Hude - Sie wird schmerzlich vermisst von den Schulen und den Sportvereinen: die seit vielen Monaten gesperrte Mehrzweckhalle am Huder Bach. Jetzt ist die Halle Thema einer Sondersitzung des Ausschusses für Jugend, Gesellschaft und Soziales am Montag, 25. April (17 Uhr, Forum Oberschule). Die Frage ist, wie es weitergeht.
Was ist passiert?
Im Juni 2021 sorgte ein schwerer Gewitterschauer für einen Wasserschaden am Hallenboden während der Arbeiten zur Dachsanierung. Die Ursache des Schadens sei eine nicht ordnungsgemäße Abdichtung seitens der ausführenden Firma gewesen, so die Verwaltung. Eine kurzfristig in die Wege geleitete Trocknung des Bodens habe nicht zum Erfolg geführt. Ein Gutachten, welches die Gemeinde in Auftrag gegeben habe, sehe die einzige Handlungsalternative im Austausch des Bodens.
Laut Verwaltung werden die haftungsrechtlichen Fragen in einem gesonderten Verfahren geklärt. Parallel sei das Büro MRO Architekten, Oldenburg, mit der Prüfung einer optimalen Sanierungsvariante beauftragt worden. Da die Entscheidungsfindung über die Art und den Umfang einer Grundsanierung der Halle einschließlich der weiteren Aspekte (Finanzierung, Vergabeverfahren, Bauzeit) erhebliche Zeit in Anspruch nehmen würde und die Halle in dieser Zeit nicht nutzbar wäre, sei es dringend erforderlich, über kurzfristige Alternativen für den Schul- und Vereinssport nachzudenken.
Es habe nur wenige Ausweichmöglichkeiten zur Durchführung von Freizeitsport und Sportunterricht gegeben. Das für den Schulsportunterricht aufgestellte Zelt könne aufgrund der beschränkten Nutzbarkeit den Anforderungen nicht gerecht werden. Es sei dringend notwendig, sehr kurzfristig Abhilfe zu schaffen. Ziel müsse es sein, zum neuen Schuljahr 2022/23, jedoch spätestens zum Herbst wieder Sportunterricht in der Mehrzweckhalle zu ermöglichen.
Laut Verwaltung wurden verschiedene Optionen geprüft, wie Miete einer Traglufthalle oder einer temporären 3-Feld-Sporthalle in modularer Bauweise. Die Kosten sind laut Verwaltung enorm, die Liefer- , Planungs- und Aufbauzeiten sehr lang. Deshalb spricht sich die Verwaltung dafür aus, erst einmal nur den Hallenboden zu erneuern. Das Planungsbüro taxiere die Kosten für einen Bodenaustausch zum jetzigen Zeitpunkt auf rund 450 000 Euro. Ob in Teilbereichen Schad- oder Gefahrstoffe vorhanden seien, die bei der Sanierung zusätzliche Kosten verursachen könnten, sei noch nicht abzusehen.
Die Empfehlung
Der vorgezogene Austausch des Sporthallenbodens stelle derzeit die wirtschaftlichste Alternative dar, auch auf die Gefahr hin, dass nach Festlegung eines noch zu beratenden Sanierungskonzeptes, vor allem im Hinblick auf eine künftige Wärmeversorgung über eine Fußbodenheizung, ein erneuter Austausch des Bodens erforderlich werden könnte, heißt es in der Beratungsvorlage für die Sondersitzung. Eine entsprechende Beschlussempfehlung steht zur Diskussion.
Mittel in Höhe von insgesamt etwas mehr als 560000 Euro stünden als Haushaltsreste und im Etat 2022 zur Verfügung.
