Ganderkesee - Eines Tages in Clubs vor einigen hundert Zuhörern und auf Festivals im Ausland zu spielen, eigene Alben und Musikvideos herauszubringen, in einer eigenen Rockumentary porträtiert zu werden und auf eine Tour durch fünf Bundesländer zu gehen: Bei ihrer Bandgründung vor sechs Jahren konnten sich Lars Riedel, Marne Büch, Martin Schiwy, Lukas Meyer und Christopher Maaß vieles vorstellen – aber das nicht.
Dass die fünf mit Maelføy heute genau an diesem Punkt angekommen sind (und schon die nächsten Entwicklungsschritte im Blick haben), hätten sie sich nie träumen lassen. „Wir sind doch eigentlich nur fünf Typen, die Musik machen...“, sagt Lars Riedel, Gitarrist und Manager der Ganderkeseer Band, bescheiden.
Für Maelføy sei gerade so viel los wie noch nie, berichtet Riedel. Gerade haben sie noch in Augsburg vor 400 Zuhörern gespielt, die ihre Songs mitsingen konnten. Und am 24. November kommt mit „Failures, Fears and Forgiveness“ das zweite Album der Band heraus. Bereits am Folgetag geht es für die fünf dann auf Tour: nach Karlsruhe (25. November), Bremen (1. Dezember), Übach-Palenberg (8. Dezember), Salzgitter (9. Dezember), Würzburg (15. Dezember), Crailsheim (16. Dezember) und Münster (22. Dezember).
Release-Show
Persönliches Highlight für die Band ist die Release-Show in der „Lila Eule“ in Bremen. „Da waren wir vor zehn Jahren noch selbst auf Konzerten – und jetzt spielen wir in der ,Lila Eule’ vor 200 Leuten!“, beschreibt der Band-Manager die rasante Entwicklung der Band, die während der Pandemie – wie alle Künstler – eine zehrende Durststrecke bewältigen musste.
Die elf Titel des neuen Albums sind größtenteils in diesem Jahr entstanden. Eine Förderzusage der gemeinnützigen Initiative Musik, die im Auftrag der Bundesregierung die Musikwirtschaft in Deutschland unterstützt, ermöglichte schließlich die Produktion des neuen Albums.
Hatte sich Maelføy bislang ins Genre „Melodic Post-Hardcore mit Einflüssen aus Punk, Metalcore und sogar Country“ einsortiert, so finden sich auf dem neuen Album auch Einflüsse von Deutschrap, was laut Lars Riedel vor allem der Vielseitigkeit von Sänger Marne Büch geschuldet ist. Er sei nicht nur Hip-Hopper und singe nebenbei in einem Rap-Duo, sondern trete auch akustisch als Hochzeitssänger auf.
Kooperation mit Florida
Und nicht nur das ist neu: Den Song „Finding Forgiveness“ hat Maelføy mit dem Sänger der Band Wake Up Hate aus Florida aufgenommen. Das dürfte die Reichweite der Ganderkeseer auf den Streaming-Plattformen steigern. „Die sind eine ganze Ecke größer als wir“, sagt Lars Riedel über die Band aus den USA. Während Maelføy auf Spotify rund 35 000 Hörer pro Monat erreiche, seien es bei Wake Up Hate etwa 100 000.
Gemeinsam im Studio gestanden haben die Bands für die Aufnahme indes nicht. Der Sänger habe seinen Part für das Musikvideo in den USA vor einem Greenscreen aufgezeichnet.
Sehr viel ruhiger dürfte es für Maelføy auch nach der Tour nicht werden: Schon jetzt sind die Musiker damit beschäftigt, neue Titel für die Zeit nach dem Album aufzunehmen.
