Hude - Eine „Käfighaltung für Fahrräder“, wie es Planer Heinz Mazur vom Büro PGT nannte, soll es im Zuge der Umgestaltung im Südbereich des Huder Bahnhofes ebenfalls als Neuerung geben. Eine sichere Abstellmöglichkeit zu bieten, ist schon lange eine Forderung von Pendlern. Immer wieder kommt es zu Diebstählen. Aber auch diejenigen, die ihr Fahrrad draußen anketten möchten, sollen mehr Platz und Komfort vorfinden. Im Zuge der Umgestaltung wird es auch doppelstöckig zu nutzende Abstellanlagen geben. Das ist nur ein Aspekt im Entwurf, der vor einigen Tagen bei einer öffentlichen Info-Veranstaltung im Rathaus vorgestellt wurde.
Radfahrer und Autofahrer nutzen die Straße gemeinsam. Moderne Fahrradabstellplätze sollen in einem Teilbereich des Grünstreifens zwischen der Rampe zum Bahnhofstunnel und dem Bürgersteig Hohe Straße neu errichtet werden. Plan: PGT
„Stadt und Land“
Die Planung für Hude-Süd ist abgestimmt auf Fördermöglichkeiten aus dem Programm „Stadt und Land“. Knapp eine Million Euro ist zugesagt. Dabei geht es vornehmlich um Verbesserungen für die Radfahrer, nicht nur, was die Abstellanlagen betrifft. Auch das subjektive Sicherheitsgefühl soll verbessert werden. Gerade im Bereich Schützenstraße/Hohe Straße/Zugang Bahnhofstunnel sind Veränderungen geplant. Es soll eine Situation geschaffen werden, die dafür sorgt, dass sich hier alle Verkehrsteilnehmer, die Fußgänger, die Radfahrer und die Autofahrer wohlfühlen. Leider sei der Bereich viel zu eng, um extra Radwege zu schaffen, so Mazur.
„Rot-Übertreter“
So sollen die Radfahrer die Straße nutzen. Piktogramme, die deutlich größer sind als die Mini-Piktogramme, die der Landkreis unter anderem auf die Parkstraße hat malen lassen, sollen Autofahrer darauf hinweisen, dass in diesem Bereich mehr Rücksicht genommen werden muss. Tempo 30 soll für Kfz gelten. Die regulären Bushaltestellen sollen verlegt werden zum Klüterort. Der Halt der Ersatzbusse auf der Straße soll möglich bleiben, bis der Ersatzverkehr der Bahn komplett zum Bahnhofsvorplatz verlegt wird.
Das Planungsbüro empfiehlt den Abbau der jetzigen Ampelanlage im Kreuzungsbereich. „Wir brauchen keine Ampel“, so die Erkenntnisse aus Zählungen und Beobachtungen. „Man steht vor der Ampel, obwohl man gar nicht warten muss.“ Deshalb gebe es auch viele „Rot-Übertreter“. Wer sich sicher fühle, könne ohne Ampel queren. Für Menschen, die sich unsicher fühlten, sei neben der vorhandenen Ampel beim Gasthaus Burgdorf eine weitere Dunkelampel vor Bäcker Krützkamp geplant, die bei Bedarf gedrückt werden könne. Eine Induktionsschleife soll in die Ausfahrt Schützenstraße installiert werden, die dann die Dunkelampel ansteuert, damit Autofahrer hier nicht zu lange warten müssen.
„Aufmerksamkeitseffekt“
Die einheitliche Gestaltung soll laut Mazur dazu beitragen, dass Autofahrer deutlich rücksichtsvoller fahren. Der Planer spricht von einem „Aufmerksamkeitseffekt“. Was jetzt geplant sei, sei ein Kompromiss, sagte Bürgermeister Jörg Skatulla. Aufgrund der beengten Verhältnisse gebe es keine Alternative. Fördermittel gibt es nur für Verbesserungen, die den Radfahrern zugutekommen. Der barrierefreie Zugang ist nicht enthalten. Die Rampe zum Tunnel ist zu steil für Rollstuhlfahrer. Ein Fahrstuhl wird von „Stadt und Land“ aber nicht gefördert. Ebenso bleibt auch das Treppenhaus Süd bei diesen Maßnahmen außen vor.
