• Jobs
  • Immo
  • Auto
  • Kleinanzeigen
  • Trauer
  • Hochzeit
  • Guide
  • Shop
  • Tickets
  • nordbuzz
  • Fußball
  • Werben
  • Kontakt
 
NWZonline.de Region Kreis Oldenburg

Musikkorps pflegt das „Wir-Gefühl“

24.05.2018

Was wäre das Wildeshauser Gildefest ohne seine Musikzüge? Auch am Mittwoch unterhielten das Blasorchester Wildeshausen (Blow) und die Beat- und Brassband Gäste auf dem Marktplatz. Erstmals beim Gildefest musizierten Sarah Baecke (16) und Tom Pössel (11), die beide im Musikkorps Wittekind spielen. „Wir sind hier super aufgenommen worden“, erzählt Sarah, die Querflöte spielt. „Es ist eine tolle Gemeinschaft. Alle sind sehr herzlich und kümmern sich.“ In der Grundschule von Gut Spascher Sand hatte Ingo Poth, zugleich Dirigent des Musikkorps, eine Bläsergruppe gegründet. Sarah fühlte sich damals gleich angesprochen. Seit einem Jahr ist sie beim Musikkorps dabei. Tom Pössel spielt seit seinem fünften Lebensjahr Trompete. „Das liegt vielleicht auch etwas an meinem Großvater; der hat Horn gespielt“, erzählt der Harpstedter. Seit einem Jahr gehört er zu den Aktiven des Musikkorps. Beim Gildefest haben sie die meisten Veranstaltungen mitgemacht – von der Burgwiese bis zum Ständchen für den General vorm „Alten Amtshaus“. Für die Jugendlichen gilt, wie überall, jedoch eine zeitliche Grenze. „Nach 24 Uhr dürfen wir keinesfalls mehr spielen“, weiß Sarah Baecke. Vielleicht auch eine glückliche Fügung, wenn man weiß, wie hoch die Belastung ist.

Premiere vor demGildegericht

Zwei Premieren hat es während des Gildefestes beim Hohen Gildegericht gegeben: Nicht nur, dass Otto Böttcher erstmals bei Verhandlungen den roten Hut auf und den Chefposten innehatte. Neben Böttcher, Uwe Gropp, Carsten Kloster und Peter Decker nahm Thorsten Wawrzinek erstmals Platz am Richtertisch. Der 48-jährige Wildeshauser gehört seit 31 Jahren der Wildeshauser Schützengilde an. Bis er am Hohen Gericht seinen Posten als erster Gerichtsassistent antrat, gehörte er dem Pfingstclub Westerturm an und marschierte stets mit aus.

Musikalisches                 Schafferpaar

Wildeshausen hat einen musikalischen Schaffer: Als 1. Tenor der A-cappella-Gruppe „Die Profisorischen“ und Kirchenmusiker hat Fabian Reinke (34) bislang von sich reden gemacht. Aber er kann auch das Wildeshauser Lied aus dem Eff-eff. Die Hymne wurde spontan angestimmt, als der Hauptmann der Wache, Detlev Hohn, der Chef des Protokolls, Thomas Eilers, Gerichtspräsident Otto Böttcher, Fähnrich Michael Rüdebusch, Wahlmänner, Wachesoldaten und Tamboure das Schafferpaar Fabian und Andrea Reinke in ihrer Wohnung an der Heemstraße abholten. Diesmal war der Weg vom Rathaus zum Schaffer kurz. Fast unbemerkt von den Feiernden ging es über Neue Straße, Bahnhofstraße und Ladestraße zu den Reinkes. Andrea und Fabian Reinke waren sofort an der Tür als Hohn klingelte. Als der Hauptmann fragte, ob sie das Schafferamt annehmen wollten, zögerten sie keine Sekunde. „Es war schon immer ein großer Wunsch von Fabian, Schaffer zu werden“, so die 30-Jährige. „Wenn man sich liebt, unterstützt man das gern.“ Beide zeigten sich glücklich, dass die komplette Familie mit Manfred und Beate Reinke an der Spitze mithelfen werde – auch wenn es um die Betreuung der zehn Monate alten Elisa Marie gehe. Die Überschneidung diverser Termine – Fabian hatte am Dienstag Geburtstag, Andrea am Pfingstsonntag und hinzu kommt der 20. Jahrestag als Kinderkönig – sei eher zufällig gewesen, beteuerte Reinke.

Kamerazweckentfremdet

Ein Reporter sollte seine Kamera keine Sekunde aus den Augen lassen. Das zumindest hat NWZ-Redakteur Stefan Idel nun erfahren. Beim Interview mit dem Schafferpaar ließ er die Kamera auf dem Tisch zurück. In dieser Zeit wurde sie von einem (noch unbekannten) Wachesoldaten auf Herz und Nieren getestet. Auf der Speicherkarte zurück blieben lustige Bilder von Tambourmajor Thorsten Niester und den Trommlern Lars Menke und Peter Spille. Diese wollen wir der Öffentlichkeit nicht vorenthalten.

Norwegen locktKönig von 2011

Ein neues Leben beginnt für Björn Köhler (kleines Bild, links), Majestät der Gilde im Jahr 2011, unmittelbar nach dem Gildefest. Den 44-jährigen, gelernten Bäcker zieht es nach Norwegen. Köhler heuert beim Busunternehmen HMK an, das unter anderem in Norwegens Hauptstadt Stadtrundfahrten anbietet. Bislang war das Mitglied der Königskompanie bei Höffmann-Reisen in Vechta beschäftigt. Norwegen habe ihn schon immer gereizt, erklärte Köhler während des Königsschießens im Krandel. Nun sei der richtige Zeitpunkt gekommen, einmal etwas Neues zu wagen. Zum Gildefest 2019 sei er spätestens wieder in Wildeshausen.

Feuer vonder Fackel

Beim Fackelumzug mit den Freiwilligen Feuerwehren Wildeshausen und Düngstrup ist stets gute Laune angesagt, auch wenn bei manchem Aktiven der Gilde schon die Füße vom vielen Marschieren schmerzen. Die Wachetrommler überbrücken die Wartezeit meist mit dem Verzehr von Zitroneneis. „Hilft gegen schlechten Mundgeruch“, weiß ein Kenner. Weil es dann immer noch nicht losging, steckte sich Markus Wulf seine Zigarette erst einmal an der Fackel von Andreas Debbeler, dem stellvertretenden Ortsbrandmeister in Düngstrup, an. Debbeler übrigens freute sich im Krandel mit Rudolf Debbeler, vor 60 Jahren Majestät der Gilde, sprechen zu können. „Uns verbindet der Name“, lachten beide. Ob sich Andreas Debbeler Tipps für das nächste Königsschießen holte, ist nicht bekannt.

Stühle rückenam Geburtstag

Die Wachkompanie ist um ihr dicht gedrängtes Programm während des Gildefestes ebenfalls nicht zu beneiden. Exerzieren, verhaften, Bratenkommando, Aufsicht, Thekendienst – die Liste ließe sich unendlich fortsetzen. Das Pfingstbaumkommando der Wache, geleitet von Patrick Bielefeldt, ist für das Ausschmücken der Ehrentribüne auf der Burgwiese zuständig. Obwohl er am Sonntag seinen 38. Geburtstag feierte, versäumte Bielefeldt keineswegs den Dienst. Er sah das gelassen: „Wir machen zum Abschluss ein kleines Picknick. Darauf freue ich mich sehr.“

Ihre Meinung über 

Hinweis: Unsere Kommentarfunktion nutzt das Plug-In „DISQUS“ vom Betreiber DISQUS Inc., 717 Market St., San Francisco, CA 94103, USA, die für die Verarbeitung der Kommentare verantwortlich sind. Wir greifen nur bei Nutzerbeschwerden über Verstöße der Netiquette in den Dialog ein, können aber keine personenbezogenen Informationen des Nutzers einsehen oder verarbeiten.