Hude/Kirchkimmen - Für Barbara Hoffmanns Schülerinnen und Schüler ist der Unterricht bei ihr in Kirchkimmen mehr als bloßes Notenlernen und Musizieren. Seit 15 Jahren gibt sie Cello- und Klavierunterricht neben der Galerie am Stall (Am Ebenesch 4). Dass sie dabei junge Menschen beim Aufwachsen begleitet, man sich gegenseitig Trost schenkt und vor allem die Freude an der Musik entdeckt, das ist das, was die Arbeit für sie ausmacht – und auch für ihre Schülerinnen und Schüler.
Ohne Leistungsdruck
Hoffmann unterrichtet Menschen jeden Alters. „Von fünf bis 83 Jahren ist alles dabei“, sagt die studierte Pianistin und Cellistin. Doch vor allem die Arbeit mit Kindern und Jugendlichen erfüllt sie mit großer Freude. Denn diese führt sie an die Instrumente heran, erweckt bei ihnen die Leidenschaft zum Spielen – ganz ohne Leistungsdruck.
Derzeit unterrichtet sie neun Kinder und Jugendliche – von Erstklässlern bis zu Abiturienten.
Ihr jüngster Schützling ist der Erstklässler Bjarne Fischer. Seit einem Jahr besucht er regelmäßig den Unterricht der 66-Jährigen und hat damit in einem sinnvollen Alter begonnen, sagt die Musiklehrerin: „Am besten ist es, entweder im letzten Kindergartenjahr oder in der zweiten Klasse zu beginnen.“ Denn das erste Schuljahr sei ohnehin mit einer großen Umstellung verbunden.
Seit Jahren begleitet
Zu der Gruppe der Kinder und Jugendlichen gehören auch Schülerinnen und Schüler, die Hoffmann schon seit Jahren begleitet. Für sie gehören die wöchentlichen Übungsstunden fest zum Leben dazu – die sie auch so schnell nicht missen wollen. „Es ist einfach ganz besonders hier“, sagt die Zehntklässlerin Nike Sonka. „Man kann hier über alles reden, auch wenn man einfach mal einen schlechten Tag hat“, sagt sie. Denn die Lage des Übungsraumes – direkt auf dem Hof, auf dem auch die Galerie am Stall liegt, die von Hoffmanns Mann Frank Giesen geführt wird – gleiche einem Ruhepol, erklären die Schülerinnen Nike, Johanne Holthaus, Jamila Schlange und Sarah Hundhausen.
Tiere gehören dazu
Nicht nur die Lage gefällt Hoffmanns Schützlingen sehr: Auch ihre Tiere – zwei Hunde, drei Katzen und zwei Schildkröten – sorgen bei den Übungsstunden für Unterhaltung, finden Bjarne und sein Bruder Mathis Fischer.
Neben den wöchentlichen Einzelstunden kommen sie als Gruppe einmal im Monat zum Ensemble-Samstag zusammen. Dann spielen die Kinder und Jugendlichen im Duo oder Trio, üben gemeinsam und bereiten sich auf ihre Konzerte vor, bei denen auch die erwachsenen Schüler dabei sind. Vor allem diese gemeinsame Zeit, bei der die Kinder und Jugendlichen Spaß haben und voneinander lernen, mache die Arbeit für Hoffmann zur echten Herzensangelegenheit, erklärt sie.
Schnuppertage
Doch ihre Arbeit ist nicht selten auch mit Abschied verbunden – auch in diesem Jahr. Denn zwei ihrer Schüler, darunter Johanne, stecken gerade mitten in den Abi-Prüfungen. Wenn es für sie nach der Schule in anderen Städten weitergeht, dann ist für den Unterricht bei Hoffmann keine Zeit mehr. „Das macht uns alle traurig“, sagt Johanne.
Hoffmann möchte gern noch weitere Musikinteressierte – egal in welchem Alter – unterrichten. Um sich, den Musikraum und die Instrumente kennenzulernen, veranstaltet die 66-Jährige an den Freitagen, 28. April und 12. Mai, jeweils von 15 bis 18 Uhr kostenlose Schnuppernachmittage. Interessierte können mit ihr unter Tel. 0151/11452763 Kontakt aufnehmen.
