Das war schon sehr lecker, was Pauline und Louise da im Maislabyrinth der Familie Petershagen als kleine Stärkung vor dem Marsch durch den Pflanzen-Dschungel im Angebot hatten. Die 16 und zwölf Jahre alten Schwestern sind auf Crêpes spezialisiert. Die hauchdünnen Pfannkuchen, die von der Bretagne aus ihren Siegeszug durch ganz Frankreich angetreten haben und längst weit darüber hinaus die Gaumen von Naschkatzen verwöhnen, gelingen ihnen auch besonders gut – kein Wunder, handelt es sich doch um junge Französinnen.
Sie hatten ihre Schulferien in Ganderkesee verbracht und als Dank für die Unterkunft bei ihrer Tante Christine Petershagen den Teiglöffel geschwungen. Die beiden Mädchen waren am Wochenende zuletzt im Koch-Einsatz, denn die Heimreise naht und die Schule ruft.
Auf Diät werden dadurch die Gäste des Maislabyrinths aber nicht gesetzt: Es gibt noch Abende mit Candlelight-Dinner, verspricht Labyrinth-Chefin Petershagen. Und in diesem Jahr gibt es das Essen auf Strohballen in kleinen verwunschen wirkenden Nischen des Maisfeldes sogar in der Ausführung „de luxe“: Dann sorgen neben dem Kerzenlicht auch noch Rosen für romantische Stimmung.
Stimmung herrschte am Wochenende auch bei der Freiwilligen Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor, aber die war eher ausgelassen als romantisch. Zwei Dutzend Kinder und Jugendliche im Alter zwischen 10 und 16 Jahre hatte Jugendfeuerwehrwart Thomas Paul im Rahmen der Ferienpass-Aktion zu Gast. „Übernachtung im Feuerwehrhaus“ lautete das Motto des Angebots. Aber vor dem Schlafen mussten die jungen Leute erst einmal beschäftigt werden.
Paul hat bereits Erfahrung damit, denn es handelte sich bereits um die fünfte Übernachtungsaktion unter seiner Regie. Die Mädchen und Jungen hatten nach einigen Spielen, bei denen das gegenseitige Kennenlernen im Vordergrund stand, Gelegenheit, sich intensiv mit dem „Innenleben“ der verschiedenen Feuerwehrfahrzeuge zu beschäftigen. Und dann konnten Schläuche und Saugleitungen zusammengekuppelt werden – quasi der Trockentest für den Ernstfall.
Allerdings sollte auch der Spaß nicht zu kurz kommen. Und so wurde vor der obligatorischen Nachtwanderung noch die Grillkohle entzündet, um anschließend schmackhafte Kleinigkeiten zu grillen. „Das kommt bei den Kindern immer gut an“, weiß Paul.
Die Aktion soll nicht nur Spaß machen, sondern auch den Nachwuchs in der Gemeinde für die Mitarbeit bei der Jugendfeuerwehr interessieren. In der 1931 gegründeten Freiwilligen Feuerwehr Schierbrok-Schönemoor sind derzeit 50 Frauen und Männer aktiv. Die Jugendfeuerwehr, die seit 2004 besteht, hat 14 Mitglieder. Leider konnten aus den Übernachtungsgästen noch keine neuen Mitglieder rekrutiert werden, sagte Paul. Gleichwohl waren die Aktionen alles andere als erfolglos. „Wir haben schon mehrere Kinder an drei andere Jugendfeuerwehren vermittelt.“
Neue Mitglieder kann auch die Singgemeinschaft Immer gebrauchen – speziell Männer werden noch gesucht. Denn die tiefen Stimmen sind in dem gemischten Chor, der von Dietrich Stobbe geleitet wird, etwas unterrepräsentiert. Das Ensemble ist aber nicht nur stimmlich sehr aktiv, sondern schwingt sich einmal im Jahr auch in den Sattel, um gemeinsam die Gegend zu erkunden. Verantwortlich für die Organisation ist stets das Kohlkönigs-Paar. Am Wochenende erfüllten Nadine Gomolka und Horst Skiera ihre Aufgabe und organisierten eine gemütliche Tour über Klattenhof und Brettorf nach Iserloy, wo Kaffee und Kuchen warteten. Mehrere Mitglieder in Warnwesten begleiteten den fast 50 Personen umfassenden Tross und geleiteten ihn sicher über alle gefährlichen Kreuzungen. Natürlich wurden unterwegs auch Pausenplätze angesteuert, an denen die Singgemeinschaft mit Getränken versorgt wurde. Auf der Rückfahrt führte der Weg zum Kiekpadd nach Immer
zurück, wo nach der gut viereinhalbstündigen Radtour ein gemütliches Beisammensein beim Grillen den Schluss- und Höhepunkt des Tages setzte.
Schöner Sonnenschein und warmer Wind konnten Jennifer (ovales Bild, links) und Jessica (rechts) nicht locken: Die beiden Zehnjährigen wollten den Umgang mit den federleichten Zelluloid-Bällen üben. Dazu bot sich der Ferienpass-Kursus der TS Hoykenkamp an. In der Turnhalle der Grundschule Heide wurde fleißig trainiert – und anschließend blieb doch noch genügend Zeit für Freizeit an der frischen Luft.
