Bald können die Wildeshauser Bürger und Bürgerinnen nachts wieder beruhigt schlafen. Der neue Oberst der Gilde, Friedrich Ahlers, ist der Mann der Stunde.
Um die mittelalterliche Wehrhaftigkeit der Stadt wiederherzustellen, verspricht er, dass demnächst die Wachkompanie alle „Tore“ und die Außengrenzen von Wildeshausen bewachen soll – da, wo es zuerst richtig rumsen wird. Die Königs- und Ratskompanie zieht sich in die Stadtmitte zurück (rumst da nicht so doll). Wer will es ihnen verdenken. Keine Fremden in die Stadt!
Ob man allerdings großes Vertrauen in das für eine starke Verteidigungslinie schlecht ausgerüstete Fußvolk (Frack, Zylinder, Holzpüster) setzen kann, bleibt fraglich. Man kann nur hoffen, dass der durch Alkoholeinfluss deutlich gesteigerte Kampfeswille die tapferen Recken davon abhält, sofort das Weite zu suchen, wenn der Feind anrollt.
Aber diese in die richtige Richtung weisende Verteidigungsstrategie des Obersts sollte unbedingt zielstrebig vorangetrieben werden. Ob dieser großen Aufgabe müssen allerdings Bagatellanträge schon mal auf unbestimmte Zeit auf die lange Bank geschoben werden.
Dazu gehört auch der Antrag von vier jungen Frauen mit der Minimalforderung, Mädchen beim Kinderschützenfest zuzulassen. Warum jetzt? Sie können ja später bei diversen Gildefestivitäten für das leibliche Wohl der Gildemänner sorgen. Das ist doch schon seit ewigen Zeiten außergewöhnliches, nicht zu unterschätzendes „Privileg“ für die Frauen der Gildehonoratioren. Irgendwann ist doch auch mal gut. Bloß nichts verändern! „Nix Fremdes und nix Neues in der Stadt.“ Das ist die Zukunft für Wildeshausen!
