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NWZonline.de Region Kreis Oldenburg Lokalsport

Zeigen, wer im Spiel die Autorität besitzt

28.12.2016

Landkreis Sobald Andre Bakenhus im Trikot mit Pfeife, Karten und Stoppuhr den Fußballplatz betritt ist er der Chef. So sollte es zumindest sein, doch der Schiedsrichter der Sf Littel hat, wie seine Kollegen auch, immer mehr damit zu kämpfen, dass sie von Zuschauern oder Spielern verbal oder zum Teil sogar körperlich angegangen werden.

In den zehn Jahren, die Bakenhus mittlerweile das Ehrenamt ausübt, beobachtete er, dass das unsportliche Verhalten ihm und seinen Kollegen gegenüber zunahm. „Es gibt aber Kreise, die deutlich größere Probleme damit haben“, erklärt der 23-Jährige.

Aufgrund seiner Körpergröße und Erfahrung kann er sich jedoch mittlerweile durchsetzen. „Gerade für junge Schiedsrichter ist das schwer“, weiß er aus Erfahrung. Sein Anspruch ist, sich nicht für etwas Besseres zu halten, sondern offen und kommunikativ gegenüber Spielern und Zuschauern zu agieren.Sollte es doch einmal zu einem Tumult kommen, ist der Platzdienst verpflichtet einzugreifen, um dem Unparteiischen im Notfall zu helfen.

Gründe für den raueren Ton sieht Bakenhus in der zunehmenden medialen Berichterstattung und Auswertung der Fußballfernsehübertragungen. Genauso können auch Fehler des Schiedsrichters, emotional aufgebrachte Fans oder Trainer sowie der starke Körperkontakt zu Auseinandersetzungen führen.

Ähnlich ist es auch im Handball. „In einigen Hallen ist es gang und gebe, uns nieder zu machen. Aber das ist die Ausnahme“, berichtet Heinz Quahs. Der 67-Jährige schiedst für die HSG Grüppenbühren/Bookholzberg. Er glaubt, dass es im Handball ruhiger zugeht als beim Fußball. „Der Sport ist auch körperbetont, aber es gibt bei uns nicht so viele brutale Fouls. Es ist in gewisser Weise auch hart, aber nicht so unfair wie im Fußball“, berichtet Quahs.

Im Gespann versuche er von Beginn an, die Härte aus dem Spiel zu nehmen, um Eskalationen zu vermeiden. Als Unparteiischer achte er besonders zu Beginn der Partien darauf, dass sich die Spieler nicht schubsen, einharken oder gar verletzen.

„Die Kommunikation unter den Schiedsrichtern ist auch besser“, sagt der erfahrene Unparteiische. Er versuche sich im Hintergrund zu halten und nur einzugreifen, wenn es zwingend erforderlich ist.

Im Faustball gehe es noch fairer und ruhiger zu, berichtet Max Hunger. „Die Brettorfer Zuschauer haben auch manchmal die Vereinsbrille auf, aber das meint keiner böse. Ich habe in den 40 Jahren noch nie eine gelbe oder rote Karte gebraucht und es hat auch noch keiner doll geschimpft“, so der ehemalige Bundesligaschiedsrichter des Ahlhorner SV. Wenn er mit seinen 1,96 Meter und seiner lauten Stimme spreche, hätten die Fans und Spieler Respekt. Die Spieler agieren laut Hunger größtenteils sehr fair und würden Fehler auch zugeben.

Im Volleyball verhalten sich die Zuschauer und Spieler relativ ruhig. „Es wird schon auch mal gepöbelt, aber bei mir macht das eigentlich keiner“, berichtet Sven Warrelmann von der VSG Oldenburger Land. Im Vergleich zum Fußball gehe es sehr gesittet zu. Viele Spieler würden beispielsweise Netzberührungen auch ansagen, weiß er aus seinen mittlerweile über 30 Jahren Erfahrung.

Die Schiedsrichter müssen in Sekunden entscheiden und können keine Zeitlupe abwarten. Sie würden sich über etwas mehr Respekt und Verständnis freuen.

Anna Lisa Oehlmann Volontärin, 3. Ausbildungsjahr / NWZ-Redaktion
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