der Ausbildung von Nachwuchs-Schiedsrichtern auf viel praktische Übungen. Zudem sieht Geisler in dem „Stufenführerschein“ ein gutes Ausbildungskonzept, das es erlaubt, einen verkürzten Schiedsrichter-Schein zu machen. Dabei handelt es sich um eine Junior-Schiedsrichterlizenz, die dazu befähigt, nach vier Jahren betreutem Pfeifen jedes Handballspiel zu leiten. Jüngst wurden in Hoykenkamp nach diesem Konzept 15 Nachwuchsschiris ausgebildet. „Wenn man von den Junioren die Hälfte als aktive Schiedsrichter behält, hat man viel geschafft“, ist sich Geisler sicher.

Daniel Schumann Volontär, 1. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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