Großenkneten - Gesangbücher, Notenhefte, von Hand geschriebene Notenblätter, Liedermappen der Chorstimmen, Protokollbücher und Festschriften des Sängerbundes „Concordia“: Wenn sich ein Chor nach mehreren Jahrzehnten auflöst, bleiben so einige Nachlässe zurück – die dann zum Teil bei Archivaren wie Dirk Faß aus Sage landen. Und der schaut sich wiederum die Geschichte der aufgelösten Chöre an.
1981 aufgelöst
Bei den eingangs genannten Unterlagen handelt es sich um den Nachlass des Männergesangvereins „Harmonie“ Huntlosen, der 1890 gegründet wurde und sich mangels Sangesbrüder 1981 auflöste. 1977 fanden sich noch zehn aktive Sänger ein und man brauchte die Unterstützung des Hengstlager Chores. Die verbliebenen Sänger traten dem 1981 neu gegründeten Gemischten Chor Huntlosen bei. Ein weiterer Nachlass gehörte dem Männergesangverein „Eintracht Sage“, der 1893 mit 23 Sangesbrüdern gegründet wurde, um – wie es in der ersten Satzung heißt – den Gesang der Volkslieder zu pflegen, sowie das gemütliche Beisammensein. Aus einer außerordentlichen Mitgliederversammlung hieß es im April 2014: „Da es uns nicht gelungen ist, weitere Mitglieder zu finden, haben die Teilnehmer nach einer geheimen Abstimmung beschlossen, den Singbetrieb einzustellen.“
Einige der Sänger traten dem Männergesangverein „Frisch auf“ in Halenhorst bei, der 2021 seine Aktivitäten einstellte. Jonny Seeger, 41 Jahre Liedervater des MGV Sage und elf Jahre Bundesliedervater des Sängerbundes „Concordia“, bedauert es sehr, dass durch den Mangel an Nachwuchs der Chorgesang ausstirbt.
Weniger Chöre
Von den elf Chören, die dem Bund einmal angehörten, sind bis heute vier übriggeblieben. Ebenso lang wirkte Wolfgang Siebert als Chorleiter. Als Siebert 2013 für seine 40-jährige Chorleitertätigkeit geehrt wurde, hieß es in der Festrede: „Sicherlich war der eine oder andere Übungsabend für Wolfgang etwas anstrengender, weil wir ein Bier oder einen Schnaps zu viel getrunken hatten und somit die Lautstärke zunahm, aber auch das gehörte zur Geselligkeit.“ Auch fragt sich Jonny Seeger: Wie wird es weitergehen, wenn die Corona-Pandemie den Chorgesang wieder zulässt? Erblüht der Chorgesang wieder neu auf? Ertönt dann wieder der Sängergruß von Johann Fischbeck: „Wo die Hunte und die Lethe fließt, wo der Fleiß des Bauern Segen sprießt, wo man immer Lieb und Heimattreue sah, behüt uns Gott den Bund ,Concordia’?“ Wer Interesse an alten Noten- oder Gesangbüchern hat, kann sich bei Dirk Faß melden: per E-Mail ist er zu erreichen unter dirk.fass@ewetel.net.
