Neerstedt - Die Handballerinnen des TV Neerstedt haben scheinbar großen Gefallen am Gewinnen gefunden: Mit dem 30:21 (14:10)-Erfolg in eigener Halle gegen die SG Neuenhaus/Uelsen verbuchte das Team von Trainerin Cordula Schröder-Brockshus am Samstag nicht nur den zweiten Saisonsieg, sondern verließ damit auch das Tabellenende der Oberliga-Nordsee.

Mit Genugtuung genoss Schröder-Brockshus aus der Quarantäne heraus den in dieser Höhe umso überraschenderen Triumph, zumal es im Hinspiel für den TVN noch eine derbe 23:41-Klatsche gegeben hatte. „Für die Bedingungen, die wir für dieses Spiel vorfanden, hat die Mannschaft das super gelöst“, lobte die Trainerin. „Alle haben überzeugend Verantwortung übernommen!“

So gingen die Gastgeberinnen, bei denen Co-Trainer Andrej Kunz auf der Bank die Regie führte, motiviert in die Partie. Besonders die Deckung zeigte sich bissig und beweglich. Zudem hatten die Gastgeberinnen mit Sina Huntemann eine überragenden Torhüterin im Kasten: Mit insgesamt 20 teils spektakulären Paraden entnervte sie die SG-Schützinnen mit zunehmender Spieldauer. Den Gästen merkte man derweil an, dass ihnen bereits vom Vortag gegen die SG Findorff ein Spiel in den Knochen steckte, denn ihrem Auftritt fehlten über weite Strecken das Tempo und die Passgenauigkeit.

Bis Mitte der ersten Hälfte (5:5) blieb die Begegnung ausgeglichen, doch schon hier zeigte sich bei den Neerstedterinnen die bessere Spielanlage. Mit schnellen Kombinationen zogen sie die gegnerische Deckung immer wieder auseinander und waren mehrfach im 1-1-Spiel erfolgreich, so dass sie sich auf 11:6 absetzten. Erst in der Schlussphase packte die Abwehr nicht mehr so energisch zu, und die SG kam noch zu einigen einfachen Toren.

Auch nach Wiederbeginn scheiterten die Gäste mit weiteren klaren Chancen an Huntemann, so dass Neerstedt im Angriff nach gutem Spielaufbau aus allen Positionen zu Treffern kam. Das Zusammenspiel zwischen dem Rückraum und Kreisläuferin Johanna Stuffel funktionierte sehr gut, so dass sich die Landkreislerinnen nach einer kurzen Schwächephase, in der die SG auf 16:19 verkürzen konnte, erneut mit drei Toren in Folge durch Nadja Albes, Kirsten Kurok und der überzeugenden Anna Rippe auf 22:16 absetzten. Obwohl die Neerstedter Spielerinnen in den letzten zehn Minuten praktisch schon auf dem Zahnfleisch liefen, ließen sie auch weiterhin nicht locker. Als Anna Rippe kurz vor dem Abpfiff den 30. Treffer für ihr Team erzielte, kannte der Jubel keine Grenzen.