Wildeshausen - „Die Band ist da und wir freuen uns auf ihr Konzert“, so Jörg Skrzippek, Vorsitzender der Jazzfreunde Wildeshausen. Sein Willkommensgruß ging nicht nur an das Ole-Seimetz-Quartett, das von Caroline Kiesewetter in der Musikschule unterstützt wurde, sondern auch an immerhin 25 Konzertbesucher. Während draußen am Freitagabend das Orkantief „Zeynep“ kräftig Luft holte, stellten die Hamburger „The Great American Songbook“ vor.
Lieber Hotel statt Auto
Bekannte Klassiker von Cole Porter bis hin zu George Gershwin standen auf dem Programm. Ein Konzert-Highlight, das das Tüpfelchen auf dem „i“ erst durch Caroline Kiesewetter erhielt. Die bekannte Schauspielerin, Hörspielsprecherin und passionierte Jazz-Sängerin, übrigens die Nichte des legendären Knut Kiesewetters, komplettierte an diesem Abend die Band. Ein Konzertereignis, das schon vor einem Jahr auf dem Konzertkalender stand und dann pandemiebedingt abgesagt werden musste.
Auch dieser Abend stand wieder unter dem Einfluss des Virus’, denn nur rund 70 Plätze konnten vergeben werden. Wegen des Wetters hatte sich die Sängerin vorsorglich ein Hotelzimmer reserviert, wie sie verriet. „Das erscheint mir heute Abend sicherer, als noch mit dem Wagen zurück nach Hamburg zu fahren.“ Wie recht sie mit dem Entschluss hatte, zeigten in der späten Nacht die umgestürzten Bäume und Straßen, die mit Ästen nur so übersät waren.
Club-Atmosphäre
Dem Konzert schadete der kleinere Rahmen in Club-Atmosphäre keineswegs. Begeistert begrüßten die Jazzfreunde das Quartett bestehend aus Ole Seimetz (Schlagzeug), Dirk Piezunka (Saxophon), Thomas Biller (Bass) und Bela Meinberg (Klavier). „Wir geben heute Abend alles, darauf können Sie sich verlassen“, moderiert Schlagzeuger Ole Seimetz an. Neben den internationalen Jazzgrößen, war unter anderem „Das Lied mit einem Ton“ zu hören. Kein Geringerer als Kiesewetters Schauspiel-Kollege Manfred Krug hatte das Stück einst im Repertoire. Für Kenner ein besonderes Schmankerl.
Unterm Strich war es ein fulminanter Konzertabend, der Musiker und Zuhörer sowie Zuhörerinnen gleichermaßen in den Bann zog. Schade nur, dass die Ränge nicht so besetzt waren, wie es sonst möglich gewesen wäre.
