Schlutter - Als er sein Abitur in der Tasche hatte, zog es Tim Wieker erstmal in die weite Welt, wie so viele junge Leute: Neun Monate verbrachte er in Santa Barbara im sonnigen Kalifornien – und hatte nicht einen Moment Heimweh: „Ich habe höchstens vier-, fünfmal zuhause angerufen“, erinnert er sich schmunzelnd.
Tim Wieker aus Schlutter hat sich wohl gefühlt damals in den USA, in den Metropolen am Pazifik – aber dass er über so einen langen Zeitraum kaum Sehnsucht nach zu Hause verspürt hat, ist aus heutiger Sicht auch für ihn schwer vorstellbar. Bis zu seinem 20. Lebensjahr habe er nicht viel mit Dorfleben und Nachbarschaft im Sinn gehabt, meint der 28-Jährige. Das hat sich geändert: Nach dem Studium in Groningen und Bochum ist Tim Wieker wieder angekommen in seinem Heimatort in der Gemeinde Ganderkesee – nur ein paar hundert Meter von seinem Elternhaus entfernt: Mit Freundin Julia (25) lebt der in Bremen beschäftigte Projektentwickler an der Schützenstraße auf dem Hof von Harm Hegeler, mit dem seine Mutter Hilke in zweiter Ehe verheiratet ist.
Und mittlerweile kann der 28-Jährige sehr viel mehr anfangen mit Dorfleben und Nachbarschaft: Wenn nebenan eine Ehrenpforte aufgestellt wird für die Ringstech-Königin vom Reiterverein oder wenn ein Haus weiter ein junges Paar eine große Hochzeit feiert, sind Tim und Julia inzwischen mittendrin statt nur dabei. Während seines Studiums in Bochum hat der Schlutteraner in einem Mehrfamilienhaus gewohnt. „Da lebte man Tür an Tür und hatte trotzdem so gut wie keinen Kontakt miteinander.“ Jetzt, sagt er, „macht so ein Schnack mit den Nachbarn richtig Spaß.“
Seine Freundin Julia ist gerne mit aufs Land gezogen, vor allem wegen des großen Gartens rund ums Haus. Und Tim Wieker selber genießt an seiner neuen, alten Heimat vor allem die kleinen Straßen und Wege, die Wiesen und Felder, auf denen er mit seinem Labrador „Carlo“ laufen kann. „Das“, gibt er zu, „war eigentlich der Hauptgrund für mich, wieder hierher aufs Land zu ziehen.“
