Huntlosen - Ein Mörder treibt sein schreckliches Unwesen in einer Kleinstadt im Westerwald. Die Gerüchteküche brodelt. Geschehen die fürchterlichen Verbrechen aus Hass gegen Jagd und Jäger? Darum geht es in einem Krimi des Huntloser Autors, Regisseurs und Journalisten Lutz Wetzel. Keine Fiktion ist hingegen seine TV-Dokumentation „Krieg im Forst“, die am 1. Februar um 20.15 Uhr in der SWR-Reihe „betrifft:“ gesendet wird und sich mit dem Polizistenmörder aus Kusel beschäftigt, der offenbar seine Jagdwilderei vertuschen wollte.
Lutz Wetzel produziert seit fast 30 Jahren Dokumentationen fürs Fernsehen. Rund 130 Beiträge sind in der Zeit entstanden. Diese wurden von verschiedenen ARD-Sendern und auf Arte ausgestrahlt, darunter Titel wie „Betrug am Telefon – Kriminalität gegen alte Menschen“, „Erwischt! Die Autobahnfahnder“, „Ich bin eine Mörderin – Im Frauenknast von Vechta“ oder auch „Liebe, Leid und Sahnetorte – Tanztee im Hundsmühler Krug“. Die Dokumentationen haben eine Länge von 30 bis 45 Minuten.
Vom Land in die Stadt
Der heute 69-Jährige ist kein gebürtiges Nordlicht. Er stammt aus Altenkirchen im Westerwald. „Der Mann vom Arbeitsamt hat mir nach dem Abitur die Blätter zur Berufskunde in die Hand gedrückt und meinte, ich könnte wohl Bibliothekar werden“, erzählt Wetzel. Das Studium der Bibliothekslehre, Kunstgeschichte und Germanistik führte ihn nach Stuttgart. „Wenn du vom Land in die Stadt kommst, hast du alle Möglichkeiten.“ Wetzel trieb sich nicht nur in Hörsälen rum, sondern auch im Theater und auf Konzerten. Mitten im Studium, von 1976 bis 1978, volontierte er zudem bei den Stuttgarter Nachrichten und erlernte das journalistische Handwerkszeug.
Doch kein Bibliothekar
„Nach meinem Studium gab es deutschlandweit eine freie Stelle als Bibliothekar“, sagt Wetzel. Er heuerte in Bremerhaven an. Doch nach einigen Monaten musste er feststellen, dass das nicht sein Leben sein sollte. „Ich wollte nicht vor Langeweile sterben.“
Er jobbte lieber als freier „Küstenreporter“. Jahrelang schrieb er für den Weser Kurier, ferner für Stern, Taz und Spiegel. Zwei Kriminalromane, Sachbuchveröffentlichungen und seine Kolumne „Wetzels Landleben“ im Jagdmagazin „Wild und Hund“ gehören ebenfalls zu seiner Vita.
Wechsel in TV-Branche
Als in den 90er-Jahren das Privatfernsehen aufgebaut wurde, sprach ein TV-Kollege Lutz Wetzel an, weil dieser meinte, er hätte auch das Zeug fürs Fernsehen. „In meiner ersten Reportage für die Sat1-Reihe 24 Stunden ging es um das Thema Pfingsten auf der Autobahn“, weiß der 69-Jährige noch genau. Für die Folge betreute er die Filme, textete und redigierte die Beiträge. Er zog von Bremerhaven in die Nähe von Bremen um.
Haus in Huntlosen
Die Suche nach einem Haus führte das Ehepaar Wetzel vor 15 Jahren schließlich nach Huntlosen. Als Jäger engagiert sich Lutz Wetzel im Hegering Großenkneten, ist im Revier Westrittrum unterwegs. „Durch die Jagd habe ich die Gemeinde besser kennengelernt. Du siehst Ecken, wo sonst niemand hinkommt, und baust mit der Zeit ein besonderes Verhältnis zur Landschaft auf“, erzählt Wetzel.
Als Autor hat er auch immer wieder die Themen Jagd und Landwirtschaft aufgegriffen. Beispiel: „Das Jahr des Jägers – Aus dem Alltag einer rauen Zunft“ oder „Alarm im Saustall – Mit einer Schweineberaterin über Land“.
Interessante Personen
Auch mit 69 Jahren lässt ihn die Neugier nicht los. „Es macht auch Spaß, gefragt zu werden“, gibt Wetzel zu. Heute seien es aber nicht mehr so viele Produktionen wie früher. Im Rückblick seien es auch die interessanten Persönlichkeiten als Mitwirkende bei Dokumentationsfilmen gewesen, die sein Berufsleben immer wieder besonders gemacht hätten. Getroffen habe er unter anderem Michael Schumacher, Norbert Blüm, Jürgen Drews, Ingrid Steeger oder auch Wolfgang Porsche. Wetzels nächstes Projekt ist eine Dokumentation über (illegale) Waffen in Norddeutschland.
