Sandkrug - Streekermoor liegt von der Schultredde in Sandkrug nur einen Steinwurf entfernt – und seinen Namen trägt das Dorf nicht ohne Grund. Tatsächlich sind beim Neubau der Verbindung zwischen Bümmersteder Straße und der Straße Am Klänerhof kleine Moorinseln im ansonsten sandigen Untergrund gefunden worden. In zwei Meter Tiefe lagen die etwa 20 Zentimeter dicken Schichten, erfuhr die NWZ von Christoph Oetjengerdes, Planungsbüro Thalen Consult.
Baustelle zieht um
Um die angestrebte neue Tragfähigkeit der Schultredde – durchgehend 40 Tonnen – nicht zu gefährden, musste das Moor im Straßenuntergrund komplett entfernt und mussten die dadurch entstehenden Löcher mit neuem Boden verfüllt werden. Die Tiefbauarbeiten liegen dennoch im Zeitplan, denn so ganz überraschend kam der Moorfund nicht. Bei zehn Probebohrungen auf der 986 Meter langen Strecke war das Problem grundsätzlich bereits erkannt worden. Genaue Lage und Umfang stellten sich dann aber erst bei den Tiefbauarbeiten heraus.
Nach Einschätzung der Verantwortlichen handelte es sich bei dem Bauabschnitt zwischen Oldenburger Weg und Am Klänerhof um eine eher unkritische Passage, da hier keine Auffahrten zu Privatgrundstücken liegen. Allerdings mussten sämtliche Versorgungsleitungen von den Versorgerfirmen verlegt werden, weil sie durch das Umgestalten der Schultredde sonst von den neuen Randsteinen überdeckt worden wären. Unter der Schultredde verläuft stellenweise auch das 60 Zentimeter durchmessende Rohr, das das Trinkwasser vom Wasserwerk am Barneführerholzweg weiter in Richtung Stadt Oldenburg leitet.
Anfang August soll der vorletzte Bauabschnitt der Schultredde fertiggestellt sein. Neu ist in diesem Bereich ein 2,5 Meter breiter einseitiger Geh- und Radweg, der bis zum Oldenburger Weg führt. Anlieger der Straße Am Klänerhof, die jetzt noch über den Sommerweg und die Bahnschienen ihre Häuser erreichen, werden ab etwa Mitte nächsten Monats, wenn der letzte Bauabschnitt ab dem Andreaskreuz an der Bahn beginnt, die Route über die Bümmersteder Straße nehmen müssen. Ihre Wohnstraße bleibt aber, wie auch jetzt, in jedem Fall offen, hieß es auf der jüngsten Baubesprechung vor Ort.
Die Menschen im Wohngebiet auf der nördlichen Seite der Schultredde, die am Sandy-Shop vorbeifahren, müssen dagegen umdenken. Wegen der Tiefbauarbeiten kann der Hermelinweg ab August nur noch über den Ginsterweg angefahren werden.
Weitere Maßnahme
Erst ganz zum Schluss in diesem Jahr, wenn die Schultredde wieder komplett zwischen Bümmersteder Straße und Sommerweg befahrbar sein wird, folgt eine zwischenzeitlich verschobene, weil nicht ganz so dringende Maßnahme: Der Bau weiterer Parkplätze gegenüber der TSG-Sporthalle und dem Hallenbad. Derzeit dient diese Fläche noch als Lager und Stellplatz für die Baufirma August Hotze.
Die Auftragssumme für den umfassenden Neubau der Schultredde beträgt 2,5 Millionen Euro. 430 000 Euro kosten die Arbeiten des Oldenburgisch-Ostfriesichen Wasserverbandes (OOWV), der das Leitungsnetz erneuerte. Im Gegenzug erhält die Gemeinde Hatten Fördergelder von insgesamt 1 Million Euro (716 400 Euro für die Straße; 311 250 Euro für den Geh- und Radweg).
