Ganderkesee - Er widmete einen Großteil seines Lebens Tieren, die niemand mehr wollte – zuletzt benötigte Rainer Broschk selbst Hilfe von anderen: Am Sonntag ist der Ganderkeseer nach mehreren Krankenhausaufenthalten im Alter von 69 Jahren gestorben.
2001 hatte Broschk den Verein „Gnadenhof Ganderkesee/Delmenhorst und umzu“ gegründet und seither geleitet. Auf einem Areal am Havekoster Sand versorgte der ehemalige Kraftfahrer fortan alte, kranke und in Not geratene Hunde und vermittelte sie nach Möglichkeit an neue Besitzer. Sein unermüdlicher Einsatz brachte ihm mehrfach Nominierungen bei der Wahl zu Ganderkesees „Mensch des Jahres“, veranstaltet von LzO und NWZ, ein.
2013 gab Broschk sein Gelände in Havekost aus gesundheitlichen Gründen auf und brachte die Hunde zeitweilig in Holle unter. In den vergangenen Jahren wurden aufgenommene Tiere auf dem Gelände der Hundeschule der stellvertretenden Vereinsvorsitzenden Manuela Schoone in Hohenböken sowie in Pflegestellen betreut. Etwa 400 bis 500 Tiere, so schätzt Christine Broschk, die Witwe des Verstorbenen, habe der „Gnadenhof Ganderkesee/Delmenhorst und umzu“ im Laufe der Zeit betreut.
Wie es mit dem Verein, der immer mit finanziellen Sorgen zu kämpfen hatte, jetzt weitergeht, sei offen. „Die Hunde sind versorgt“, betont Christine Broschk. Doch alles andere müsse sich nach dem plötzlichen Tod des Vorsitzenden erst einmal neu sortieren. Für ihren Mann seien die Hunde immer an erster Stelle gekommen. „Es wäre in seinem Sinne gewesen, dass es weitergeht.“
