Ganderkesee - Bands, deren Schaffen in einer Rockumentary – also einem dokumentarisch angelegten Bandporträt – verewigt wurde, genießen üblicherweise Weltruf. Zu den bekannten Exemplaren gehören Filme, die rückblickend etwa den Aufstieg von Pink Floyd, U2 oder Metallica Revue passieren lassen. Dass eine Rockumentary hingegen entsteht, wenn die Porträtierten noch mittendrin sind in diesem Prozess, dürfte einigermaßen selten sein. Für die Ganderkeseer Metalcore-Band Maelføy aber war das Jahr 2022 so außergewöhnlich, dass sie es konservieren und einen Kontrapunkt zur schnelllebigen Social-Media-Welt setzen wollte.
Am vierten Adventssonntag, zwei Tage nach der Veröffentlichung ihrer neuen Single „The Way“, wird die Band im Bremer Kino City 46 im Kreis geladener Gäste die Dokumentation „The Rise of Maelføy“ vorstellen. Darin festhalten sind die jüngsten Meilensteine der Band-Karriere.
Profis für Bild und Ton ins Boot geholt
Eigentlich hatte bereits 2020 DAS Jahr von Maelføy werden sollen – doch dann kam die Pandemie. Alle Pläne, auch die Dreharbeiten, lagen plötzlich auf Eis. 2021 sah es ähnlich aus. Als sich dann aber abzeichnete, dass die Planung für 2022 Bestand haben könnte, entschieden die fünf Musiker zusammen mit dem Oldenburger Filmemacher Jan Niklas Behrens, mit dem sie gut befreundet sind, das lang gehegte Vorhaben durchzuziehen. Mit im Boot war Timo Bonner, Produzent der Band und Toningenieur, der sich um die hohe Audio-Qualität des Films kümmerte.
Das 60-minütige Werk zeigt das komplette Wirken von Maelføy im zurückliegenden Jahr: Es kombiniert Impressionen von Open-Air-Festivals und Videodrehs sowie von der pandemiebedingt nachgeholten Album-Release-Show im September im „Amadeus“ in Oldenburg. Gleich zu Beginn des Films aber werden die Zuschauer zum Höhepunkt des Jahres mitgenommen: dem ersten Auslandsauftritt der Band, der sie im Oktober ins spanische Bilbao geführt hatte. Drei Repräsentanten aus Deutschland vertraten die Bundesrepublik dort beim BIME Festival – darunter die Ganderkesee Metalcore-Band.
Privates Umfeld kommt zu Wort
Die Konzeption der kurzweiligen Reise durch das Band-Jahr hatte Videograph Behrens im Vorfeld zusammen mit Lars Riedel, Gitarrist und Manager der Band, und Sänger Marne Büch entwickelt. Bei ihrer Gesamtkomposition setzten die drei nicht allein auf Bühnenszenen und öffentliche Auftritte. Die Band gewährt auch Blicke hinter die Kulissen und ihr privates Umfeld kommt mehrfach zu Wort.
Das Ergebnis überzeugt. Die Dokumentation ziehe Fans und bislang mit der Band nicht vertraute Menschen gleichermaßen in ihren Bann, berichtet Riedel von den ersten Erfahrungen mit dem fertigen Film. Fans und Interessierte, die die Uraufführung der Maelføy-Rockumentary, nicht im Kino verfolgen können, bekommen das Werk gewissermaßen als Weihnachtsgeschenk überreicht: „Ab dem 24. Dezember wird der Film auf Youtube zu sehen sein“, kündigt Lars Riedel an.
Europa-Tour in Planung
Einnahmen generieren möchten Maelføy mit der Dokumentation nicht – bekannter werden und in den Sozialen Netzwerken an Reichweite gewinnen aber durchaus. Eine Antwort auf die Frage, wie das Filmprojekt im kommenden Jahr noch getoppt werden könnte, gibt der – aktuell noch unveröffentlichte – Tourkalender der Band: Die Planungen für die erste Europa-Tour von Maelføy laufen.
