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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Mit neuen Schuhen auf dem Jakobsweg

05.01.2019

Wildeshausen Altertümliche Dörfer, sattgrüne Landschaften, Eukalyptuswälder und ein spektakuläres Ziel: Die letzten 120 Kilometer des Jakobsweges hat die Wildeshauserin Ingrid Lutze im Oktober 2017 erwandert. Acht Tage lang ging es für die passionierte Wanderin, die viele noch aus ihrer jahrzehntelangen Tätigkeit als Konrektorin an der St.-Peter-Schule kennen, über Sarria, Portomarin, Palas de Rei, Melide und Lavacolla nach Santiago de Compostela.

„Der Entschluss, auf dem Jakobsweg zu wandern, war die beste spontane Entscheidung meines Lebens“, blickt Lutze zurück. Kurz zuvor war die damals 65-jährige Vollblutlehrerin pensioniert worden und hatte damals bereits verkündet, einen Teil der neugewonnenen freien Zeit fürs Reisen zu nutzen.

Konditionell vorbereitet

„An meiner Kondition hatte ich keine Zweifel, aber ein bisschen Sorge bereitete mir das richtige Schuhwerk für eine solche Tour“, berichtet die begeisterte Joggerin. Nach Rücksprache mit ihrem Podologen entschied sie sich dann, entgegen einer alten Wanderregel, für neue, nicht zu enge Wanderschuhe – und lief gut damit. „Die Zeiten der alten Knobelbecher aus Leder, die man ewig einlaufen muss, sind zum Glück vorbei“, schmunzelt die Wildeshauserin. Getestet wurde das neue Schuhwerk dennoch auf einer 20-Kilometer-Tour des Oldenburger Wandervereins, dem Lutze seit langem angehört.

Unterwegs zum Grab des Jakobus

Als Jakobsweg wird eine Anzahl von Pilgerwegen durch ganz Europa bezeichnet, die alle das angebliche Grab des Apostels Jakobus in Santiago de Compostela in Galicien (Spanien) zum Ziel haben. In erster Linie versteht man darunter jedoch den Camino Francés, der von den Pyrenäen zum Jakobsgrab führt.

Seit den 1970-er Jahren hat die Pilgerschaft auf dem Jakobsweg einen großen Aufschwung erlebt. Der Europarat erklärte 1987 den Weg zum ersten europäischen Kulturweg. Wurden damals gut 3000 Pilger pro Jahr registriert, waren es 2004, im Heiligen Compostelanischen Jahr, knapp 180 000.

Sie alle haben entweder den ganzen Weg, mindestens aber die letzten 100 Kilometer der Strecke zu Fuß oder zu Pferd oder die letzten 200 Kilometer per Fahrrad zurückgelegt. Dies wird mit Stempeln in einem Pilgerausweis verzeichnet und berechtigt zur Nutzung der Pilgerherbergen und zum Tragen der entsprechenden Abzeichen. In Santiago erhalten die Pilger als Urkunde die Compostela.

20 bis 30 Kilometer betrug auch das tägliche Wanderpensum auf dem Jakobsweg. „Manchmal mussten wir ein bisschen klettern, aber alles in allem war die Strecke gut zu schaffen“, erinnert sich Lutze. Der Weg sei gut ausgeschildert, reichlich bestückt mit Verpflegungsstationen und zum Glück nicht so überlaufen wie befürchtet. „Wir hatten eine tolle Gruppe von zehn Leuten zwischen 30 und 70 Jahren, die sich super verstanden hat“, schwärmt Lutze. Ohnehin lobt sie die Organisation der Reise durch Roger und Daniela Förster vom Ganderkeseer Reisebüro curva-biketravel in Kooperation mit der Volkshochschule.

„Wir sind als Gruppe oft gemeinsam gewandert, konnten uns aber auch in unserem eigenen Tempo auf den Weg machen“, berichtet sie. Gerade diese Wegstrecken, die sie alleine zurückgelegt habe, hätten sie nicht unbedingt zu Gott, aber schon näher zu sich selbst geführt, sinniert die Mutter eines Sohnes, der mit seiner Familie im weit entfernten Singapur lebt. „Wenn man so alleine unterwegs ist, geht einem einfach vieles durch Kopf“, berichtet sie von spirituellen Momenten in der Natur.

Allein und miteinander

Neben diesen intensiven Momenten des Alleinseins genoss die Teamplayerin aber auch die gemeinsamen Abende im Hotel oder Restaurant sehr. „Wir sind bis heute eine eingeschworene Truppe, die über Whatsapp immer noch in Kontakt ist“, lobt sie den Zusammenhalt und die „vielen tollen Gespräche“.

Ein Abend ist ihr ganz besonders im Gedächtnis geblieben: „Während der Wanderung bin ich 66 Jahre alt geworden, aber ich ahnte nicht, dass die anderen das wussten. Umso überraschter war ich, als mir im Speisesaal ein internationales Geburtstagsständchen gebracht und spanischer Nusskuchen serviert wurde“, schildert Lutze einen von vielen besonderen Momenten.

Ein solcher war auch das Erreichen des Ziels in Santiago de Compostela. „Man fällt sich überglücklich in die Arme, hat Gänsehaut und ist stolz auf das Geleistete“, blickt sie zurück. Ein weiterer folgte, als die Gruppe eine allerletzte Wegstrecke mit dem Bus ans Kap Finisterre zurücklegte. „Wenn man hier auf dem Felsen am sogenannten Ende der Welt steht und in die endlose Weite des Meeres schaut, ist das schon unvergleichlich“, sinniert Lutze.

Generell wird der Wildeshauserin der Aufenthalt in der Natur immer wichtiger. „Natur, Bewegung und soziale Kontakte sind die drei Standbeine in meinem Leben“, beschreibt sie ihre Prioritäten. Das wird in diesem Jahr nicht anders sein: Eine Wanderung im Vogtland und zwei Touren im Harz sind schon fest eingeplant.

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Uta-Maria Kramer Wildeshausen / Redaktion Wildeshausen
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