Neerstedt - Dass selbst eine Quarantäne wegen des Coronavirus noch etwas Gutes haben kann, hat Kai Spille aus Neerstedt bewiesen: Beruflich ist er in der Holzbauplanung in einem Zwei-Mann-Betrieb tätig. Daher wollte er auch die Zwangspause sinnvoll gestalten: Zusammen mit seinem Vater Kurt, der ebenfalls vorsorglich zu Hause bleiben musste, suchten die beiden Neerstedter Jäger Holzreste zusammen und bauten daraus 70 Nistkästen.

„So lange das Lärchenholz reichte, haben wir gesägt und zusammengebaut“, erzählt Kai Spille. „Das Holz der Lärche ist besonders witterungsbeständig und damit haben die Nistkästen auch eine lange Standzeit.“ Wie Kai Spille weiter erklärt, haben die Nistkästen unterschiedliche Durchmesser der Einfluglöcher. Zum Beispiel 28 Millimeter für Blau- und Tannenmeisen. Für Kohlmeisen und Kleiber müssen es 32 Millimeter große Einfluglöcher sein. Ein grünes Schild mit der Aufschrift „Neerstedter Jäger“ haben die meisten der Kästen außerdem erhalten.

Zum einen sei dies ein kleiner Werbeeffekt für die Jäger, zum anderen dienen die Schilder gleichzeitig auch als Spechtschutz. „Spechte könnten sonst die Einfluglöcher vergrößern“, sagte Waidmann Kai Spille. „Wichtig bei Nistkästen ist außerdem, dass das Einflugloch möglichst hoch angeordnet wird, so dass Prädatoren nicht an das Nest beziehungsweise die Küken kommen. Zudem sollte deshalb auch auf die Sitzstange verzichtet und der Dachüberstand vorne möglichst groß gewählt werden.“

Inzwischen sind von den 70 Nistkästen bereits 50 im Neerstedter Revier im Wald in die Bäume gehängt worden. Auch die restlichen werden in absehbarer Zeit angebracht. Damit ist dank der Initiative von Kai und Kurt Spille nicht nur etwas für die heimische Tierwelt getan, sondern auch die Quarantäne-Zeit sinnvoll genutzt worden. Das sorgt für Achtung und auch Dankbarkeit in Kreisen der Jäger aus Neerstedt, deren Revier eine Größe von 1300 Hektar umfasst und 1000 Hektar davon bejagbare Fläche darstellen.